Große Nachfrage

Boom bei Solaranlagen in Meinerzhagen

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Diese Solarmodule befinden sich auf dem Dach der Firma Rainer Orth. Wer die Installation einer Solaranlage plant, sollte mindestens 30 Quadratmeter Platz einrechnen.
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Ein neues Förderprogramm für E-Auto-Besitzer löste bundesweit eine große Nachfrage nach Solaranlagen aus. In Meinerzhagen hielt sich diese Nachfrage in Grenzen. Dennoch verzeichnet ein Solaranlagen-Service vor Ort einen Boom. Mehr als doppel so viele Anlage wie in 2022 hat das Unternehmen bereits in diesem Jahr verkauft.

Meinerzhagen – Die Bundesregierung plant, dass der Brutto-Stromverbrauch bis 2030 bis zu 80 Prozent mit erneuerbaren Energien gedeckt werden soll. Mit verschiedenen Förderprogrammen sollen Anreize dafür geschaffen werden. Um die Lade-Infrastruktur für E-Autos auszubauen, fördert die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) seit dem 26. September private Ladestationen, die mit Solarstrom betrieben werden. Bundesweit war die Nachfrage so hoch, dass das KfW-Kundenportal schnell überlastet war. Mit Blick auf Meinerzhagen war die Nachfrage eher gering. Wir haben bei der Rainer Orth Service GmbH in Meinerzhagen nachgefragt.

Die Firma wurde vor mehr als 15 Jahren gegründet und ist auf Solaranlagen spezialisiert. „Durch das Förderprogramm haben wir vielleicht zehn Aufträge mehr bekommen“, erzählt Katja Rehwoldt, Geschäftsführerin und Tochter von Rainer Orth. Der Andrang bei vorherigen Förderprogrammen sei wesentlich größer gewesen. Ein Grund seien die technischen Probleme bei der Antragstellung gewesen. „Viele Kunden wissen noch nicht, ob sie eine gültige Zusage haben, da das Programm immer wieder abgebrochen ist“, sagt Rehwoldt. Zusätzlich muss die Kombination aus allen Komponenten stimmen.

Gefördert wir nur eine gesamte Anlage, alles vom selben Hersteller. „Wer schon eine Photovoltaikanlage hat, profitiert nicht davon“, erklärt sie. Das E-Auto muss vorhanden sein, und eine Photovoltaikanlage, ein stationärer Stromspeicher und eine Wallbox (Lademöglichkeit) müssen als Gesamtpaket neu installiert werden.

Rainer Orth und Katja Rehwoldt sind Geschäftsführer der Firma Rainer Orth Service GmbH und Vater und Tochter. Der Betrieb ist seit mehr als 15 Jahren auf die Installation von Solaranlagen spezialisiert. In diesem Jahr haben sie viel mehr Anlagen installiert als noch in 2022.

Grundsätzlich aber findet Katja Rehwoldt Förderprogramme des Staates gut. „Lohnen würde sich die Förderung der reinen Photovoltaikanlage. Das gab es bisher noch nicht“, meint die Geschäftsführerin.

Unabhängig von dem aktuellen Förderprogramm habe es in diesem Jahr aber einen besonders großen Boom bei Solaranlagen gegeben. „Normalerweise installieren wir zwischen 150 und 180 Anlagen. In diesem Jahr waren es um die 370“, berichtet Rehwoldt. Wer sich für eine Solaranlage entscheidet, muss von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme mit ungefähr zehn Wochen rechnen, preislich mit ungefähr 20 000 Euro. Dabei eigne sich nicht jedes Dach für eine Anlage. „Wenn zum Beispiel eine Halle mit Asbestdach hat, dann funktioniert es nicht. Auch ein Schieferdach ist nicht geeignet, weil die Platten kaputt gehen würden“, informiert die Expertin. Außerdem sollte die Gesamtfläche mindestens 30 Quadratmeter umfassen. Das entspricht zwölf bis 15 Modulen. „Unter fünf Kilowatt-Peak lohnt es sich nicht“, fährt Rehwoldt fort.

Wer sich für die Installation einer Solaranlage entscheidet, sollte das richtige System für sich finden. „Dafür sollte man nicht nur die preislichen Angebote vergleichen, sondern alle Komponenten“, erklärt sie. „Man sollte sich über den Anbieter schlau machen und auch die Garantien vergleichen“, gibt Katja Rehwoldt als Tipp mit auf den Weg.

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