VonArmin T. Linderschließen
Seine jahrelange Suche scheint nun ein Ende zu haben: Ein junger Mann ist wohl in NRW auf etwas gestoßen, dem er schon länger auf der Spur war.
Köln – Sogenannte Lost Places üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Das kann schon einfach ein seit vielen Jahren geschlossener Gasthof sein, der von Natur überwuchert ist. Auch in Bayern gibt es viele dieser Orte. Kim Phillip Brosien (35) aus dem Oberbergischen Kreis in der Nähe von Köln/NRW (mehr Köln-News bei 24RHEIN) hat sich auf besondere Plätze spezialisiert. „Ich suche überwiegend Bergwerke aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, die vergessen wurden europaweit, dazu oft Bunker aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg“, erklärt er IPPEN.MEDIA: „Also man kann sagen: Alles, was unter den Füßen von Wanderern und Häusern schlummert.“
„Seit mehr als fünf Jahren weiß ich, dass es ihn gibt“: Kim aus NRW findet wohl Bergwerksstollen
In einem Fall ist er nun wohl fündig geworden und informiert darüber mit so euphorischen wie kryptischen Worten über seine Facebook-Seite „Vergessene Zeiten und Orte in NRW“. Er schreibt: „Seit mehr als fünf Jahren weiß ich, dass es ihn gibt. Viele Suchen ergaben nie einen Fund. Seit einem Jahr fahre ich täglich her und habe zwar ein anderes Loch entdeckt etwas weiter oben, aber jetzt sollte es doch endlich gelungen sein. Demnächst direkt mal inspizieren.“ Dazu gibt es zwei Fotos, eines davon mit einem weißen Kringel.
Hobby-Abenteurer vermutet hinter Loch in NRW „ein Bergwerk aus dem 18. Jahrhundert“
Eine Nutzerin stellt die naheliegende Frage: „Dass es wen gibt?“ Sie bekommt prompt eine knappe Antwort: „Einen Bergwerksstollen.“ Detaillierter wird Brosien gegenüber unserer Redaktion: Er vermute dort „ein Bergwerk aus dem 18. Jahrhundert, hier wurde Eisenerz abgebaut.“ Ganz in der Nähe gebe es bereits ein Bergwerk, nur 1,30 Meter im Mittel hoch, dort sollen seinen Informationen zufolge einst Kinder gearbeitet haben. „Ähnlich vermute ich auch den gesuchten Stollen.“ Er suche danach tatsächlich seit fünf Jahren. Damals habe er ein Buch gelesen „über den Bergbau im Oberbergischen und Umgebung. Viele nützliche Hinweise, die Anhaltspunkte bieten und neugierig machen.“
Der 35-Jährige suche „generell sehr lange nach Bergwerken im heimischen Gefilde, da ich die Heimatkunde, Geschichte und Relikte sehr schätze.“ Die Lost-Place-Sache betreibe er als Freizeitbeschäftigung „schon ein paar Jährchen“, erklärt Brosien, „oft mit Kollegen wegen Sicherheit und Planung. Zum Beispiel gibt‘s Bergwerke, die nur durchschwommen werden können. Manche können nur durch Buddeln erreicht werden oder sind eben einfach ein Loch im Waldboden.“ In letztere Kategorie fällt wohl die jüngste Entdeckung.
Wie diese wohl von innen aussieht? Viele sind gespannt, das zeigen die mehr als 100 „Gefällt mir“-Angaben für seinen Beitrag bei Facebook (Stand: 19. März 2024). Ein User schreibt: „Na dann Messgerät an die Hand und Glückauf.“ Bis Brosien das Loch genauer in Augenschein nehmen kann, könnte es noch dauern. Ihn plage aktuell ein Rückenleiden. Aber es nimmt ihm auch keiner weg. Denn wo genau der potenzielle Stollen im Oberbergischen Kreis liegt, verrät er nicht. Wer Brosien bei Facebook anschreibt, bekommt erst mal eine automatische Antwort: „Solltest du jedoch nach Koordinaten gefragt haben oder Adressen, so wird deine Nachricht sofort gefiltert. Wir geben nichts preis.“
Achtung, nicht einfach nachmachen! Lost Places bergen viele Gefahren
In seine Fußstapfen als Hobby-Abenteurer an Lost Places sollte ohnehin nicht jeder steigen. Denn zum einen ist da der Sicherheitsaspekt, verlassene Orte können gefährliche Gegenstände bergen oder einsturzgefährdet sein. Und nicht nur das: Brosien verweist auf „gefährliche Gase, die oft im Altbergbau schlummern. Ohne Messgerät keine Erkundung!“
Zum anderen sollte man sich zwingend schlaumachen, ob man keine Gesetze bricht, nicht nur, weil man auf Privatgrund vorstoßen und Hausfriedensbruch begehen könnte. „Selbst die heruntergekommenste Ruine hat meistens noch einen Eigentümer“, drückt es ein Nutzer auf gutefrage.net schön aus. Besonders beeindruckende Lost Places in Europa finden Sie hier. (lin)
Rubriklistenbild: © privat
