- VonFrank Osiewaczschließen
Karsten Weymann lädt zum Termin an Heilig-Geist ein, weil ihn die Vermüllung rund um die Kirche nervt. Er fordert den Eigentümer zum Handeln auf. Der Investor bekräftigt im Gegenzug sein Bauvorhaben.
Hamm – Karsten Weymann, Bürgermeister und Grünen-Ratsherr, hat die Faxen dicke: In seiner Rolle als Bürgermeister fordert er den Eigentümer und Investor der Heilig-Geist-Kirche in einem offenen Brief auf, das Müllproblem auf dem Gelände an der Taubenstraße in Hamm-Mitte anzugehen und ernsthaft Abhilfe zu schaffen. Kurzfristig hat Weymann für Mittwoch, 22. März (16 Uhr), zu einem Ortstermin eingeladen. Investor Christof Draheim von der Draheim living GmbH hat diese Einladung persönlich allerdings nicht erreicht.
Was die Entwicklung des Geländes betrifft, geht Weymann im Gespräch mit unserer Zeitung noch einen großen Schritt weiter. Er stellt zur Diskussion, dem Investor das Grundstück abzukaufen und als Stadt die Entwicklung in die Hand zu nehmen. Es gelte nicht nur, das Kirchengelände und den Abriss und Umbau zu Wohnraum in den Blick zu nehmen, sondern das Umfeld mit Bunker und den ehemaligen Gastronomiebetrieben (Syrtaki, Sedan-Eck) gleich mit.
„Der Bereich säuft hier gerade etwa ab“
„Dieser Bereich säuft hier gerade etwas ab“, sagt Weymann. In der Perspektive Innenstadt 2030 ist der Knotenpunkt Feidik-, Sedan- und Taubenstraße einmal als neue Quartiersmitte beschrieben worden. Davon sei man aktuell weit entfernt, sagt Weymann.
Entscheidenden Anteil daran habe Draheim mit seinem Bauvorhaben. 49 Wohneinheiten, teils öffentlich gefördert, sah die Planung vor. Der Entwurf stammt vom Büro Berghaus Architekten aus Hamm, das unter anderem die Haldenzeichen und den neuen Aussichtspunkt an der Münsterstraße entwickelt hat. „Es gab immer wieder Ankündigungen zum Bau, aber nichts ist passiert“, sagt Weymann. Der Zustand sei so nicht mehr haltbar.
Offener Brief an Eigentümer
In dem offenen Brief konzentriert sich Weymann allerdings auf das Müllproblem. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass das Außengelände dieser Immobilie zunehmend verdreckt. Dort lagern zurzeit Hausmüll und verschiedene andere Arten von Müll. (...) Durch Ihre augenscheinliche Passivität verkommt das gesamte Areal in der südlichen Innenstadt zunehmend.“
Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Christof Draheim, eine schriftliche Einladung habe ihn nicht erreicht, auch kein Anruf Weymanns. In Hamm habe er jemandem quasi den „Dauerauftrag“ erteilt, das Gelände im Blick zu haben und von Unrat zu befreien. Das geschehe auch. Zudem seien Rattenköder ausgelegt worden.
Planung bleibt bei 49 Wohnungen
Weit interessanter: Draheim will an dem Projekt festhalten. „Wir haben schon viel in die Planung investiert und wollen hier auch bauen“, sagt der Investor. Es bleibe bei 49 Wohnungen, ein Teil werde verkauft, der andere Teil vermietet. Ob geförderter Wohnraum, wie ursprünglich geplant, darunter ist, sei momentan nicht entschieden. Und wann geht es los? Voraussichtlich sehr bald, doch noch einmal will sich Draheim nicht auf ein Datum festlegen. „Dann werde ich genau daran gemessen“, sagt er. In jedem Fall wolle er den Abbruch jetzt zügig in Angriff nehmen.
Zum Ortstermin hat Karsten Weymann die Bezirksvertreter der BV Mitte, Dezernent Volker Burgard und auch Bürger eingeladen. Beginn ist um 16 Uhr.