Langer Leerstand

Büros statt Blumen: Nachnutzer für Kley-Gelände gefunden

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So wird es nicht bleiben: An Stelle des seit Jahren leeren Gartencenters soll ein Büro-Komplex entstehen.
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Auf dem Gelände des früheren Gartencenters Kley an der Werler Straße soll bis 2025 ein drei- bis viergeschossiger Bürokomplex entstehen. Ein großer Mieter soll auch schon feststehen.

Hamm – Die Autobahn GmbH könnte eine neue Heimat in Berge finden. Nach Informationen unserer Zeitung soll die westfälische Zentrale der bundeseigenen Gesellschaft auf dem Gelände des früheren Gartencenters Kley angesiedelt werden – genau gegenüber der stadtbekannten McDonalds-Filiale.

Die Autobahn GmbH hatte 2021 den Betrieb aufgenommen, die 400 Mitarbeiter in Hamm sind derzeit auf drei Standorte im Stadtgebiet verteilt. Eigentlich sollte die Gesellschaft einen Neubau am Hauptbahnhof beziehen; die Pläne zerschlugen sich jedoch im Dezember. Das Grundstück war den Autobahnleuten zu klein und hätte zu wenig Stellfläche für die zahlreichen Dienst- und Spezialfahrzeuge geboten.

Bebauungsplan wird gerade erstellt

Deshalb kommt nun das Gelände an der Kreuzung von Dr.-Loeb-Caldenhof-, Ostdorf- und Werler Straße in Berge ins Spiel. Dort plant die Balance Office Building AG (BOB) aus Aachen den Bau eines drei- bis viergeschossigen Bürogebäudes. Ein Bebauungsplan wird gerade erstellt, im Sommer 2023 könnte dort nach Angaben der Stadt Baurecht herrschen. Bei BOB geht man von einem Bezug des fertiggestellten Gebäudes 2025 aus.

Dass dort die Autobahngesellschaft einzieht, gilt in der Lokalpolitik als ausgemacht. Lob für die Ansiedlung gab es jüngst in der Bezirksvertretung (BV) Rhynern aus dem Mund des SPD-Fraktionsvorsitzenden Harald Lemm; weitere BV-Mitglieder bestätigten dem WA das Vorhaben.

Die Gesellschaft

Die bundeseigene Autobahn GmbH plant und unterhält das deutsche Autobahnnetz. Die Niederlassung Westfalen in Hamm ist auch für Teile von Hessen und Niedersachen zuständig. Standorte in Hamm sind derzei an Lilienthalstraße, Marker Allee und Otto-Krafft-Platz.

Vermarktung hat noch nicht begonnen

Die direkt Beteiligten geben sich etwas zugeknöpfter. Autobahn-Sprecher Bernd Löchter wollte den Umzug nach Berge weder bestätigen noch dementieren. Es gebe derzeit zwar Planungen für einen neuen Standort in Hamm, die Entscheidung treffe aber der Aufsichtsrat in Berlin.

BOB-Sprecher Volker Zappe zufolge gibt es bisher keinen Ankermieter für das geplante Gebäude; die Vermarktung habe auch noch nicht begonnen. Stadtsprecher Lukas Huster wollte den Standort für die Autobahn GmbH ebenfalls nicht bestätigen; das Vorhaben in Berge sei ein Investorenprojekt auf dem Büroimmobilienmarkt.

8100 Quadratmeter Mietfläche

Beim Projektentwickler sind die Planungen aber weit genug vorangegangen, um eine erste Vorstellung des Neubaus zu vermitteln. Der Entwurf stammt von den Architekten Ruprecht Melder, Jens Siegfried und Andrew Mackay, die in der Düsseldorfer Niederlassung des international tätigen Architekturbüros Chapman Taylor tätig sind. Es geht um eine gesamte Mietfläche von 8 100 Quadratmeter und 150 Autostellplätze, 76 davon mit Ladestation. Wie die Fassade aussehen wird, steht BOB-Sprecher Zappe zufolge aber noch nicht fest.

Das 2013 gegründete Unternehmen baut derzeit bundesweit an neun Standorten Bürogebäude und setzt dabei vor allem auf den Faktor Nachhaltigkeit und Klimaneutralität. Bauweise und gehobene Ausstattung sind weitgehend standardisiert. Mit Fotovoltaik und Geothermie soll die Energie für Heizung und Kühlung der Gebäude selbst erzeugt werden. Modellcharakter hat Zappe zufolge ein vor 20 Jahren am Firmensitz Aachen errichtetes Bürohaus.

In der Politik war die Errichtung von einem Bürogebäude nicht bei allen auf offene Ohren gestoßen. Schon 2019 war auf den Beginn von Baumaßnahmen gehofft worden.

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