CDU liegt nur knapp vor der AfD

Meinerzhagen: AfD-Hochburg setzt noch einen drauf

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79 Prozent Wahlbeteiligung: Im Wahlbezirk 010 Stadtwerke wurden am Sonntagabend bis in die Abendstunden die Stimmen ausgezählt.
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Die AfD festigt ihren Status als AfD-Hochburg in Meinerzhagen. Nur knapp hinter der CDU, hat die Partei ihre Stimmenanzahl nahezu verdoppelt. Eine hohe Wahlbeteiligung unterstreicht die politische Mobilisierung.

Meinerzhagen - Der Winterwahlkampf endete am Sonntag mit einem Tag, der nach Frühling roch und Hoffnung aufkommen ließ. Das Ergebnis der Bundestagswahl 2025 aus Meinerzhagen zeigt jedoch, dass kalte Tage anbrechen.

Die AfD ist die zweitstärkste Kraft in der Volmekommune, die ihrem bereits 2021 erlangten Namen AfD-Hochburg damit einmal mehr gerecht wird. Nur wenige Prozente trennen die CDU von der AfD. Während die Christdemokraten 30,01 Prozent erhielten, gab es für die Alternative für Deutschland 28,49 Prozent. Ein Unterschied von anderthalb Prozent. Bei der vergangenen Bundestagswahl 2021 erhielt die AfD 12,77 Prozent, 22,48 Prozent im Bezirk „CA Vending Krugmann“. Dieses Jahr haben sich die Zahlen nahezu verdoppelt. Im Hochburg-Bezirk sind es 42 Prozent. Im Bezirk „Schulzentrum Rothenstein“ sind es sogar 40 Prozent. Alle anderen Parteien bleiben einstellig. Die Grünen erhalten 7,63 Prozent, Die Linke 5,24, die FDP 3,82 und das BSW 4,96 Prozent.

Meinerzhagen, Bundestagswahl, Erstwähler Nick Simon, 18 Jahre

„Extrem hohe Wahlbeteiligung“

Die Wahlbeteiligung ist bei Bundestagswahlen ohnehin immer hoch, doch am Sonntag waren die Zahlen „extrem hoch“, wie Meinerzhagens Wahlleiter Helmut Klose sagte. Im Wahllokal 010 Stadtwerke staunten Klaus Scharf und Uwe Clemens nicht schlecht. „So viel wie noch nie“, sagte Wahlvorsteher Uwe Clemens. 40 Jahre sind die beiden Meinerzhagener schon Wahlhelfer, aber solch eine hohe Beteiligung haben sie noch nie erlebt. Bereits um 14.30 Uhr waren bereits 70 Prozent der Wählerinnen und Wähler gekommen. Um 18 Uhr konnte das Team sagen: „Wir sind bei etwa 79 Prozent.“

Zwischenfälle habe es nicht gegeben, wie Helmut Klose sagte. Aus dem Stadtwerke-Wahllokal meldete man nur einen Vorfall: In der Wahlkabine wurde ein „blauer Aufkleber“, der dazu animierte, die AfD zu wählen, aufgeklebt. Wahlwerbung in der Nähe eines Wahllokals ist verboten, „dementsprechend wurde er entfernt, wie jeder andere Sticker auch entfernt worden wäre“, hieß es vom Wahlhelfer-Team.

Erika Neufuth wählte „für den Frieden“, wie sie sagte.

Etwa ein Drittel aller Wahlberechtigten nutzte die Briefwahl. Hatte man am Freitag Sorge, dass nicht mehr alle Stimmzettel ankommen, konnte Helmut Klose am Sonntag Entwarnung geben. Die Briefkästen mussten am Wahltag mehrfach geleert werden, einige Wähler gaben ihre Stimmzettel noch persönlich ab.

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