Vor allem Goethestraße

Zu viel Straßenbau in Hamm? Diese Baustellen stehen an - Partei will Projekte verschieben

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Wird in Hamm zu viel gebaut? Im Sommer stehen viele weitere Baustellen an. Die CDU will einige Projekte verschieben.

Hamm – Über kaputte Straßen wird gerne geschimpft. Über Baustellen auch. Mit denen ist zwar das Versprechen von freier Fahrt über glatte Fahrbahnen verbunden; erstmal bringen sie aber Sperrungen, Staus und Umleitungen mit sich. Und genau davor warnt jetzt die CDU: Die zahlreichen Straßenbauprojekte im Sommer könnten den Verkehr in Hamm massiv stören; die Stadt möge die eine oder andere Maßnahme lieber schieben oder streichen. Ganz besonders den Rückbau der Goethestraße, den die Union vor Jahren noch gut fand.

CDU möchte in Hamm Bauprojekte verschieben - vor allem Goethestraße

Man sei natürlich nach wie vor eine Partei des Straßenbaus, schickt der Ratsfraktionsvorsitzende Ralf Steinhaus seiner Mitteilung voraus. Und man wisse ja auch, dass man Straßen nicht im Himmel bauen und dann einfach über die Stadt legen könne. Aber: „Angesichts der Vielzahl der beschlossenen Straßenprojekte befürchten wir eine hohe Belastung aller Verkehrsteilnehmer“, so Steinhaus. „Insbesondere in der Innenstadt kann es trotz guter Planung und Taktung durch Tiefbauamt und Baudezernat schwierig werden.“ Man appelliere an die Ampel-Parteien, den Zeitplan im Interesse aller Verkehrsteilnehmer zu entzerren.

Zu viele Baustellen in Hamm? Diese Straßenbauarbeiten stehen im Sommer an

In der Tat steht Hamm ein intensiver Bau-Sommer bevor: Nachdem die Adenauerallee am 11. Mai nach gut eineinhalbjähriger Bauzeit freigegeben wird, geht es an anderer Stelle in dichtem Takt weiter:

  • Ahornallee / Eschenallee / Ludwig-Erhard-Straße (Mai und Juni)
  • Am Stadtbad/Sedanstraße/Südring (ab Juli für ein Jahr)
  • Fährstraße (Juni bis August)
  • Goethestraße (Juni bis April 2025)
  • Goethestraße/Südring (Mai bis Juli)
  • Hellweg (ab Herbst)
  • Heßlerstraße (2. Jahreshälfte)
  • Kleine Alleestraße (Sommerferien)
  • Museumsstraße (Oktober bis April)
  • Westentor (ab Juni für ein Jahr
  • Wilhelmstraße (Sommerferien)

Das Bauvolumen ist eindrucksvoll, aber nicht ohne Vorbild: 2014 waren es beispielsweise 21 Baustellen, die das Verkehrsgeschehen störten; darunter ebenfalls die Goethestraße. Im Jahr darauf waren es 15 Maßnahmen dieser Art. Kritik gab es immer: Sie sei „erschrocken von dem massiven Unverständnis“ in Teilen der Bevölkerung, sagte die damalige Stadtbaurätin Rita Schulze Böing 2011. „Erst beschweren sich die Menschen über die Schlaglöcher, und wenn wir sie dann reparieren, ist es auch falsch.“

Viele Baustellen in Hamm: Goethestraßen-Umbau ist umstritten

„Ein politisches und ideologisches Projekt“ – so bezeichnet der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Ralf Steinhaus den Umbau der Goethestraße.

Ralf Steinhaus weiß, dass viele Projekte nötig und zeitlich terminiert sind. Es gebe aber eines, das sich schieben lasse, nämlich der Umbau der Goethestraße: „Hierbei handelt es sich bekanntlich um ein politisches und ideologisches Projekt, auf dem die Ampel und insbesondere die Grünen ohne jegliche sachliche Notwendigkeit bestehen“, so Steinhaus. „Das kann auch zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden.“

Allerdings lag der Goethestraßen-Umbau vor Jahren noch auf CDU-Linie. Solches forderte Wolf Köhler, Bezirksvorsteher in Mitte, 2013 beim Stadtbezirksempfang. 2020 versprach Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, ebenfalls beim Stadtbezirksempfang, mehr Platz für Radfahrer – und zwar auf der Goethestraße. 2014 hatten CDU und SPD im Stadtbezirk den Straßenzug als Allee im Koalitionsvertrag stehen. So weit gehen die Pläne der Ampel nicht.

Rubriklistenbild: © mross

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