VonMirjam Ratmannschließen
Die Essener Straßenbahnlinie 105 soll in Zukunft direkt zum Centro Oberhausen fahren. Und ein weiterer Plan wird die Neue Mitte deutlich anders aussehen lassen.
Essen/Oberhausen – 14.000 Parkplätze bietet das Shopping- und Erlebniscenter „Neue Mitte“ in Oberhausen aktuell seinen Besucherinnen und Besuchern an, das Centro ist Teil davon. Nicht nur am Wochenende kann es im Parkhaus vom Centro Oberhausen extrem eng und stressig werden – und am Abend gibt an den Ausfahrten oft lange Staus.
Centro Oberhausen: Maßnahme soll Verkehrschaos entwirren
Ein neuer Plan könnte die Verkehrssituation am Centro deutlich entzerren: Die Stadt Oberhausen möchte, dass die Straßenbahnlinie 105 künftig vom Essener Hauptbahnhof direkt bis zum Centro durchfährt. „Dafür wird die aus Essen kommende Linie 105 bis zur Neuen Mitte verlängert, wo sie auf die Linie 112 von Oberhausen nach Mülheim trifft“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Oberhausen.
Im Detail bedeutet das: Die Straßenbahnstrecke der Linie 105 würde bis zur Essener Straße in Oberhausen erweitert werden. In die andere Verkehrsrichtung soll dann ebenfalls eine Strecke von der Essener Straße bis zur derzeitigen Endhaltestelle der 105, der Unterstraße, gebaut werden.
Linie 105 von Essen nach Oberhausen: Neue Strecke soll 3,3 Kilometer lang sein
Derzeit endet die 105, kommend aus Essen-Rellinghausen, in Essen-Frintrop – rund 2,5 Kilometer vor dem Centro. Die neuen Pläne würden es Besucherinnen und Besuchern nicht nur ermöglichen, direkt mit der Bahn zum Einkaufszentrum zu fahren. Sie wären dann ebenso besser an die Rudolf-Weber-Arena, das Sea Life Aquarium, das Gasometer oder den Aquapark angebunden, die sich alle in der „Neuen Mitte“ befinden.
Diese Neubaustrecke soll insgesamt 3,3 Kilometer betragen, 3 Kilometer davon werden auf das Oberhausener Stadtgebiet entfallen. „Diese Straßenbahnverbindung ist nicht nur ein kommunales Oberhausener Projekt, vielmehr handelt es ich um einen regionalen Lückenschluss für das gesamte Netz des westlichen Ruhrgebiets,“ heißt es vonseiten der Stadt Oberhausen.
Zukunftspläne für Neue Mitte 4.0 und Centro Oberhausen
Wann es möglich sein wird, von Essen zum Centro nach Oberhausen durchzufahren, ist allerdings noch völlig offen. „Es gibt keinen genauen Fahrplan“, sagte ein Sprecher der Stadt Oberhausen auf Nachfrage. „Die Pläne dafür müssen erst noch durch verschiedene Gremien durch.“ Erst, wenn diese Abstimmungsprozesse abgeschlossen wären, könne man Genaueres sagen.
Hintergrund für die Streckenerweiterung dürfte der Masterplan für die „Neue Mitte 4.0.“ sein. Geplant ist, dass auf dem Gelände rund um das Centro in den nächsten Jahrzehnten Wohnraum für etwa 3.800 Menschen entstehen soll. Außerdem sind eine Grundschule und zwei bis drei Kindergärten angedacht.
Centro Oberhausen setzt auf neue Konzept
Die Stadtplaner haben dafür vor allem die historischen Siedlungen Grafenbusch am westlichen und Ripshorst am östlichen Ende des Areals sowie das ehemalige Newag-Gelände und den östlichen Bereich des Stahlwerksgeländes als mögliche Orte für Wohnquartiere ins Auge gefasst. Für die potenziellen Bewohnerinnen und Bewohner soll das Gelände besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar gemacht werden.
Derweil setzt das Centro Oberhausen auf ein neues Konzept: Künftig will das Shoppingcenter auch auf Wellness setzen, zuletzt hat die deutschlandweit größte Filiale des Beautylabels Jolifin im Einkaufszentrum eröffnet.
Rubriklistenbild: © Oliver Blobel/Handout

