Todesfälle vor der Kommunalwahl in NRW – mindestens fünf AfD-Kandidaten verstorben
VonAnnika Ketzler
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Svenja Jesse
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NRW steht vor den Kommunalwahlen. Für Wirbel sorgen jetzt plötzliche Todesfälle in mehreren Städten – mindestens fünf AfD-Kandidaten sind nicht mehr am Leben.
Update vom 2. September, 9 Uhr: Nachdem am Montag bekannt wurde, dass vier AfD-Kandidaten vor der Kommunalwahl in NRW überraschend verstorben sind, wurde am Tag darauf bekannt, dass mindestens ein weiterer Kandidat der AfD verstorben ist. Aus einem Beitrag der AfD Kreis Oberberg geht hervor, dass es sich um René Herfort handelt, der bereits Ende Mai verstarb. Der 53-Jährige habe bei der kommenden Kommunalwahl auf der Reserveliste und als Direktkandidat in einem Wahlkreis kandidiert. Laut Medienberichten starb er an einer Vorerkrankung. Zudem gibt es Berichte über den Tod eines weiteren AfD-Kandidaten, eine offizielle Bestätigung liegt hier allerdings nicht vor.
Die Todesfälle der Parteikandidaten sorgten in den sozialen Medien bereits für Spekulationen. Bereits am Sonntag teilte Parteivorsitzende Alice Weidel auf X, ehemals Twitter, einen Post, in dem es hieß, die Häufung sei „statistisch fast unmöglich“.
AfD-Kandidaten vor der Kommunalwahl in NRW verstorben – Polizei: Kein Fremdverschulden
Ein Sprecher der Landeswahlleiterin teilte auf Anfrage der dpa mit, dass auch Kandidaten anderer Parteien und Wählervereinigungen nach ihrer Aufstellung zu den Wahlen gestorben sind. Zehn Todesfälle seien bekannt, vier davon beträfen die AfD. Und auch die Polizei reagierte auf die Spekulationen und teilte mit, dass in den Fällen kein Fremdverschulden vorliegt.
Die jüngsten Todesfälle haben Auswirkungen auf die Wahl am 14. September. Bereits per Briefwahl abgegebenen Stimmen in den betroffenen Wahlbezirken sind ungültig, neue Kandidaten nominiert und neue Wahlzettel erstellt werden müssen.
Update vom 1. September, 17.30 Uhr: Nach Angaben der Polizei gebe es bei den vier unerwartet verstorbenen AfD-Kommunalwahlkandidaten in keinem Fall Hinweise auf ein Fremdverschulden. Das haben die jeweiligen Polizeibehörden auf dpa-Anfrage mitgeteilt. Es seien zudem nicht die einzigen Todesfälle vor der Kommunalwahl am 14. September.
Im Fall von Stefan Berendes, AfD-Kandidat für den Stadtrat in Bad Lippspringe, sagte die Polizei in Paderborn der dpa, es gebe keine Anzeichen für ein Fremdverschulden und deswegen auch keine weiteren Ermittlungen. Zur genauen Todesursache halte man sich aus Persönlichkeitsgründen bedeckt.
Tote AfD-Kandidaten nicht die einzigen in NRW: Keine Hinweise auf Fremdverschulden
Im Fall von Wolfgang Seitz, AfD-Kandidat in Rheinberg, hatte die Polizei ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. „Das ist aber nichts Besonderes, sondern Standard, wenn die Todesursache zunächst unklar ist“, erläuterte ein Polizeisprecher in Wesel der dpa. Bei dem Verfahren hätten sich dann keine Hinweise auf eine Straftat oder ein Fremdverschulden ergeben.
Bei Wolfgang Klinger, AfD-Kandidat in Schwerte, teilte die Polizei im Kreis Unna mit, der Kommunalwahlkandidat sei eines natürlichen Todes verstorben. Auch im Fall von Ralph Lange, AfD-Kandidat in Blomberg, schilderte die Polizei in Bielefeld, es liege eine natürliche Todesursache vor.
Nicht nur die AfD ist von Todesfällen ihrer Kandidaten vor der Kommunalwahl betroffen: Nach Angaben der dpa seien der Landeswahlleiterin insgesamt zehn Todesfälle bekannt. In Hellenthal in der Eifel verstarb Kommunalwahlkandidat Karl Reger von den Grünen. In Bad Münstereifel kann SPD-Kandidatin Eleonore Jüssen nicht mehr zur Wahl antreten, wie die Stadt mitgeteilt hatte
Chaos vor der Kommunalwahl in NRW – vier AfD-Kandidaten sind plötzlich tot
[Erstmeldung] Hamm – Am 14. September wird in NRW gewählt. Wer es an dem Tag nicht ins Wahllokal schafft, hat die Möglichkeit Briefwahl zu beantragen. Einige Briefwähler der Kommunalwahl in NRW müssen ihre Briefwahl jetzt allerdings wiederholen. Der Grund: zehn Kandidaten sind unerwartet vor der Wahl verstorben.
So melden die Städte Bad Lippspringe, Blomberg, Rheinberg und Schwerte den Tod einer ihrer Kommunalwahl-Kandidaten. Alle vier Verstorbenen gehörten den lokalen AfD-Fraktionen an. Für die Wahl am 14. September bedeutet das, dass die bereits per Briefwahl abgegebenen Stimmen in den betroffenen Wahlbezirken ungültig sind, neue Kandidaten nominiert und neue Wahlzettel erstellt werden müssen. Und das zwei Wochen vor der Wahl.
Vier AfD-Kandidaten vor Kommunalwahl plötzlich verstorben
Die Stadt Rheinberg gab bereits am 20. August den Tod des AfD-Kandidaten Wolfgang Seitz bekannt. Er war im Stadtwahlbezirk 2.0 und im Kreiswahlbezirk 8 aufgestellt. In einem kurzfristig anberaumten Wahlausschuss wurden an seiner Stelle zwei neue Kandidaten der AfD für die Kommunalwahl am 14. September nominiert. Wolfgang Sarres wurde als Kandidat für den Wahlbezirk 2.0 zugelassen. Für den Kreiswahlbezirk 8 ist als Ersatzkandidat Klaus Stolzke durch den Kreiswahlausschuss zugelassen worden, teilt die Stadt in einer Mitteilung mit. Die neuen Briefwahlunterlagen sollen am 1. September versendet werden, so die Stadt.
Auch die Stadt Schwerte muss nach dem Tod eines Kandidaten kurzfristig neue Wahlunterlagen erstellen und versenden. „Völlig überraschend verstarb Wolfgang Klinger am 19. August 2025. Er war im Wahlbezirk Schwerte Mitte V Ratskandidat der AfD“, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Rund 200 Menschen hatten bereits ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Diese sind nun ungültig.
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Da die AfD mit Manfred Schneider rechtzeitig einen Ersatzkandidaten bestimmen konnte, wird die Wahl am 14. September ganz normal stattfinden können. Allerdings nur mit den erneuerten Wahlzetteln. Wichtig für die Wähler: Durch die Todesfälle und die dadurch ausgelöste Nachwahl sind alle (bis zu fünf) Wahlzettel ungültig. Ganz egal, ob man sein Kreuz bei dem betroffenen Kandidaten oder einem der anderen gesetzt hatte.
Ähnliche Nachrichten gibt es auch aus Blomberg (Kreis Lippe) und Bad Lippspringe. Auch hier sind kurz vor der Wahl Kandidaten der AfD verstorben. Ralph Lange war Direktkandidat der AfD im Wahlbezirk 016 (Blomberg), Stefan Berendes hatte sich von der AfD zur Wahl des Stadtrates aufstellen lassen. Für beide Kandidaten hatte es im Vorfeld keine Ersatzbewerber gegeben, sie müssen nun nachnominiert werden.
Briefwahlunterlagen müssen neu verschickt werden
„Die betroffenen Personen [Anm. der Redaktion: 133 Personen] erhalten anschließend automatisch neue Briefwahlunterlagen. Diese können aller Voraussicht nach ab Montag, 8. September, verschickt werden“, heißt es von der Stadt Bad Lippspringe. Eine knappe Geschichte, denn wer seine ausgefüllten Wahlunterlagen per Post verschicken möchte, sollte dies bis zum 11. September tun. Nur dann garantiert die Post die rechtzeitige Zustellung.
Die plötzlichen Todesfälle der AfD Kandidaten sorgen in den sozialen Medien für Spekulationen. So teilte AfD-Politikerin Alice Weidel auf der Plattform X einen Beitrag von Ökonom Stefan Homburg. Er bezeichnet die vier Todesfälle als „statistisch fast unmöglich“ und heizt damit Spekulationen an.
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