Kurioser Unfallort

„Da rechnet man nicht mit einem Unfall“: Auto überschlägt sich am Möhnesee mitten im Wald

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Der Wagen überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen.
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Verkehrsunfall an besonders ungewöhnlicher Stelle: Ein Auto überschlug sich am Freitagabend mitten im Wald am Möhnesee. Wie die Feuerwehr ihn trotzdem schnell fand.

Möhnesee – Mitten im Arnsberger Wald am Möhnesee überschlug sich am Freitagabend, 5. September, ein Autofahrer mit seinem Wagen. Gegen 19.15 Uhr wählte er laut Polizeiangaben den Notruf und rief Hilfe. Dabei hatte er gleich doppeltes Glück – zum einen, dass er Handynetz hatte, zum anderen, dass die Soester Rettungsleitstelle ihn orten konnte.

Wie eine Polizeisprecherin erklärte, war der 25-jährige Autofahrer aus dem hessischen Bad Emstal auf einem geschotterten Waldweg, dem Freienohler Weg, unterwegs, der eigentlich „für den Fahrzeugverkehr gesperrt“ ist. Angeblich, so der Autofahrer gegenüber der Polizei, habe er sich den Wildpark Völlinghausen ansehen wollen. Der war jedoch zwei Kilometer Luftlinie entfernt, als er in einer scharfen Linkskurve vom Weg abkam, die Kontrolle verlor und sich überschlug.

Unfallort zwischen Rißmecke und Neuhaus

Bei dem Crash zog er sich glücklicherweise nur leichte Verletzungen zu und konnte den Notruf aus eigener Kraft wählen. Die Leitstelle ortete den Unfallfahrer während des Notruf-Telefonats und schickte den Einsatzkräften die Koordinaten der Unfallstelle auf die Navis in den Fahrzeugen. „So haben wir den Unfallort schnell gefunden, das war ein sehr gutes Zusammenspiel mit der Leitstelle“, erklärte Möhnesees Feuerwehr-Chef Christian Böddeker. Der Unglücksort lag südlich des Wanderparkplatzes Rißmecke zwischen Rißmecke und Neuhaus.

Die Feuerwehr leuchtete den Unfallort im Wald aus.

Die Feuerwehr kennt sich damit aus, Unglücksorte im Wald zu suchen und zu finden: Gestürzte Radfahrer, verirrte Wanderer, Vegetationsbrände – hat es alles schon mehrfach gegeben. Aber ein Verkehrsunfall an dieser Stelle? „Da rechnet man nicht mit einem Unfall, weil man da nicht mit Verkehr rechnet“, erklärte Böddeker. Deshalb wurden vorsorglich die Quads des Kreises Soest angefordert, von dem eins in Günne und eins für gewöhnlich in Geseke, aber derzeit wegen der Montgolfiade in Warstein steht. Aus Warstein machte sich die Quad-Besatzung dann mit Blaulicht und Martinshorn auf den Weg Richtung Möhnesee. Letztlich ging es aber ohne die Geländefahrzeuge.

Unfall im Wald am Möhnesee: „Es war Glück, dass es dort Handynetz gab“

Der Feuerwehr-Chef unterstrich, dass tatsächlich Glück im Unglück herrschte: „Es war Glück, dass es dort Handynetz gab. Gerade im Bereich Neuhaus gibt es ja erhebliche Probleme mit dem Mobilfunknetz.“ Wäre der Fahrer bei dem Unfall eingeklemmt und oder bewusstlos worden, hätte das Unglück ebenso einen schlimmeren Ausgang nehmen können.

Am Wagen entstand Totalschaden.

Der Unfallwagen wurde vom Abschleppdienst an den Kran-Haken genommen, berichtete die Polizeisprecherin. Das Krankenhaus konnte der 25-Jährige nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Die Feuerwehr sieht sich indes in ihren Konzepten zur Lokalisierung von Einsatzstellen bestätigt. Böddeker erklärte, dass die Konzepte derzeit durch die Digitalisierung noch weiter verbessert werden.

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