Umstieg auf Bus und Rad

Das Auto stehen lassen: Neuer „Mobilitäts-Stadtplan“ soll das in Hamm komfortabler machen

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Viel Auto, weniger Bus, noch weniger Fahrrad: So wie hier auf der Münsterstraße soll es in Hamm künftig nicht mehr aussehen. Ein Mobilitäts-Stadtplan soll die Angebote abseits des Autos attraktiver machen.
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Weniger Autos auf den Straßen, mehr Menschen, die Bus und Fahrrad fahren: Ein neuer „Mobilitäts-Stadtplan“ soll in Hamm dazu beitragen, dass mehr Menschen umsteigen. Was der alles können soll.

Hamm – In Hamm wird intensiv an der Klima- und Verkehrswende gearbeitet. Umweltfreundliche Verkehrsmittel – das Rad, der Bus, die eigenen Füße – sollen in den nächsten Jahren 75 Prozent der Verkehre ausmachen (heute: 50 Prozent). Der Anteil des Autoverkehrs soll auf 25 Prozent sinken. Um Zugangshemmnisse zu Bus, Bahn, Carsharing und Rad zu verringern, ist nun ein neuer, digitaler Mobilitäts-Stadtplan konzipiert und vorgestellt worden.

Mentz: Auto soll nicht immer bequemstes Verkehrsmittel sein

Das Auto soll nach Aussage von Stadtbaurat Andreas Mentz künftig nicht immer das bequemste Verkehrsmittel sein. Dafür müssten unterschiedlichste Angebote möglichst einfach und zeiteffizient kombinierbar sein. Auch, wenn die Möglichkeiten dazu für die Hammer in den kommenden Jahren noch wachsen sollen, gebe es bereits etliche Angebote. „Mit dem Bus-Netz als Schlüssel im Zentrum“, so Mentz. Folgerichtig sei der interaktive Netzplan aus dem Jahr 2018 jetzt umfangreich erweitert worden.

Nutzer des Plans können ab sofort ihren aktuellen Standort oder einen beliebigen Punkt in Hamm als Start- oder Zielpunkt angeben. Eingeloggt lassen sich Favoriten speichern.

Echtzeit-Fahrtenauskunft der Busse kommt

Die Fahrtenauskunft für Busse soll ab Ende des Jahres in Echtzeit ablaufen. Aktuell werden noch die Soll-Fahrtzeiten ohne Verspätungen angezeigt. Auch an der Darstellung von Umleitungen wird noch gearbeitet.

Weil auch Carsharing, die Leihräder von Metropolradruhr, die Radstation sowie „Bike&Ride“-Anlagen erfasst sind, können die einzelnen Verkehrsmittel direkt in dem Plan miteinander und mit Blick auf Verfügbarkeit, Fahrtzeit, Route und Umstiege verglichen werden. Sogar der jeweilige CO2-Ausstoß wird angegeben.

Interaktive Karte: Stadtbaurat Andreas Mentz (links) und Vertreter von Stadt und Stadtwerke stellten den Plan vor.

Nach der entsprechenden Implementierung gibt es auch die Möglichkeit, die Live-Standorte von E-Scootern zu sehen.

Plan soll schlaue Verkehrswege aufzeigen

Perspektivisch ist es also zum Beispiel möglich, dass der neue Mobilitätsplan einem Nutzer, der in einem Bus sitzt, anzuzeigen, dass er zwei Haltestellen eher als geplant aussteigen kann und auf einen E-Scooter oder ein Leihrad umsteigen sollte, um am Ende eher an sein Ziel zu kommen. „Das wird der Plan können, ja“, erklärte Carsten Gniot vom Stadtplanungsamt.

Der Blick gehe in Sache ÖPNV auch über Hamm hinaus, weil der Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL) das gleiche System für seine Züge und Bahnhöfe nutze. „Die Chance ist da, dass weitere Städte in der Region folgen werden“, so Gniot.

Auch Autofahrer finden Nützliches

Auch für Autofahrer bietet der Mobilitäts-Stadtplan weitere Informationen. Parkplätze und Parkhäuser werden mit den in Echtzeit verfügbaren – also freien – Stellplätzen abgebildet. Die E-Ladesäulen der Stadtwerke sind hinterlegt, auch für die von Dritt-Anbietern soll das in Zukunft gelten.

Neben den Mobilitäts-Infos sind der Veranstaltungskalender der Stadt sowie Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote hinterlegt. Wer zum Beispiel zu einem Konzert im Maxipark möchte, findet die verschiedenen Wege dorthin in dem Plan und kann sich auch auf die Veranstaltungs-Webseite weiterleiten lassen. Firmen, Vereine oder Institutionen können kostenlos für die eigene Internetseite einen interaktiven Anfahrtsplan generieren.

Aktuell ist der Mobilitäts-Stadtplan nur im Internet unter https://mobilitaetsplan-hamm.de zu finden. Künftig soll er aber auch in die „moFahr“-App der Stadtwerke und die „hamm:“-App eingebaut werden. „Das Angebot wird in den nächsten Jahren immer weiter entwickelt und wachsen. So bekommen wir einen richtigen Allround-Stadtplan“, so Gniot.

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