VonLaura Ottenschließen
Wer Lust auf eine schöne Wandertour hat, muss dafür nicht unbedingt in den Urlaub fahren: Auch in Nordrhein-Westfalen werden Wanderfans fündig.
Hamm – Dichte Wälder, malerische Aussichten, und atemberaubende Seen: NRW hat für Wanderfans eine ganze Menge zu bieten. Sowohl richtige Wander-Profis als auch Wander-Anfänger können dabei auf ihre Kosten kommen. Denn mit dabei sind sowohl Aufstiege, die es in sich haben, als auch gemütliche Wanderwege.
Die Externsteine im Teutoburger Wald
Der Naturpark Teutoburger Wald ist einer der größten Naturparks Deutschlands, mit einer Fläche von mehr als 2700 Quadratkilometern. Dementsprechend gibt es dort für Naturfans auch eine Menge Wanderwege zu entdecken. Aber eine Sehenswürdigkeit sticht, wortwörtlich, ganz besonders aus der Landschaft hervor: Die Externsteine im Gebiet der Stadt Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe. Die Felsgruppe aus Osningsandstein ragt geradezu majestätisch in die Höhe – zwei der Felsen können erklommen werden. Wer dieses Naturschauspiel erleben möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Wanderrouten – zur Wahl stehen etwa die Bärenstein-, Schliepstein-, Blaubeer- und Knickenhagen-Route. Dichter Wald und seltene Tier- und Pflanzenarten runden das Naturerlebnis ab. Die Bärenstein- und Schliepstein-Route sind auch für Kinderwagen geeignet. Genauere Infos zu allen zu entdeckenden Wanderwegen gibt es aber auch im Infozentrum Externsteine.
Der Lengericher Canyon im Tecklenburger Land
Die nächste Wanderroute liegt zwischen dem Münsterland und dem Teutoburger Wald: Das Tecklenburger Land. Und das hat einen ganz besonderen Blickfang parat. Der Steinbruch „Lengericher Canyon“ ist mit seinem türkisblauen Wasser auf jeden Fall ein echter Hingucker. Auf der Wanderroute „Canyon Blick“ kommen Wanderer an Ackerrändern, grünen Wiesen und schattigen Waldwegen entlang. Gestartet wird üblicherweise an der Friedhofskapelle in Lengerich. Das historische Dorf Leeden und das Gut Stapenhorst liegen auf dem Weg zum türkisblauen Höhepunkt der etwa zehn Kilometer langen Tour.
Die Routen des Eifelsteigs
Der Eifelsteig mit seinen insgesamt 313 Kilometern ist etwas für richtige Wanderfans – „Am intensivsten ist das Wandererlebnis auf dem Eifelsteig, wenn man mehrere Tage am Stück unterwegs ist“, heißt es auf der Website. Aber Pflicht ist das nicht: Einige der verschiedenen Etappen, die gemeinsam die Wanderroute durch die Eifel bilden, eignen sich auch für einen Tagestrip. Die kürzeste ist Etappe eins mit 14,1 Kilometern. Sie beginnt in Aachen-Kornelimünster und führt bis Roetgen. Auf dem Weg liegen etwa das mystische Hochmoor Struffelter Heide und die Dreilägerbachtalsperre. Auf Holzstegen führt auch die etwa zehn Kilometer lange Struffelt-Route, ein Partnerweg des Eifelsteigs, durch diese Heide- und Moorlandschaft. Zwischen Monschau und Gemünd, auf den Etappen drei und vier, liegt übrigens der Rursee, der eine atemberaubende Aussicht verspricht.
Rucksack-Packliste fürs Wandern – PDF kostenlos herunterladen!
In unserer PDF-Bibliothek können Sie die Tagestour-Packliste für den Wanderrucksack kostenlos herunterladen und ausdrucken. Damit können Sie ohne Angst, etwas zu vergessen, auf die nächste Tour gehen.
Um Zugriff zum Download zu bekommen, müssen Sie sich einmalig bei unserem Medien-Login USER.ID registrieren.
Die Bruchhauser Steine im Sauerland
Auch das Sauerland hat eine vielfältige Natur und kulturreiche Wanderwege zu bieten. Eine malerische Kulisse bietet sich Wanderfreunden zum Beispiel vom Dorf Olsberg-Bruchhausen aus. In der Ferne ragen dort vier riesige Vulkanfelsen auf dem Istenberg empor. Die Bruchhauser Steine sind schon vor etwa 370 Millionen Jahren entstanden – ihre Geschichte können Wanderer auf dem Erlebnispfad, der vom Infocenter hoch zu den Vulkansteinen führt, entdecken. Der höchstgelegene Felsen, der Feldstein, kann „über eine naturbelassene Stiege bis zum Gipfelkreuz“ erklettert werden, so die Stiftung Bruchhauser Steine. Der Rundweg, der mit Lehrtafeln, Beobachtungspunkten und Bänken ausgestattet ist, ist 3,6 Kilometer lang.
Der Drachenfels auf dem Bergischen Weg
„Idyllische Landschaften und historische Dörfer wie auch heimat- und industriegeschichtliche Museen, Schlösser, Burgen, Denkmäler und Kirchen“ gibt es auf dem Bergischen Weg zu entdecken, heißt es auf der Website vom Bergischen Wanderland. Der Bergische Weg, der übrigens 2024 zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt worden ist, führt auf seinen 259 Kilometern vom Ruhrgebiet durchs bergische Land und das Siebengebirge bis nach Königswinter. Unterteilt ist die Route in 14 Etappen, die sich einzeln auch für Tagestrips eignen. Besonders hervor sticht die finale Etappe, die oben auf dem mystischen Drachenfels endet – der Aufstieg ist aber nicht ganz ohne. Aber wer den Blick schweifen lässt, wird mit einer malerischen Aussicht über das Siebengebirge, das Schloss Drachenburg und den Rhein, der sich über die Landschaft erstreckt, belohnt. Dort kann man übrigens auch mit Deutschlands ältester Zahnradbahn hochfahren.
Das sind zehn der schönsten Wanderrouten in NRW




Die Denkmalroute Hochdahl im Neanderthal
Das Neanderland beim Kreis Mettmann im Westen von NRW ist nicht nur der Fundort des Neanderthalers, so die Neanderland-Website, sondern auch die Heimat üppiger Wälder, Bächen und Seen sowie von ausgedehnten Auen- und Heidelandschaften. Zum Wandern eignet sich dort etwa die „Denkmalroute Hochdahl“, die knapp acht Kilometer lang ist. Sie erzählt von der historischen Entwicklung Hochdahls und endet schließlich beim Neanderthal Museum.
Die Zwei-Seen-Runde im Naturpark Schwalm-Nette
Eine naturbelassene Landschaft, Wiesen und Wälder, stille Seen und seltene Tier- und Pflanzenarten gibt es am Niederrhein zu entdecken. Auf der Zwei-Seen-Runde im Naturpark Schwalm-Nette, um genau zu sein. Start- und Zielpunkt der Wanderrunde ist die Mühlrather Mühle – sie stammt aus dem Jahr 1447. Die über sechs Kilometer lange Wanderroute, deren Hauptakteure der Borner See und der Hariksee sind, erzählt zudem von einem Stück niederrheinischer Geschichte. Besonders am Borner See lohne sich laut der Wanderweg-Website eine Rast, „um das Treiben der vielen Vogelarten zu beobachten“. Denn die fühlen sich in dem Gebiet an der Schwalm ganz besonders wohl.
Der Energieweg an der Aggertalsperre
Bei Gummersbach und Bergneustadt befindet sich die nächste Wanderroute, die eine spektakuläre Aussicht verspricht. Der Energieweg an der Aggertalsperre. Dieser Wanderweg ist etwa zwölf Kilometer lang und „zeigt anschaulich die Verbindung zwischen dem landschaftlichen Erleben der Aggertalsperre und dem Thema regenerative Energien“, wie es auf der Website des Bergischen Wanderlands heißt. Der See selbst ist ein richtiger Hingucker und kann auch vom Wanderweg aus betrachtet werden.
Der Baldeneysteig in Essen
Auf über 26 Kilometern und 600 Höhenmetern führt der Wanderweg Baldeneysteig rund um den gleichnamigen See in Essen. Auf dem Weg gibt es dichte Wälder, schmale Wege und vor allem spektakuläre Aussichten zu entdecken. Neben dem Ausblick auf das Panorama des Baldeneysees sind laut Website der Stadt Essen auch Abstecher zu „besonderen kulturellen Highlights“ von der Haupt-Wanderroute aus möglich. Die führen zum Beispiel zum Aussichtspunkt Korte Klippe, zur Ruine Neu-Isenburg oder durch die historische Siedlung Brandenbusch. Der Startpunkt ist den Wanderern quasi selbst überlassen, „da die Schiffe der Weissen Flotte Baldeney GmbH, die Hespertalbahn und öffentliche Verkehrsmittel eine Teilbegehung des Steigs möglich machen“, heißt es in einem Flyer der Stadt.
Die Westruper Heide bei Haltern am See
Wer es am liebsten idyllisch mag, ist in der Westruper Heide genau richtig. Die Heidelandschaft im Münsterland zeichnet sich vor allem durch offene und weitläufige Flächen sowie durch „bizarre Wacholderbüsche“ aus, heißt es auf der Münsterland-Website. Die verwandeln die Heide in eine märchenhafte Landschaft, in der auch einige seltene Tierarten ein Zuhause haben. Wanderer können hier zwischen vier Themenwegen wählen, die jeweils nicht länger als vier Kilometer sind. Es gibt mehrere Infostationen und Bänke.
Rubriklistenbild: © stock&people / Imago



