VonMirjam Ratmannschließen
Keine Ende vom Dauerregen in Sicht: Auch in den nächsten Tagen regnet es viel in NRW. Mit Folgen: Behörden warnen vor Hochwasser und Unfällen.
- Behörden warnen wegen starkem Dauerregen vor Hochwasser und Unfällen in NRW
- Die Überschwemmungsgefahr besteht vor allem für Orte, die unmittelbar an Flüssen liegen
- Aktuell melden sechs von 87 Pegelständen in NRW bereits leichtes Hochwasser
- Im Sauerland pumpte die Feuerwehr in der Nacht zu Freitag vollgelaufene Keller aus
Dauerregen: Vollgelaufene Keller im Sauerland – Feuerwehr muss 480-mal ausrücken
Update vom 13. Januar, 06:30 Uhr: Starke Regenfällen haben im Nordwesten des Sauerlands in Nordrhein-Westfalen zu zahlreichen Einsätzen von Feuerwehr und Rettungsdiensten geführt. In der Nacht habe es im Märkischen Kreis bislang 480 Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher der Kreisleitstelle am frühen Freitagmorgen. Das seien deutlich mehr als sonst. Die Feuerwehr habe etwa vollgelaufene Keller auspumpen müssen. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben.
Die meisten Einsätze gab es laut dem Märkischen Kreis im Halver Ortsteil Oberbrügge. Hier sei der Fluss Volme zwischenzeitlich über die Ufer getreten. Die Feuerwehr habe mit Sandsäcken und Pumpen erheblichen Schaden abgewendet, so der Kreisbrandmeister Michael Kling. Etwa 30 Menschen hätten laut den Behörden während des Dauerregens Zuflucht im Bürgerhaus Oberbrügge gesucht. Dies sei aber eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Gegen 1:30 Uhr seien die Menschen wieder zurück in ihren Häusern und Wohnungen gewesen, so die Kreisverwaltung.
Auch in den Städten Altena und Kierpse hatte der Dauerregen Auswirkungen. Dort mussten laut dem Märkischen Kreis mehrere Straßen wegen schnell steigender Flusspegel gesperrt worden. Am Freitagmorgen hob der Deutsche Wetterdienst die Hochwasserwarnung auf.
Parkplatz in Solingen wegen Überschwemmungsgefahr geräumt
Update vom 12. Januar, 15:57 Uhr: Der Parkplatz Wupperinsel in Solingen wurde wegen Überschwemmungsgefahr vorsorglich gesperrt und geräumt. Im Bereich Eschbach/Wupper sei im Falle weiterer Niederschläge ein Hochwasserereignis nicht auszuschließen, heißt es in einer Warnung, die auch über die Warn-App NIna an die Bevölkerung herausgegeben wurde.
Alle Personen, die dort ein Fahrzeug abgestellt haben, werden dazu aufgefordert dieses zu entfernen. In Kürze sollen außerdem Sandsäcke zur Haussicherung auf der Brücke Wupperinsel zur Verfügung stehen.
Seit Tagen Dauerregen in NRW
Hamm – Es regnet seit Tagen nahezu ununterbrochen, in vielen Regionen von NRW sind Wassermengen von 50 Litern pro Quadratmeter und mehr niedergegangen. Zuletzt hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) gar eine amtliche Warnung vor Dauerregen ausgegeben.
DWD gibt Warnung vor Dauerregen aus
Die Warnung vor Dauerregen gilt unter anderem für folgende Orte:
- Ennepe-Ruhr-Kreis
- Kreis Olpe
- Märkischer Kreis
- Oberbergischer Kreis
- Stadt Hagen
- Stadt Remscheid
- Stadt Wuppertal
Das hat Folgen: Flusspegel steigen deutlich an und damit das Risiko für Hochwasser in zahlreichen Städten – so auch in Hagen. „Es ist möglich, dass kleinere Flüsse überlaufen und somit eine gewisse Überschwemmungsgefahr für Ortschaften besteht, die unmittelbar an solchen kleinen Flüssen liegen“, sagte Nadine Schittko vom DWD bereits am Mittwoch.
Hochwasserwarnung für NRW: Nicht in Kellern und Tiefgaragen aufhalten
Jetzt warnt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vor Hochwasser in Nordrhein-Westfalen. Anwohnerinnen und Anwohner sollen sich bei Überschwemmungsgefahr weder in Kellern noch in Tiefgaragen aufhalten, rät das Bundesamt.
Außerdem steigt das Risiko, dass Straßen überflutet werden. Schon eine geringe Wasserhöhe könne die Steuerung behindern und das Unfallrisiko deutlich erhöhen, warnt das Bundesamt. Aktuell melden sechs von 87 Pegelständen in NRW bereits leichtes Hochwasser: an der Sieg, der Lenne, der Volme und am Ferndorfer Bach. In den kommenden Tagen ist mit noch mehr Regen zu rechnen – und damit auch mit weiteren Hochwasserwellen.
