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Ein Defekt an der neuen Heizungsanlage in der Vogelsiedlung sorgt in Hamm für frierende LEG-Mieter.
Bockum-Hövel – In kalten Wohnungen saßen vermutlich hunderte Mieter in der Bockum-Höveler Vogelsiedlung in den vergangenen Tagen. Während sich draußen der Winter breit machte, waren in den Straßenzügen, in denen die LEG über 400 Mietwohnungen betreibt, die Heizungen ausgefallen. Dabei berichten Mieter, dass sie länger froren, als das nach LEG-Angaben gegenüber unserer Zeitung der Fall hätte sein sollen.
Am Mittwoch vergangener Woche bemerkten die ersten Mieter, dass ihre Heizung nicht funktionierte. Betroffen waren nach WA-Informationen auf jeden Fall Uphofstraße, Dohlenweg, Amsel- und Falken- und Adlerstraße. „Der konkrete Grund für die Ausfälle war ein defekter Minimaldruckbegrenzer“, erklärte LEG-Sprecherin Veronika Böhm. Vor Ort gibt es eine zentrale Heizungsanlage, die das Gebiet mit 71 Gebäuden versorgt. „Wir können bestätigen, dass die ganze Siedlung punktuell von den Ausfällen betroffen war“, so Böhm. Am Donnerstag sei das Problem nach Angaben der Techniker vor Ort bereits gelöst worden. Die Anlage laufe weiterhin, teilte die Unternehmenssprecherin am Mittwoch mit. Über das Wochenende und auch noch am Montag waren jedoch beim WA Meldungen von Bewohnern der Vogelsiedlung eingegangen, dass sie schon fünf Tage im Kalten sitzen.
Abgekühlt bis auf 13 Grad
„Wir waren in einer völlig kalten Wohnung“, erzählt Sabine Baumgart aus der Uphofstraße. Bei ihren Nachbarn sei es das Gleiche, so die Mutter von zwei kleinen Kindern. Bis auf 13 Grad seien die Zimmer abgekühlt. „Da reichen bei weitem keine Decken oder drei Lagen Klamotten mehr.“ Unter 16 Grad meldete Sabrina Schewe (ebenfalls Uphofstraße) – und am Dohlenweg saß Thorsten Middendorf im Kalten. Er berichtet von regelmäßigen Ausfällen der neuen Heizungsanlage, die zuvor aber stets recht schnell behoben worden waren.
Die Vogelsiedlung wird von einer Anlage, die in einem Häuschen am Dohlenweg steht, beheizt. Früher wurden dafür Kohle und Heizöl verwendet, vor einiger Zeit hat die LEG begonnen, auf Gas und Holzpellets umzustellen. Der Gaskessel läuft seit dem 30. September und erzeugt 1500 kW, von den Pellets sollen weitere 500 kW kommen. „Die wesentlichen Bauteile sind alle installiert und in Betrieb. Lediglich ein schon installierter Pelletkessel wird noch in den nächsten Wochen in Betrieb genommen werden. Die Anlage ist aber bereits mit der erforderlichen Leistung betriebsbereit“, sagt Böhm zum aktuellen Stand der Arbeiten.
Heizungen gehen wieder, aber nicht überall gleich
Von Mietern war zuletzt zu hören, dass die Heizung in ihren Wohnungen wieder angesprungen sei. Allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Bei Schewe wurde es am Montagmorgen wieder wärmer, jedoch nur lau. Das stellte auch Baumgart am Montagabend fest. „Sie funktioniert, aber nicht optimal. Es sei noch leicht kühl, aber akzeptabel“, sagt Baumgart. Bei Middendorf war alles am Dienstagnachmittag wieder normal.
„Es kann natürlich bei einzelnen Mietern auch Probleme in der Wohnung geben, die nicht mit der großen Anlage zusammenhängen“, könne die LEG die Unterschiedlichen Aussagen nicht nachvollziehen. Neue Tickets sind laut Böhm im System, das die Mängel erfasst, nach dem Wochenende keine mehr eingegangen. „Wir haben uns jeden Tag gemeldet“, meinte wiederum Schewe.
LEG verteilt Heizstrahler und übernimmt die Kosten
Um der Kälte in den Wohnungen zu begegnen, verteilte die LEG am Wochenende „Heizlüfter an zirka 50 Mietparteien“. Auf die Möglichkeit hatte das Unternehmen nach dem Heizungsausfall bald aufmerksam gemacht. Schewe bekam beispielsweise eines, Baumgart wartet nach ihrer Bestellung dagegen immer noch. Als sie Anfang dieser Woche nachgefragt habe, sei ihr mitgeteilt, dass kein Ticket von ihr dazu existiere. Gegenüber dem WA erklärte Böhm übrigens, dass „die zusätzlich entstandenen Stromkosten durch die Heizlüfter mit einem Pauschalbetrag von der LEG übernommen werden“.
„Für die wiederholten Heizungsausfälle in der Vogelsiedlung und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns an dieser Stelle in aller Form bei unseren betroffenen Mieter:innen entschuldigen“, betonte die Sprecherin. Kurzfristige Unterbrechungen der Versorgung könnten wegen der Abdichtung eventueller Undichtigkeiten an der neuen Anlage jedoch noch entstehen. „Unsere Handwerker werden die Anlage insbesondere in der Vorweihnachtszeit dennoch proaktiv laufend kontrollieren lassen, damit es zu keinen erneuten Ausfällen kommt“, so Böhm.
