200 Humboldtschüler lernen Demokratie am Modell

Klassenraum wird Wahllokal: Wählen wie die Großen

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Noch vor den Wahlen am 23. Februar fanden an der Humboltschule die Juniorwahl statt.
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Schüler der Humboldtschule in Halver bekommen einen Einblick in den Wahlprozess. Sie führen eine eigene Wahl durch und analysieren die Ergebnisse im Vergleich zur echten Bundestagswahl.

Halver - Am Sonntag öffnen die Wahllokale in ganz Deutschland im Zuge der vorgezogenen Bundestagswahl für rund 60 Millionen Wahlberechtigte ihre Türen. Bereits Anfang der Woche durften die Schülerinnen und Schüler der Humboldtschule im Rahmen der Juniorwahl ihre Stimme abgeben. Denn das Prinzip „Lernen am Modell“ ist auch auf die Demokratie anwendbar.

„Es ist wichtig, bei den Schülern das Verständnis der Demokratie zu schüren“ erklärt Christian Bockholt und „Wir wollen den Schülern zeigen, dass Wählen wichtig ist“, ergänzt Özge Kahraman. Die beiden Lehrer betreuen das Projekt nun schon zum fünften, die Hauptverantwortung tragen jedoch die Schüler selbst.

Nur wer seine Wahlbenachrichtigung dabei hatte, durfte auch seine Stimme abgegeben.

„Im Prinzip läuft es wie bei der echten Wahl ab, nur eine Nummer kleiner“, fasst Özge Kahraman zusammen. So bestimmte jede Klasse einen Wahlvorstand, der im Anschluss ein Wählerverzeichnis anlegt, Wahlbenachrichtigungen ausstellt, bei der Wahl die Stimmzettel ausgibt und am Ende auch die Auswertung der Stimmen übernimmt. Für die Wahl selbst wurde ein Raum kurzerhand in ein Wahllokal – stilecht mit Urne und Wahlkabinen – umfunktioniert. Selbst die Stimmzettel sind dabei auf den ersten Blick kaum von denen, die die Wähler am Sonntag vor sich liegen haben werden, zu unterscheiden. „Wir wollen die Wahl so nah wie möglich an der Echten halten“, erklärt Özge Kahraman.

Sorgen für den ordnungsgemäßen Ablauf: Behlül Cakir und Julien Diedier waren die Wahlhelfer ihrer Klasse.

Doch damit die simulierte Wahl für die rund 200 Schüler der Jahrgänge acht bis zehn nicht nur eine kurzweilige Ablenkung vom Schulalltag bleibt, wurden die Jugendlichen im Vorfeld im Unterricht auf das Thema eingestimmt. Welche Parteien vertreten welche Werte? Was steht in den jeweiligen Wahlprogrammen, wie setzt sich der Bundestag zusammen und wie bildet sich eine Regierung in einer Demokratie? All diese Fragen wurden beantwortet. „Zudem haben alle Schüler den Wahl-O-Mat gemacht“, ergänzt Özge Kahraman.

Und auch mit der Durchführung der Wahl hat es sich noch nicht. Dann nämlich werden die Ergebnisse besprochen. Da die Juniorwahl als Projekt in Schulen in gesamt Deutschland nach demselben Prinzip durchgeführt wird, kann das Wahlergebnis auch mit der Region, dem Bundesland und dem ganzen Staat verglichen werden. „Es ist immer interessant, zu sehen, wo wir uns da bewegen“, erklärt Christian Bockholt.

U18-Wahl

Auch außerhalb der Schule gibt es ein Angebot für junge Menschen, um ihr Interesse an der großen Politik zu bekunden. Der deutsche Bundesjugendring hatte auch im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 zur U-18-Wahl aufgerufen. Organisieren und Wahlbüros einrichten mussten sich die Jugendlichen jedoch selbst. So wurden zwischen dem 7. und 14. Februar in Wahlkreis Opel-Märkischer Kreis 1 elf Wahllokale eingerichtet und 1516 Erst- und 1519 Zweit-Stimmen abgegeben. Bei den Erststimmen hatte Nezhat Baradari (SPD) mit 29.95 Prozent die Nase vorn. Dahinter folgten Florian Müller (CDU) mit 26.39 Prozent, Otto Ersching (Die Linke) mit 18,85 Prozent und Horst Karpinsky (AFD) mit 15.42 Prozent. Bei der Zweitstimme lagen die Linke (21,45 Prozent) vor der CDU (20.68 Prozent), der SPD (20,19 Prozent) und der AFD (15,95 Prozent).

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