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90 Filialen von Depot vor ungewisser Zukunft – Deko-Kette stark in NRW vertreten

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Bei der Deko-Kette Depot soll es eine „strukturelle Veränderung“ geben. 90 Filialen in Deutschland stehen „auf dem Prüfstand“. Was ist mit den Standorten in NRW?

Hamm - Der Einzelhandel in Deutschland kämpft ums Überleben. Viele Unternehmen kommen aufgrund der Krisen in den vergangenen Jahren an ihre Grenzen. So auch die Gries Deco Company. Allen voran um die beliebte Marke Depot mit über 300 Filialen in Deutschland steht es schlecht. Das Unternehmen kündigt eine „strukturelle Veränderung“ an – das soll sowohl Filialen als auch Mitarbeiter treffen. In Nordrhein-Westfalen ist in nahezu jeder Region mindestens ein Depot vertreten.

90 Filialen von Depot vor ungewisser Zukunft – „Kosten bei Mieten senken“

Die Schwierigkeiten bei Depot fingen bereits vor der Corona-Pandemie, dem Ukrainekrieg und der Energiekrise an. Nachdem das Unternehmen unter der Schweizer Genossenschaft Migros rasant gewachsen war, machte Depot hohe Verluste. Im Jahr 2019 ging die Gries Deco Company wieder an Christian Gries und damit zurück in den Besitz der Gründerfamilie. Nach eigenen Angaben sei das Unternehmen seinerzeit wieder „erfolgreich auf Kurs“ gebracht worden.

Doch der Umsatz sank in den vergangenen Jahren weiter. Ein radikaler Schnitt soll folgen. Wie die Gries Deco Company mitteilt, leite Christian Gries als Geschäftsführer das operative Tagesgeschäft des Unternehmens ab sofort selbst. Er kündigt eine „strukturelle Veränderung“ an und damit einhergehend auch die Überprüfung von 90 Depot-Filialen in Deutschland – „um auch die Kosten bei den Mieten weiter zu senken“, heißt es. Es würden Mietverträge auslaufen oder neu verhandelt. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärte Gries, dass viele der betroffenen Läden zurzeit nicht profitabel arbeiten würden. Man hoffe jedoch darauf, „die Hälfte der Filialen halten zu können“.

90 Filialen von Depot vor ungewisser Zukunft – Deko-Kette stark in NRW vertreten

Auf Nachfrage von wa.de wollte sich die Gries Deco Company nicht zu den genauen Depot-Standorten äußern, die auf dem Prüfstand stehen. Es werden keine weiteren Details genannt.

Es liegt nahe, dass es sich bei den betroffenen Filialen auch um Standorte in NRW handelt. Insgesamt 55 Depot-Läden gibt es aktuell im bevölkerungsreichsten Bundesland. In Aachen, Köln und Wuppertal werden jeweils zwei Filialen betrieben. Die Standorte verteilen sich nahezu flächendeckend. Vor allem in den Ballungsgebieten im Ruhrgebiet müssen Kunden nicht lange nach einem Depot suchen. Zuletzt war 2023 im Limbecker Platz in Essen eine Depot-Filiale eingezogen. Im Sauerland und Münsterland hingegen sieht es im Filialnetz eher dünn aus.

Übersicht: Depot-Filialen in NRW

  • Aachen (2)
  • Ahlen
  • Arnsberg
  • Bad Oeynhausen
  • Bielefeld
  • Bochum
  • Bonn
  • Bornheim
  • Dorsten
  • Dortmund
  • Düsseldorf
  • Duisburg
  • Eschweiler
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Greven
  • Gütersloh
  • Gummersbach
  • Hagen
  • Heinsberg
  • Herford
  • Herne
  • Hilden
  • Höxter
  • Hürth
  • Kall
  • Kamen
  • Kamp-Lintfort
  • Kempen
  • Köln (2)
  • Langenfeld
  • Lemgo
  • Lippstadt
  • Mülheim an der Ruhr
  • Münster
  • Mönchengladbach
  • Monschau
  • Neuss
  • Oberhausen
  • Paderborn
  • Recklinghausen
  • Rheine
  • Sankt Augustin
  • Schloß Holte-Stukenbrock
  • Siegburg
  • Siegen
  • Steinfurt
  • Viersen
  • Wachtberg
  • Wesel
  • Wuppertal (2)
  • Übach-Palenberg

Vor allem die Modebranche ist von der aktuellen Pleitewelle hart getroffen. Zuletzt traf es das Modeunternehmen Sør mit Sitz in Mönchengladbach. Auch in Nordrhein-Westfalen hat das Unternehmen einige Filialen.

Rubriklistenbild: © Schoening/Imago

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