500 Euro weg

Abzocke bei DHL-Paketen in Hamm: Frau fällt auf Betrugsmasche herein

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Wer online etwas bestellt, wähnt sich spätestens dann auf der sicheren Seite, wenn seine Lieferung auf den Weg gebracht ist und per Sendeprotokoll mitverfolgt werden kann. Aber Vorsicht: Genau hier setzen Betrüger mit einer ziemlich ausgebufften Masche an. Auch in Hamm.

Hamm – Eine 43-jährige Frau aus Hamm hatte ein Präsent für ihren fünfjährigen Sohn bestellt. Nichts Besonderes, ein Titanic-Büchlein für knapp acht Euro. An einem Freitag hatte der Paketdienstleister DHL mitgeteilt, dass die Lieferung auf dem Weg sei und am Samstag eintreffen werde.

Abzocke bei DHL-Paketen in Hamm: Frau fällt auf Betrugsmasche herein

Am Samstagmorgen fuhr dann auch ein DHL-Transporter durch die Wohnsiedlung, machte allerdings nicht an der Anschrift der 43-Jährigen halt. Statt des Paketboten klingelte dann das Handy der Frau. Eine SMS – augenscheinlich von der DHL, war eingetroffen. Die Falle war gestellt.

Tatsächlich war es nicht die DHL, die da die Nachricht geschrieben hatte. Es waren Betrüger, die sich – täuschend echt – als DHL-Support ausgaben und wohl täglich massenhaft solche SMS-Nachrichten (oder auch Mails) durch die Republik versenden. Wer nicht auf eine Warensendung wartet, wird dem Treiben höchstwahrscheinlich nicht auf den Leim gehen. Wer allerdings tatsächlich ein Paket erwartet, für den wird es schwierig, gesundes Misstrauen an den Tag zu legen.

Betrug mit DHL-Lieferungen: Böses Erwachen am Folgetag

So jedenfalls in diesem Fall. In der SMS-Nachricht war zu lesen, dass es bei der Warensendung noch ein kleines Problem gebe. Eine Zollgebühr müsse noch erhoben werden, am Ende ging es um 1,99 Euro. Die 43-Jährige dachte sich nichts Böses, klickte auf den entsprechenden Button und gab ihre Kreditkarten- und ihre Iban-Nummer ein. Kurze Zeit später kam der Hinweis, dass die Zahlung eingegangen sei. „Und danach war ich schon direkt wieder bei der echten Sendungsverfolgung“, so die Hammerin. Und wie’s der Zufall wollte, traf kurze Zeit später auch das Buch für den Sohn zu Hause ein.

Das böse Erwachen gab es dann am nächsten Morgen, als die 43-Jährige ihr Online-Banking überprüfte. Sieben Zahlungsvorgänge waren von unbekannter Seite auf den Weg gebracht worden. Gesamtwert: rund 500 Euro.

Betrug mit DHL-Lieferungen: „Ein Riesentheater ist das“

Alle Konten und Kreditkarten wurden von ihr noch am Sonntag gesperrt, eine Anzeige bei der Polizei erstattet und das Handy auf Werkseinstellungen zurückgesetzt. Trotzdem wurden am Montag die 500 Euro abgebucht. „Ein Riesentheater ist das“, sagt die 43-Jährige.

Der Hammer Polizei ist die Masche seit Längerem bekannt. Natürlich habe DHL (oder ein anderer Paketdienstleister) nichts mit den Betrügereien zu tun. Es handele sich um organisierte Kriminelle, die vom Ausland aus operieren. Sie zu ermitteln, sei äußerst schwierig.

Durch Streiks kommt es zu verspäteten Zustellungen von DHL-Paketen und Briefen. Was kann man tun, wenn sich eine Sendung verspätet?

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß

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