Stichwahl

Historischer Sieg: Thomas Heinzel (CDU) wird Bürgermeister

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Großer Jubel: Thomas Heinzel feiert seinen Sieg. Ehefrau Anja Heinzel (rechts) gehörte zu den ersten Gratulanten.
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In der Stichwahl in Bergkamen setzte sich am Sonntag der CDU-Kandidat Thomas Heinzel gegen Amtsinhaber Bernd Schäfer (SPD) durch. Im Rathaus steht jetzt ein Wechsel bevor.

Die letzten Minuten haben sich gezogen wie Kaugummi. Vor allem für Thomas Heinzel und Bernd Schäfer. Noch fehlten die letzten Briefwahlergebnisse. Dann, keine 45 Minuten nach dem Schließen der Wahllokale, verkündete die Erste Beigeordnete der Stadt, Christine Busch, das Ergebnis der Stichwahl: Mit 53,40 Prozentpunkten wurde Thomas Heinzel von der CDU zum neuen Bürgermeister der Stadt Bergkamen gewählt.

Im Ratssaal brandete um 18.43 Uhr Applaus auf, die CDU feierte ihre Kandidaten, von Ehefrau Anja Heinzel gab es einen Kuss für den künftigen Verwaltungschef. „Wir sind unglaublich stolz auf dich, Thomas“, rief Ratsherr Marco Morten Pufke seinem Parteifreund zu. „Das ist historisch. Ich kneife mich schon die ganze Zeit, um zu realisieren, dass es wahr ist“, freute Pufke sich. Tatsächlich wird Heinzel der erste christdemokratische Bürgermeister in Bergkamen.

Der fühlte sich sehr gut, wie er mit einem strahlenden Lächeln angab. „Ich habe lange darauf hingearbeitet“, so der 62-jährige Elektroingenieur. Allein die vergangenen zwei Wochen nach der Kommunalwahl seien noch einmal richtig anstrengend gewesen. „Wir haben Straßenwahlkampf gemacht, das Gespräch gesucht und versucht, die Leute zu motivieren, zur Wahl zu gehen und das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen“, erzählte Heinzel. Das sei nach dem Wahlkampf vor der Kommunalwahl erneut ein Kraftakt gewesen. „Ich bin platt“, gab er an. Der Wahlsieg wird ihm dann aber sicher noch genügend Energie gegeben haben, um mit seinen Wählern und Parteifreunden zu feiern.

Auf der anderen Seite des Saales musste Bernd Schäfer hingegen seine Niederlage einstecken. Hatte der Sozialdemokrat und Amtsinhaber vor 14 Tagen mit 36,36 Prozent vor Heinzel mit 30,63 Prozent gelegen, war er jetzt mit 46,60 Prozent der Unterlegene. „Wenn man sich zur Wahl stellt, kann man nicht nur gewinnen, man muss auch verlieren können“, so Schäfer. „Leicht ist das nicht. Man muss aber schon sehen, dass er gegenüber der Kommunalwahl zwölf Prozent gut gemacht hat“, erkannte er Heinzels Sieg an. Nach einem sehr fairen Wahlkampf gratulierte Bernd Schäfer seinem Nachfolger mit festem Handschlag. „Ich wünsche ihm alles Gute, vor allem gute Entscheidungen für Bergkamen, denn darum geht es.“

Fairer Verlierer: Mit einem festen Händedruck wünschte Bernd Schäfer (links) seinem Nachfolger alles Gute.

Dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden würde, damit haben wohl die meisten gerechnet. Als bereits um kurz nach 18 Uhr die ersten Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken eintrafen, blieben die beiden Balken auf den großen Bildschirmen im Ratssaal auch zunächst annähernd auf gleicher Höhe. Mal rutschte Schäfer nach oben, mal Heinzel. Nach und nach vergrößerte sich dann allerdings der Vorsprung von Heinzel. Am Ende fehlten nur noch die sechs Briefwahlbezirke, die aber mit fast 6000 Wählern das Ergebnis durchaus noch einmal hätten drehen können. Doch dort hatte Heinzel ebenfalls in fünf von sechs Bezirken die Nase vorn.

Wir werden jetzt die Ziele für Bergkamen neu stecken.

Thomas Heinzel (CDU) künftiger Bürgermeister

„Ich werde jetzt Kontakt zur Verwaltung aufnehmen, Kontakt zu den anderen demokratischen Parteien. Wir werden jetzt die Ziele für Bergkamen neu stecken und Bergkamen nach vorne bringen“, kündigte Thomas Heinzel an. Den Rest des Abends wolle er aber erstmal einfach genießen.

Welche Ziele Bernd Schäfer jetzt hat, gab er indes nicht an. „Ich habe keinen Plan B“, sagte der scheidende Bürgermeister. „Klar ist, wenn die Bürger mich aus dem Amt wählen, dann ist das auch das Ende meiner politischen Laufbahn“, erklärte der Sozialdemokrat. Er werde auch nicht im Stadtrat vertreten sein.

Wenn die Bürger mich aus dem Amt wählen, dann ist das auch das Ende meiner politischen Laufbahn.

Bernd Schäfer (SPD) scheidender Bürgermeister

Quer durch die Bank enttäuscht waren fast alle von der Wahlbeteiligung. Lag sie am 14. September schon nur bei 51,68 Prozent, was ja bedeutet, dass von den fast 38 000 Wahlberechtigten nur rund die Hälfte ihre Stimme abgegeben hat, so blieben bei der Stichwahl noch mehr Bergkamener den Wahlurnen fern. Nur 35,68 Prozent der möglichen Wähler haben jetzt entschieden, wer künftig an der Spitze der Verwaltung ihrer Stadt stehen soll.

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