Umweltverträglichkeitsstudien vor Fertigstellung

Stadt Hamm plant weitere Bürger-Infos zur B63n und zur K35n

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Reges Interesse: Beim Info-Markt Ende Juni informierten sich rund 200 Bürger an verschiedenen Tischen über die B 63n und die K 35n. Für dieses Jahr sind weitere Öffentlichkeitsbeteiligungen geplant.
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Wegweisende Beschlüsse wird es zwar auch in diesem Jahr nicht geben, dafür soll aber weiter mit Hochdruck an den Planungen zum Bau der B 63n zwischen Bönen und der Hafenstraße gearbeitet werden.

Pelkum – Um die Bürger auf dem aktuellen Stand zu halten, ist auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit geplant. Gleiches gilt für die K 35n als Verbindung zwischen der Kamener Straße (Daberg) und dem Multi-Hub Westfalen auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs an der Rathenaustraße.

Nachdem sich kurz vor Weihnachten 2021 der Politische Begleitkreis der B63n erstmals getroffen hatte, nahmen die – vorbereitenden – Planungen Fahrt auf. Entlang der geplanten Trasse im Südabschnitt zwischen Bönen und der Weetfelder Straße/Rathenaustraße fanden faunistische Untersuchungen statt. Höhepunkt war am 27. Juni ein öffentlicher InfoMarkt in der Bürgerhalle Pelkum, wo unter anderem über das Verkehrsgutachten zur B 63n gesprochen und noch einmal ausdrücklich auf die Wichtigkeit dieses in Teilen der Bevölkerung umstrittenen Straßenbauprojekts hingewiesen wurde.

Straßenbauprojekte: Nordabschnitt der B63n erstmals Thema

Auch für dieses Jahr stehen eine ganze Reihe von Punkten auf der Agenda, die nach und nach abgearbeitet werden sollen. Nach Angaben von Stadtsprecher Tom Herberg umfasst das Maßnahmenpaket für 2023 insgesamt fünf Punkte, erstmals wird es dabei auch um den Nordabschnitt zwischen der Rathenaustraße/Weetfelder Straße und der Hafenstraße gehen. Hier soll, wie es hieß, mit der Durchführung der Faunistischen Kartierungen beziehungsweise Felduntersuchungen begonnen werden. Dadurch will man unter anderem herausfinden, welche (geschützten) Tierarten entlang der geplanten Trasse leben.

Die neun Kilometer lange B 63n führt von Bönen bis zur Hafenstraße in Hamm. Ein neuralgischer Punkt ist der ehemalige Rangierbahnhof.

Im Südabschnitt (Bönen bis Weetfelder Straße/Rathenaustraße) sind diese Untersuchungen bereits abgeschlossen. Sie sind Teil der umfangreichen Umweltverträglichkeitsstudie und des Artenschutzbeitrags, die zeitnah fertiggestellt werden sollen. Denn: Nach Angaben des Stadtsprechers soll die Umweltverträglichkeitsstudie in diesem Jahr vorgestellt werden – voraussichtlich im 1. Halbjahr. Das wäre dann auch die nächste Veranstaltung im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung. Außerdem sind für 2023 geplant: Bestätigung der Linienbestimmung durch den Landesbetrieb Straßen.NRW sowie Beauftragung eines Ingenieurbüros für die Entwurfsplanung.

Straßenbauprojekt: Schwierige Trassenführung bei K 35n

Fürs Frühjahr planen die Stadt Hamm und der Landesbetrieb den Auftakt der Öffentlichkeitsbeteiligung. Dazu wird dann auch – voraussichtlich im 1. Halbjahr 2023 – die Vorstellung der Umweltverträglichkeitsstudie zählen. Außerdem sollen Trassenvarianten festgelegt sowie eine Vorzugsvariante vorgestellt werden. Eine Frage, die vor allem die Anwohner des Dabergs interessieren dürfte, wird sein, wie weit die K 35n an die dortigen Siedlungen heranrückt und wo sie auf die Kamener Straße trifft. Unter anderem gilt es hier zu berücksichtigen, dass der Bereich direkt nördlich des Herringer Bachs beziehungsweise Wiescher Bachs als natürliches Hochwasserrückhaltebecken „reserviert“ ist und daher für eine Straßenbebauung nicht in Frage kommt.

Beim Info-Stammtisch zur B 63n im Sommer war vor allem das Verkehrsgutachten auf großes Interesse bei den rund 200 Bürgern, darunter auch viele aus Bönen, gestoßen. Auch für die K 35n soll ein solches Gutachten in diesem Jahr erstellt werden, teilte die Stadt mit.

Bis über die B 63n tatsächlich die ersten Fahrzeuge rollen, werden aber noch Jahre vergehen. Stand jetzt soll sie nicht vor 2039 freigegeben werden. Deutlich schneller – möglichst in diesem Jahrzehnt – soll das bei der K 35n der Fall sein, da diese Verbindung dringend für die Reaktivierung des Rangierbahnhofs benötigt wird.

Die B 63n

Die rund neun Kilometer lange B 63n erstreckt sich von der Pelkumer Straße/Bönener Straße in Bönen bis zur Hafenstraße in Hamm. Für die Stadt gibt es mehrere Gründe, die Straße zu bauen: Schaffung einer leistungsfähigen Verbindung einer interkontinentalen Autobahn (A2) mit einem Mittelzentrum, Entlastung unter anderem der Ortsdurchfahrten Pelkum und Wiescherhöfen sowie Anbindung verschiedener Entwicklungsflächen für Wohnen und Gewerbe.

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