Hammer Westen

Aus für das „Drahtviertel“: WDI baut neue Fertigung

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An Stelle der abgerissenen Hallen plant die WDI eine neue Fertigung.
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Die Westfälische Drahtindustrie (WDI) baut auf ihrem Gelände in Hammer Westen eine neue Fertigung. Damit legt das Unternehmen das Projekt „Drahtviertel“ mit Hochschule, Handwerk und Wohnen zu den Akten.

Hamm – Unendliche Weiten im Westen: Auf dem nördlichen WDI-Gelände, das an der Wilhelmstraße endet, ist nach dem Abriss der Beize und des Eloxal-Gebäudes viel Raum für neue Nutzung. Diese bleibt allerdings der WDI vorbehalten, wie Unternehmenschefin Katja Pampus auf Nachfrage unserer Zeitung deutlich machte. Auf der rund 55 000 Quadratmeter großen Fläche werde eine neue Fertigung entstehen, kündigte Pampus an. Hochschul-Forschungszentren, Handwerk oder gar Wohnen sind damit endgültig vom Tisch.

WDI-Projekt ist noch in der Planungsphase

„Wir befinden uns in der Planungsphase“, sagte Pampus. Sie rechnet damit, im Januar oder Februar konkreter werden zu können. Zwar wisse man genau, was dort gefertigt werden solle, doch aus wettbewerbstaktischen Gründen, sei es zu früh, dies jetzt öffentlich zu machen. Die WDI werde das gesamte Gelände beanspruchen, möglicherweise hier und da ein Eckchen freilassen, das aber nicht den Raum für eine großflächigere anderweitige Nutzung lasse. An eine Veräußerung von Flächen sei nicht gedacht, so Pampus.

Im Herbst 2021 hatten die Bezirksvertretung Mitte und der Rat die von der Stadt erarbeitete Rahmenplanung für das WDI-Gelände beschlossen. Darin waren drei mögliche Szenarien skizziert worden. Zwei davon sind nun reif für den Papierkorb: eine ausgewogene Nutzungsmischung zwischen Wohnen, Dienstleistung und Gewerbe (Szenario 1) bei Teilerhalt und Umnutzung alter Hallen oder bei Komplettabriss eine Nutzungsmischung mit Schwerpunkt Wohnen (Szenario 2). Die verkehrliche Erschließung sollte hauptsächlich über die Otto-Brenner-Straße erfolgen.

Rahmenplanung für das „Drahtviertel“

Das, was die CDU unter dem Etikett „Drahtviertel“ im Kommunalwahlkampf gespielt hatte, sei nach dem Führungswechsel im Rathaus nie konsequent weiter verhandelt worden, sagte Pampus. Nach Vorstellung der Rahmenplanung hatte vor allem die CDU schon eine Art Drahtviertel „light“ vor Augen, sprach von studentischem Leben und Innovation, einer Aufhübschung der Bahnunterführung und der Aufgabe „groß zu Denken“.

Nun wird es wohl eine Entwicklung geben, die am ehesten dem dritten damals entworfenen Szenario entspricht: Dieses ging von einem Verbleib der WDI auf dem Gelände aus. Vorgeschlagen wird darin noch eine ergänzende Bebauung entlang der Wilhelmstraße und der Hobreckerstraße – als Mehrwert für die städtebauliche Entwicklung dieses industriell geprägten Bereiches. Wohnnutzungen wurden in diesem Szenario angesichts der industriellen Nutzung durch die WDI allerdings ausgeschlossen.

Stadt spricht von Leitlinie

Die Stadt habe die Rahmenplanung als Vorschlag und eine Art Leitlinie angeboten, sagte Sprecher Tom Herberg. Die Entscheidung, was auf dem Gelände geschehen solle, liege letztlich aber beim Eigentümer, der WDI.

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