VonConstanze Juckenackschließen
Wer „Familien“ und „Hamm“ googelt, gewinnt den Eindruck, dass Hamms Familien hauptsächlich vor Problemen stehen. Das soll sich vor allem mittels finanzieller Kraftanstrengung bald ändern.
Hamm – Infos über Hilfsangebote stellen in Hamm den Großteil dessen dar, was zu finden ist – nicht etwa Ausflugstipps, Listen guter Schulen oder Kontaktdaten zu Hebammen, die noch Termine frei haben. Vielleicht ändert eine neue, ziemlich teure Internetseite etwas am problembehafteten Blick auf Familien. Die Stadt baut gerade das digitale Familienrathaus auf, wie die Pressestelle mitteilt.
Auf dieser Internetpräsenz sollen Familien alles, was sie interessiert, zügig finden, Anträge stellen können, sich im Videochat beraten lassen und mehr. „Gerade junge Eltern haben wenig Zeit – vor allem, wenn die Kinder schlafen. Sie müssen also das Gesuchte und ihren Ansprechpartner schnell und zeitunabhängig finden können, Anträge sofort stellen und Termine direkt buchen können“, erklärt Colja Krause, Vorsitzender des Ausschusses für Digitalisierung und Innovation. Genau das solle die neue Plattform bieten.
Die Stadt will sich das einiges kosten lassen. Für bis zu 113 .000 Euro will sie den IT-Dienstleister Citeq in Münster beauftragen. Das geht aus einer Vorlage hervor, über die zunächst mehrere Ausschüsse beraten und über die der Rat in seiner Sitzung am 27. September abstimmen wird. Die Citeq soll für dieses Geld die bislang strukturell uneinheitlichen Onlineangebote homogenisieren und auf eine einheitliche technische Grundlage stellen, so steht es in der Vorlage.
Digitales Rathaus: Erklärvideos für 42.000 Euro
Für weitere 42.000 Euro will die Stadt fünf Erklärvideos erstellen lassen. „Die Videos sollen den Familien eine Hilfestellung in der jeweiligen Lebenssituation bieten und auf verständliche Weise komplexe Informationen zu relevanten Angeboten geben“, heißt es in der Vorlage. Ein einminütiges Video koste einer Marktanalyse zufolge 8400 Euro.
„Das digitale Familienrathaus ist ein zentraler Baustein unseres Anspruchs, zur familienfreundlichsten Stadt Deutschlands zu werden“, sagt Oberbürgermeister Marc Herter. Fertig werde es nie, weil immer neue Angebote ergänzt werden könnten.
