Hohensyburg in Dortmund

Mystische Burgruine in NRW – jeder kann sie besichtigen

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Die Hohensyburg in Dortmund ist mehr als nur eine Burgruine. Sie ist ein Zeugnis der Geschichte, das bis in die Zeit Karls des Großen zurückreicht.

Dortmund – Schon Karl der Große, den manche als Vater Europas bezeichnen, hat von der Hohensyburg in Dortmund (NRW) wohl schon einmal aufs Ruhrtal hinab gesehen. Die Burgruine im Süden von Dortmund ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Die alten Mauern und Türme tragen den Atem der Geschichte in sich.

Alte Burgruine in Dortmund stammt noch aus dem Mittelalter

Die Ruinen der Hohensyburg in Dortmund sind heute ein beliebtes Ausflugsziel. (Archivbild)

Im 7. Jahrhundert hatte das Volk der Sachsen auf dem Plateau über der Mündung von Lenne und Ruhr eine Wallburg aus Holz errichtet. Die stand aber den Franken, genauer gesagt Karl, dem Großen, bei der Eroberung des Landes im Weg.

Wer war Karl der Große?

► Karl der Große war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs und gehörte zum Adelsgeschlecht der Arnulfinger, das ihm zu Ehren in Karolinger umbenannt wurde.

►Er zählt zu den bedeutendsten Herrschern im Mittelalter und wird auch als „Vater Europas“ bezeichnet, da sein Reich bald einen großen Teil Mitteleuropas umfasste.

►Im Jahr 800 wurde er in Aachen zum Kaiser gekrönt.

►Seine Amtszeit war geprägt von zahlreichen Reformen und Kriegen.

►Eines seiner erklärten Ziele war die Verbreitung des christlichen Glaubens in Europa.

►Im Zuge dessen führte er etliche Kriege, etwa gegen das heidnische Volk der Sachsen, das er letztendlich unterwarf.

Er nahm die Anlage wohl im Jahr 775 ein und nutzt den Bau seinerseits als Bollwerk gegen die säschsichen Stämme. Ein Jahr später belagerten die noch einmal die Hohensyburg, allerdings erfolglos, wie es auf der Website des Ruhr-Guides heißt. Teile des alten Walls sind noch heute auf dem Plateau erkennbar.

Rund 325 Jahre später wurde der alte Holzwall dann durch eine Burg aus Stein ersetzt. Die Überreste davon sind noch heute zu sehen, so etwa der alte Wehrturm. Gräber aus der Zeit der Karolinger, also dem Adelsgeschlecht, dem auch Karl der Große angehörte, lassen sich noch heute auf dem Friedhof unterhalb der Burg finden.

Turm der Burganlage in Dortmund wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört

Vermutlich wurde die Hohensyburg bis ins 17. Jahrhundert von verschiedenen Adelsfamilien genutzt. Auch danach spielte das Gelände eine wichtige Rolle. So entstand etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, also ein 34 Meter hoher Turm und eine Statue des Kaisers auf einem Pferd. Der wurde flankiert von Otto von Bismarck und Graf Helmuth von Moltke, ebenfalls in Form von Statuen. Denkmäler für Otto von Bismarck gibt es im Ruhrgebiet einige, ein besonders verwunschener etwa in Essen-Kray.

An der Hohensyburg in Dortmund gibt es auch ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Ursprünglich standen noch mehr Statuen neben dem Kaiser, doch die wurden in der Zeit des Nationalsozialismus entfernt. Überhaupt hat der Zweite Weltkrieg der Anlage zugesetzt. Die Wehrmacht nutzte einen Turm der Burg, der für den einstigen Besitzer der Burg, Ludwig Freiherr von Vincke gebaut worden war, als Artellerie-Beobachtungsposten.

In dieser Zeit wurde der Turm von Granatentreffern schwer beschädigt und rund zehn Jahre nach Kriegsende restauriert. Heute gehören das Kaiser-Denkmal, die Burg und der Vincketurm dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Gelände um die Burgruine bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten

Hohensyburg beschreibt eigentlich nur die mittelalterliche Burgruine auf dem Berg. „Aber die Dortmunder und Dortmunderinnen nennen einfach das ganze Ausflugsziel rund um die Burg so“, heißt es bei der Touristeninformation der Stadt Dortmund. Damit ist dann also nicht nur die Ruine, sondern auch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Vincketurm und die spektakuläre Aussicht über das Ruhrtal gemeint.

Die Hohensyburg in Dortmund

Wo? Hohensyburgstraße 202; 44265 Dortmund

Was? Burganlage mit Ruinen, Turm, Kaiser-Wilhelm-Denkmal und Mini-Golf-Platz.

Dazu zählt auch ein Minigolf-Platz, die Naturbühne Hohensyburg, wo Theaterstücke für Kinder aufgeführt werden und tatsächlich auch eine größere Casino-Anlage und ein Restaurant. Wer sich gern bewegt, kann die Anlage auch als Teilstück auf einem der zwei Wanderwege erkunden, die auf den Berg hinauf führen. (ebu)

Rubriklistenbild: © E. Teister/blickwinkel/Imago

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