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Wie kommt es zu einem Kaminbrand, wie wird man darauf aufmerksam und wie kann man ihn verhindern? Handlungsanweisungen und Tipps zum richtigen Heizen.
Warstein – Wenn draußen die Temperaturen sinken, soll es drinnen trotzdem warm bleiben. Die einen drehen an den Heizungsthermostaten, die anderen nutzen ihren Kaminofen. Doch mit dem Beginn der Heizperiode steigt auch die Gefahr von sogenannten Kaminbränden.
Am zurückliegenden Wochenende wurde der Löschzug Warstein gleich zu zwei Kaminbränden alarmiert, der Löschzug Belecke rückte am Dienstagmorgen unter gleichem Alarmierungsstichwort in die Bornholzstraße aus. Alle Einsätze hatten glücklicherweise einen glimpflichen Ausgang, doch was ist überhaupt ein Kaminbrand? Wie entsteht er, wie wird er gelöscht und wie kann man ihm vorbeugen?
Die Einsätze der vergangenen Tage
Am Samstagabend ging es in die Warsteiner Schubertstraße, am Sonntagmorgen in die Straße Am Mühlenbruch, am Dienstagmorgen in die Bornholzstraße. In allen drei Fällen war auch die Drehleiter im Einsatz, zu Schaden kam niemand. „Es ist aktuell tatsächlich die typische Zeit für Kaminbrände“, erklärt Carsten Lehmann, Pressesprecher der Feuerwehr der Stadt Warstein: „Die Heizperiode beginnt, vielleicht befinden sich noch Rückstände von der vergangenen Saison im Kamin. Im Grunde kann es aber zu jeder Zeit zu einem Kaminbrand kommen, wenn der Ofen in Betrieb ist.“
Wird über längere Zeit falsch geheizt, beispielsweise mit nassem Holz oder zu wenig Sauerstoff, verbrennt das Holz nicht vollständig und Ruß lagert sich an der Innenwand des Kamins beziehungsweise des Schornsteins ab. Dieser Ruß wiederum kann sich während des Heizens entzünden und so zu einem Kaminbrand führen.
Feststellung und Handlungshinweise
Am ehesten lässt sich ein Kaminbrand durch Flammenschlag, Funkenflug oder dichten Rauch aus dem Schornstein erkennen, auch laute Geräusche aus dem Kamin im Hausinneren können ein Indiz sein. Häufig sind es aber Passanten oder Nachbarn, die „von draußen“ einen Kaminbrand vor den Hausbewohnern selbst feststellen.
„Auf keinen Fall sollte ein Kaminbrand mit Wasser gelöscht werden“, so Lehmann: „Aus einem Liter Wasser können grob 1 200 Liter Wasserdampf werden, das hätte fatale Folgen.“ Vielmehr sollte Ruhe bewahrt und direkt die Feuerwehr alarmiert werden, die dann den Kamin mit entsprechendem Werkzeug kehrt. Der Ruß wird abgetragen, aufgefangen und der Kaminverlauf mit einer Wärmebildkamera kontrolliert.
Grundsätzlich, so Lehmann, sei ein Kamin natürlich für Feuer gemacht, dennoch sollten Kaminbrände niemals unterschätzt werden: „Wichtig ist auch, dass Kamine im Haus nicht zugestellt sind, beispielsweise mit Bücherwänden oder Schränken.“
Tipps eines Schornsteinfegers
Beim Feuerwehreinsatz in der Schubertstraße am Samstagabend war auch der Warsteiner Schornsteinfeger Marc Lohmann vor Ort. „Bei gemeldeten Kaminbränden muss immer auch ein Bezirksschornsteinfeger hinzugezogen werden“, schildert er: „Unabhängig davon, in welchem Bezirk er regulär arbeitet. Die Telefonnummern sind bei der Leitstelle der Feuerwehr hinterlegt, wir Bezirksschornsteinfeger sind aber auch untereinander gut vernetzt.“
Die Hauptursache für Kaminbrände sei fehlender Sauerstoff, erklärt Lohmann: „90 Prozent der Kaminbrände entstehen, weil die Leute zu wenig Luft zu geben.“ Hinzukämen nasses Holz oder zu große Holzstücke: „Die Holzpreise sind gestiegen. Und klar, wenn man mehr Sauerstoff zuführt, verbrennt das Holz auch schneller. Aber mehr Sauerstoff bedeutet auch mehr Temperatur. Und da hat es beim Heizen einen größeren Nutzen, wenn der Ofen zwei Stunden lang gut verbrennt, als wenn er sechs Stunden nur langsam vor sich hin lodert.“ Ganz abgesehen von der Kaminbrandgefahr: „Ein Zeichen von schlechter Verbrennung ist zum Beispiel auch eine schwarze Scheibe am Ofen.“
Auf keinen Fall sollte ein Kaminbrand mit Wasser gelöscht werden.
Und ein Kaminbrand könne auch schon zwei oder drei Wochen entstehen, nachdem der Schornsteinfeger da war, je nachdem wie und womit geheizt werde, so Lohmann: „Deshalb ist wichtig: Ausreichend Sauerstoff zuführen, kein zu großes und nasses Holz verbrennen und regelmäßig den Ofen und das Ofenrohr reinigen. Denn das ist Aufgabe des Betreibers, also des Hausbewohners, nicht des Schornsteinfegers.“
Wenn man das beachte, sinke die Gefahr eines Kaminbrandes drastisch – „und die Zahlen der Kaminbrände sind aufgrund von Aufklärung und Beratung sowieso schon stark gesunken“.
Wichtig sei, wenn es dann doch zu einem Kaminbrand komme, Ruhe zu bewahren und die Feuerwehr zu alarmieren, nicht zuerst den Bezirksschornsteinfeger: „Passiert das alles rechtzeitig, kommt es zu keinen größeren Schäden.“
