Dritte Ausschreibung

Hoffen in der Mark: Gibt‘s bis Herbst endlich wieder einen Schulleiter?

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Auch bildlich eine Einstimmung auf den Herbst: Wenn alles glatt läuft, könnte laut Bezirksregierung die Schulleiterstelle an der Marker Dorfstraße wieder besetzt sein. Dann, wenn die Bäume die Blätter fallen lassen.
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„Aller guten Dinge sind drei“ ist nur ein Spruch, aber könnte im Fall der Wiederbesetzung der Schulleitung an der Realschule Mark in Hamm Bestätigung finden.

Hamm – Nach der dritten Ausschreibung macht die Bezirksregierung Arnsberg Hoffnung darauf, dass die Vakanz nach mehr oder weniger als einem Jahr endet. „Die Ausschreibung war diesmal erfolgreich“, sagt Ursula Kissel, Sprecherin der Bezirksregierung. Für Details sei es aber noch zu früh. Das Verfahren laufe noch. Auch, ob es einen oder mehrere Bewerber gibt, lässt sie noch offen. Bewerbungsschluss der dritten Ausschreibung war am 8. Juni.

Nach den ersten beiden Versuchen zur Neubesetzung hieß es von der Bezirksregierung, keine geeigneten Kandidaten gefunden zu haben. Der Zwischenstand nach dem dritten Versuch klingt hoffnungsvoller. Allerdings liegen noch mehrere Verfahrensschritte und die Einhaltung von Fristen vor einer Wiederbesetzung. Oder es könnte noch ganz anders kommen. „Es ist auch schon passiert, dass Bewerber ihre Bewerbung zurückgezogen haben“, sagt sie.

Der zeitliche Verlauf des weiteren Verfahrens lässt sich nur ungefähr eingrenzen. Zum Beginn des neuen Schuljahrs werde es „auf jeden Fall“ nicht abgeschlossen sein. „Es wird schon eher in den Herbst hineingehen“, sagt die Sprecherin der Bezirksregierung und versucht eine grobe Einschätzung.

Schulleitungs-Probleme allgemeiner Art

Die Probleme bei der Wiederbesetzung der Schulleitungsstelle sind allgemeiner Art, wie die Bezirksregierung Arnsberg schon der Vergangenheit erklärte. Zunächst machten sie sich bei Grundschulen bemerkbar. Die Tendenz aber, wie es heißt, nehme an weiterführenden Schulen immer weiter zu.

Mehr als ein Jahr ist die Stelle an der Realschule Mark vakant. Zuletzt hatte Iris Luig im Frühjahr 2019 die Aufgaben übernommen. Zuvor hatte sich ihre Vorgängerin Susanne Zerbo-Jonigk im Sommer 2017 zur Bezirksregierung verabschiedet. Jörg Westhoff übernahm die Leitung kommissarisch, wechselte aber im Februar 2019 als Schulleiter nach Heessen. Mit Luig gab es zwar eine vergleichsweise zügige Nachfolgeregelung. Aber schon im „späten Frühjahr“ 2021, wie es hieß, liefen mit der Bezirksregierung Gespräche über eine Versetzung.

Luig wechselte vor einem Jahr nach Meschede. Schon vorher war sie ausgefallen, übernahmen die erste stellvertretende Schulleiterin Christiane Kräling-Lietzke und die zweite Stellvertreterin Martina Dunker-Schade die Aufgaben. Letztere verabschiedete sich aber im Februar in den Ruhestand. Ihre Stelle wurde nicht wiederbesetzt. Die Realschule Mark hatte im vergangenen Schuljahr rund 530 Schüler.

Hunderte Stellen-Probleme

Etwa 88 Prozent der Schulleiter und 79 Prozent der Konrektoren-Stellen an Grundschulen waren im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen besetzt, alle anderen vakant. Das ging Mitte 2021 aus einer Kleinen Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag an das Schulministerium hervor. Die Probleme, Schulleiterstellen zu besetzen, bestehen seit Jahren. Lehrergewerkschaften sagten Medien dazu, dass sie die Gründe darin sehen, dass die Schulleiter große Verantwortung trügen, aber dafür weder ausreichend Unterstützung noch ausreichend Geld erhielten.

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