„B-tween“

Ehemalige Ritterpassage: Fassade des Ostflügels verschwindet im Februar

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Hamms größte Innenstadtbaustelle: Als nächstes wird die Fassade der ehemaligen Ritterpassage abgetragen.
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Nach dem Abbruch des Westflügels der Ritterpassage werden die Arbeiten für das neue „B-tween“ nun zunächst am noch bestehenden Ostflügel fortgesetzt.

Hamm – Ab etwa Mitte bis Ende Februar werde hier die alte Verkleidung abgetragen und das Gebäude zunächst provisorisch abgedichtet, sagte Projektleiterin Anna Funke von Fokus Development. Dies sind vorbereitende Arbeiten für das neue Gesicht, das der Ostflügel am Ende erhalten wird.

Ehemalige Rotunde wird begradigt

Dies werde sich von der bisherigen Architektur und auch von dem künftigen Westflügel optisch deutlich unterscheiden, kündigte Funke an. „Den Gedanken von der Einkaufsmall haben wir zu den Akten gelegt. Städtebaulich wird die Idee der Geschäfts- und Handelshäuser aufgegriffen. Es wird Rück- und Vorsprünge geben, und die ehemalige Rotunde wird begradigt. Das Bestandsgebäude wird neu interpretiert. Es wird zwar mit dem neuen Westflügel korrespondieren, aber eine andere Optik haben.“

Das gelte auch für die Materialien. Hier werde für die Fassade kein Klinker verwendet, so wie am Westflügel vorgesehen. Die Ladenlokale bleiben weiter geöffnet. Die nächsten Schritte:

  • Fernwärme: Die Fernwärmeleitungen für das B-tween sind in Arbeit. Dabei handelt es sich um die Baustelle am Westenwall längs des Allee-Centers, die noch sichtbar ist und vor Weihnachten am Westring begonnen hat. Die Arbeiten gehen bis zum Hausanschluss.
  • Kampfmittel: Die Kampfmittelsondierung, die Voraussetzung für den Neubau und die Einrichtung der Baugrube ist, werde nicht von der Bezirksregierung Arnsberg durchgeführt, sondern von dem Unternehmen, das auch mit dem Tiefbau beauftragt worden sei, sagte Funke. Es handele sich um ein für die Sondierung zertifiziertes Unternehmen.
  • Archäologie: Die archäologische Untersuchung des Baufeldes, die eigentlich baubegleitend erfolgen sollte, wird vorgezogen. Beauftragt worden ist ein Dortmunder Unternehmen, das bereits zahlreiche Grabungen in Hamm durchgeführt hat. Im Bereich der ehemaligen Tiefgarage sei zwar nicht mit Archäologie zu rechnen, im unbebauten Umfeld möglicherweise aber wohl, sagte Archäologe Dr. Georg Eggenstein von EggensteinExca auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Baustelle liegt in der Nähe der ehemaligen Stadtbefestigung. Die Innenseiten einer Befestigungsanlage seien oft als Gebäuderückwände benutzt worden, so Eggenstein. Möglicherweise gebe der Bereich Aufschluss darüber, wie die mittelalterliche Stadtbefestigung tatsächlich beschaffen gewesen ist. Darüber sei an dieser Stelle bisher nichts bekannt.
  • Baugrube: Die Einrichtung solle nach den Sondierungen voraussichtlich im Frühjahr erfolgen, so Funke. Ein Thema wird die Wasserhaltung sein: Um den hohen Grundwasserspiegel zu senken, würden Pumpen eingesetzt.
  • Bauleitung: Die Bauleitung und die Firmen sollen nach Möglichkeit im Altbestand Quartier beziehen. „Ziel ist es, den öffentlichen Raum so weit wie möglich frei zu halten“, so Funke. Denkbar seien auch Container auf dem eigenen Grundstück.
  • Verkehr: Die Baustellenzufahrt erfolge über den Westenwall. Es könne je nach Bauphase zu mehr Lkw-Verkehr und Beeinträchtigungen kommen. Eine Vollsperrung sei nicht geplant.
  • Vermietung: Das neue Gebäude bleibe im Bestand von Fokus. Anfragen für Büros und Geschäfte lägen vor. Die Vermarktung laufe schon. Der Einstieg in die Vermarktung des Wohnraums erfolge zu einem Zeitpunkt, „wenn schon etwas Gebautes“ zu sehen ist, möglicherweise eine Musterwohnung.

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