Wuppertal

Ein Ort namens Bratwurst – Was hat es damit auf sich?

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Auf Google Maps taucht ein in Wuppertal ein Ort mit einem sehr speziellen Namen auf. Die Geschichte von Bratwurst ist fast 200 Jahre alt.

Wuppertal – Bratwurst ist am Ende ziemlich klein. Nur ein paar Häuser stehen dort. „Ortslage“ heißt das im Fachjargon. Und trotzdem ist der Ort bei Wuppertal (NRW), der zum Stadtteil Uellendahl-West gehört, längst über die Stadtgrenzen bekannt. Dabei steht dort noch nicht mal eine Wurstbude. Seit dem 19. Jahrhundert existiert der Ort bereits, berühmt wurde er aber erst viel später.

Ein Ort namens Bratwurst in Wuppertal wird berühmt

Bratwurst ist nämlich seit einiger Zeit als eigener Ortsteil von Wuppertal bei Google Maps zu sehen. Wie genau die Ortschaft, die heute aus wenigen Häusern besteht, dort landete, ist bislang nicht geklärt. Einige Medien berichten, dass sogenannte Internet-Trolle dafür gesorgt haben. Darunter versteht man Menschen, die im Internet absichtlich für Verwirrung sorgen.

Einen Ort namens Bratwurst ist im Wuppertaler Stadtgebiet bei Google Maps vermerkt. (IDZRNRW-Montage)

So gibt es etwa die Theorie, dass besonders viele Leute Bratwurst bei Google als Ort eingetragen haben. Das ist für jeden Nutzer mit eigenem Google-Account möglich. Nach einer Prüfung durch den Konzern wird der Ort freigegeben. Seit wann Bratwurst bei Google Maps als prominenter Wuppertaler Ort zu finden ist, lässt sich nicht klären. Mehr Informationen als die zugehörige Postleitzahl finden sich bei dem Ort auf Google ohnehin nicht.

Die Geschichte von Bratwurst beginnt im 19. Jahrhundert

Trotzdem hat die Existenz von Bratwurst im Internet für viel Aufmerksamkeit und Amüsement gesorgt. Auf Facebook diskutieren etwa einige Nutzer über den Ursprung des Namens. Einer schreibt, es habe früher an der Stelle eine Raststätte gegeben, wo Fuhrleute gerne Rast machten, um eine Bratwurst zu essen. Ein anderer weist darauf hin, dass es sich bei dem Namen um eine traditionelle Bezeichnung handelt: „Von der Sorte gibt es nicht nur in Wuppertal noch jede Menge.“

Welche kuriosen Ortsnamen gibt es noch in NRW?

► In Radevormwald im Oberbergischen Kreis gibt es einen Ort namens Kaffeekanne.

► Im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge gibt es einen Weiler mit dem Namen Faulebutter.

► Puffendorf ist ein Kirchendorf und Stadtteil von Baesweiler, das zur Städteregion Aachen gehört.

► Ein Stadtteil von Leichlingen im Rheinisch-Bergischen Kreis heißt Witzhelden.

Der offiziellen Version nach stammt der Name von einem einzelnen Haus oder einer Werkstatt, auch Kotten genannt, die etwas abseits eines Dorfes stand. Demnach ist der Name Bratwurst bereits in Karten aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu sehen. Auf einer Karte von 1824 ist der Ort bereits unter dem Namen „An der Bratwurst“ vermerkt – vermutlich tatsächlich, weil dort Bratwürste verkauft wurden.

Wuppertalerin wünscht sich ein Ortsschild für Bratwurst

In einer Statistik zur Einwohnerzahl heißt es, dass im Jahr 1830 rund 30 Einwohner in Bratwurst gelebt haben. Damals wurde der Ort schon als Kotten eingestuft – damals soll es dort zwei Wohnhäuser und zwei landwirtschaftliche Gebäude gegeben haben. 27 Menschen lebten dort - davon waren alle bis auf einen evangelischen Glaubens. Rund hundert Jahre später, um 1930, ist Bratwurst noch als Ortslage zu finden – danach wird sie nicht mehr erwähnt.

Heute erinnert nicht viel an die vermeintliche Verpflegungsstelle in Bratwurst. Am Westfalenweg, Ecke Hans-Böckler-Straße, wo bei Google der Ort angezeigt wird, befindet sich eine Wiese – keine Wurstbude, kein Ortsschild. Obwohl das sicher beliebt wäre: „Ich wünsche mir ein Schild an der Stelle mit dem Namen “Bratwurst“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook. Wie lange das stehen bleiben würde, ist eine andere Frage. (ebu)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbaur/imago & Manuel Stefan/imago

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