Beschmiert, aber dennoch erfolgreich für die Stadt: Die Blitzersäule an der Unnaer Straße hat allein in diesem Jahr schon mehr als 400.000 Euro eingebracht.
Durch die höheren Bußgelder spielt die Blitzsäule an der Unnaer Straße in Hamm-Freiske wieder deutlich mehr Geld ein.
Hamm – Die grau-schwarze Blitzer-Säule an der Unnaer Straße in Freiske hat in den vergangenen Monaten die Kassen in der Stadt Hamm wieder lauter zum Klingeln gebracht als zuvor. Hatte die einstige „Gelddruckmaschine“ im Jahr 2021 noch den niedrigsten Wert seit vielen Jahren produziert, so befindet sie sich in diesem Jahr auf Rekordkurs.
Das liegt in erster Linie an den Änderungen der Regelsätze der Bußgeldkatalogverordnung Ende 2021. Wer zu schnell fährt, muss seitdem deutlich tiefer in die Tasche greifen. Da keine detaillierte Auswertung der Temposünden erfolgt, zieht die Stadt eine durchschnittliche Verwarn- und Bußgeldhöhe zur Ermittlung einer Einnahmen heran. Diese lag im Jahr 2021 bei 28,02 Euro. Seit 2022 liegt das Mittel bei 45,54 Euro.
Entsprechend hochgerechnet wurden zuletzt folgende Summen in Freiske eingenommen:
2020: Knapp 400.000 Euro kamen durch 13.200 Tempoverstöße zusammen. Der damalige Durchschnittswert lag bei 29,58 Euro.
2021: Das Jahr mit dem zuletzt niedrigsten Betrag. 259.000 Euro mussten die 9250 Temposünder zusammen bezahlen.
2022: Mitte Oktober dieses Jahres hatte die Säule bereits 428.000 Euro eingebracht. Damit könnte die bisherige Höchstsumme an diesem Standort aus dem Jahr 2019 geknackt werden. Damals waren es 450.000 Euro gewesen. Allerdings tappten damals rund 15.500 Fahrzeuge in die Blitzerfalle. In diesem Jahr wurden für das Erreichen der hohen Summe aufgrund der hohen Beträge bislang lediglich 9400 Temposünder benötigt.
Blitzer in Hamm: große Richtungs-Unterschiede
Auffällig bei diesem stationären Messgerät ist weiterhin der große Unterschied zwischen den Tempoverstößen in Fahrtrichtung Rhynern und in Fahrtrichtung Bönen.
In diesem Jahr wurden bislang in Fahrtrichtung Rhynern 2670 Fahrzeuge gemessen, die zu schnell unterwegs waren. In Fahrtrichtung Bönen waren bis Mitte Oktober bereits 6746 Fahrzeuge. Das dürfte am Standort der Messsäule liegen. Sie befindet sich am rechten Straßenrand in Fahrtrichtung Rhynern. Sie misst aber in beide Fahrtrichtungen. Womöglich fühlen sich die Fahrzeuge auf der gegenüberliegenden Fahrbahn zu sicher.
Ähnlich waren die Zahlen übrigens für das gesamte Jahr 2021. Damals wurden in Richtung Rhynern 2744 Fahrzeuge geblitzt, in Fahrtrichtung Bönen 6508 Fahrzeuge. Diese Zahlen zeigen auch, dass in 2022 voraussichtlich deutlich mehr Temposünder als 2021 unterwegs gewesen sein werden. Grund dürfte unter anderem die Zunahme des Verkehrs nach dem Auslaufen der scharfen Corona-Vorschriften sein.