VonDirk Wilmsschließen
Erst gab es kaum Bewerber, dann wurde es schwer zu wählen. Am Ende ragte die Kinderkirche Borgeln-Schwefe heraus. Ihre Arbeit wurde mit dem Heimatpreis Welver 2023 belohnt.
Eigentlich hätten alle einen Preis verdient, doch die Regularien sehen eben nur drei Preisträger vor.
Welver – Sie hatten die Qual der Wahl. Wochen-, wenn nicht gar monatelang sah es so aus, als würde es bei der dritten Auflage des Heimatpreises in der Gemeinde Welver kaum Bewerber geben. Doch dann, kurz vor Toresschluss, trudelte eine Bewerbung nach der anderen im Rathaus ein. 13 Kandidaten galt es demnach zu bewerten, kein leichtes Unterfangen für die Jury. Letztlich musste das Gremium aber eine Auswahl treffen und kürte die Kinderkirche Borgeln-Schwefe in der Evangelischen Kirchengemeinde Niederbörde zum Sieger für das Jahr 2023. Platz zwei ging an den Angelsportverein Lange Peitsche in Meyerich, Platz drei an das Theater am Kloster in Kirchwelver.
Bürgermeister Camillo Garzen hob in seiner Dankesrede lobend hervor, dass es in der Gemeinde so viele Menschen gibt, die sich so vielfältig engagieren. „Dabei fragen sie nicht, was sie dafür kriegen“, unterstrich er das für die Gemeinschaft so elementare ehrenamtliche Engagement. Daher sei es auch eine Freude gewesen, unter so vielen Bewerbern auswählen zu müssen.
Heimatpreis Welver 2023: Alle sind Gewinner




Heimatpreis 2023: Bürgermeister lobt Engagement
Neben ihm gehörten Vorjahres-Preisträger Alexander Baimann, die Vizebürgermeister Andreas Braun und Carsten Deutschmann sowie Tim-Fabian Römer als Vorsitzender des Ausschusses für Ehrenamt, Kultur, Bildung, Sport, Soziales und Generation an. In intensivem Austausch habe man beraten. „Eigentlich hätten alle einen Preis verdient, doch die Regularien sehen eben nur drei Preisträger vor“, erklärte Garzen.
Gleichwohl wurden alle Bewerber belohnt. Denn die Gemeinde hielt neben den vom Land Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellten 5000 Euro Preisgeld „westfälische Flachgeschenke“ für alle Kandidaten bereit, die am Mittwochabend, 17. Januar, zur Preisvergabe im Ratssaal erschienen waren. „Als Dank dafür, dass sie mitgemacht haben“, betonte Garzen, der allen Bewerbern die Möglichkeit gab, sich kurz vorzustellen.
Heimatpreis 2023: Dritter Platz für Theater am Kloster
Im Mittelpunkt aber standen die drei Preisträger. Garzen hatte die Ehre, anstelle des verhinderten Ausschussvorsitzenden Römer Platz drei zu würdigen, der an das Theater am Kloster mit seinen Klosterkapriolen ging. „Ich habe zwei Aufführungen gesehen und kann nur empfehlen, sich das anzuschauen“, war er voll des Lobes für die Laienschauspieler, die die Geschichte von Kirchwelver schauspielerisch so eindrucksvoll darstellen würden.
Die vierten Plätze
Landfrauen Ortsverband Dinker, Kirchengemeinde Niederbörde, Reit- und Fahrverein Welver, Kirmes-Verein Scheidingen, Technikteam der Kirchengemeinde St. Maria, Tanzsportgarde TV Flerke, Landjugend Nateln-Dinker, kfd Welver, SuS Scheidingen sowie Arbeitskreis für Geschichte und Heimatpflege Welver.
1000 Euro gab es für Platz drei, wofür sich Britta Mayweg bedankte. „Der Blutschatz der Nonnen“ hieß das Stück im vergangenen Jahr und soll auch in diesem Jahr wieder zur Aufführung kommen. „Es haben so viele Leute keine Karte bekommen können, dass wir uns entschlossen haben, in 2024 eine Neuauflage zu bringen“, kündigte Mayweg an. Ein Termin steht aber noch nicht fest. „Wir müssen abwarten, dass das Bernhard-Haus renoviert worden ist, denn das brauchen wir unbedingt“, so die Sprecherin.
Heimatpreis 2023: Dieser Verein angelt sich Platz zwei
Platz zwei ging an den Angelsportverein „Lange Peitsche“ in Meyerich. Vizebürgermeister Andreas Braun hob in seiner Laudatio die Verdienste der Angler bei der Wiederherstellung des Biotops rund um die Gräfte in Meyerich hervor. Hier sei weiteres Engagement geplant, um beispielsweise zwei Infotafeln an dem historisch so bedeutsamen Areal aufzustellen, das zudem noch umzäunt werden müsse. So könnte die 1500 Euro Preisgeld gewiss gut investiert werden.
ASV-Vorsitzender Rembert Kebernik betonte, dass sich die Angler als Naturschützer betrachten, neben der Gräfte sich auch um das Angelrevier an der Ahse kümmern. Für wichtig erachten sie, auf einer der geplanten Infotafeln die Fischarten zu erläutern, die in der Gräfte angesiedelt sind. Auf einer zweiten Tafel soll es um die Tierarten gehen, die im Biotop rund um die Gräfte leben. „Kinder wissen ja heute kaum noch, wie sich ein Frosch entwickelt“, hob er hervor. Und um die Anlage sicher zu machen, sei eben ein Zaun nötig.
Kinderkirche erhält den Heimatpreis
Der 1. Preis in Höhe von 2500 Euro ging an die Kinderkirche Borgeln-Schwefe. Vizebürgermeister Carsten Deutschmann, selber als Zugereister in Borgeln beheimatet, zeigte in seiner Laudatio auf, dass die vor 20 Jahren aus der Taufe gehobene Kinderkirche durch Corona quasi zum Erliegen gekommen sei. Dank des Einsatzes der ehrenamtlichen Helfer sei es aber gelungen, das Projekt wieder zum Leben zu erwecken.
Die Sprecherinnen Kirsten Loer und Tamara Deimann zeigten sich total überrascht von der Ehrung. Sie erläuterten, dass sich 30 bis 40 Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren einmal im Monat wechselweise in den beiden Kirchen in Borgeln und Schwefe treffen. „Wir wollen den Kindern eine Heimat bieten und zeigen, dass Kirche nicht nur ein Gemäuer ist.“ Rund 20 Mitarbeiter kümmern sich um die Schar, wodurch auch Brücken gebaut werden zwischen zwei einst rivalisierenden Dörfern. Schon jetzt laufen die Planungen für ein Sommerfest, wofür das Geld gut eingesetzt werden kann.
Im Herbst 2024 darf eine der Damen von der Kinderkirche in der Jury mitwirken, wenn der Heimatpreis für dieses Jahr vergeben wird. Dann wird mit Beate Kolpacik, der Gleichstellungsbeauftragten im Rathaus, ohnehin wieder eine Frau in der Jury sitzen, nachdem die Jury für den nun vergebenen Preis ausschließlich aus Männern bestanden hatte.

