VonMarkus Hannekenschließen
Betreten (noch) verboten: Der „Erlebensraum Lippeaue“ gilt in weiten Teilen immer noch als Baustelle, doch immer mehr Hammer spazieren oder radeln bereits neugierig hindurch. Nun gibt es endlich ein Datum für die Eröffnung.
Hamm - Nach viereinhalbjähriger Bauzeit soll am 17. Juni 2023 mitten in Hamm das riesige Umweltschutzprojekt „Erlebensraum Lippeaue“ eröffnet werden. Darauf haben sich die gemeinschaftlich Verantwortlichen der Stadt und des Lippeverbands jetzt festgelegt. Durch äußere Faktoren bedingte und noch immer anhaltende Verzögerungen hatten die Benennung eines festen Zieldatums bislang verhindert.
Was an diesem Tag wo geschieht, wird laut Stadtsprecher Lukas Huster aktuell „in Absprache mit allen Beteiligten“ erarbeitet. Zu diesen gehören neben der Stadt und dem Lippeverband zum Beispiel Natur- und Umweltschutzvereine, Sportvereine und weitere um- beziehungsweise anliegende Vereine. Diese seien eingeladen, „sich an der Feier zu beteiligen“. Geplant sind ein offizieller Teil und ein buntes Rahmenprogramm für alle Bürger. Allerdings sollte angesichts des primären Umweltschutzaspektes niemand eine riesige und laute Party erwarten.
Erlebensraum Lippeaue in Hamm: Stresstest für den Zeitplan
Ursprünglich sollte das mehr als fünf Kilometer breite Projektgebiet Ende 2022 fertiggestellt und damit nutzbar sein. Unter anderem die Corona-Pandemie, Lieferprobleme, schlechtes Wetter und schließlich eine Blindgängersprengung kurz vor Weihnachten bedeuteten aber einen starken Stresstest für den Zeitplan, denn die Zusage hoher Fördergeldsummen war an die Einhaltung jener Vorgaben gebunden. Nun konnte dieser Druck ein weiteres Mal aus dem Kessel entweichen, denn die Projektpartner haben „eine entsprechende Verlängerung zur Durchführung und Abrechnung der Maßnahme erhalten“.
Erlebensraum Lippeaue: die Baustelle im April 2023




Unter anderem diese Aufgaben gilt es in der verbleibenden Zeit noch abzuarbeiten:
- Der Eingangsplatz an der Münsterstraße muss einen hellen Farbasphalt als Deckschicht erhalten. Zur Durchführung braucht es aber eine Mindestbodentemperatur und eine trockene Witterung.
- Der Wegebau östlich des Ruderclubs kann infolge gravierender Schäden durch die Bombensprengung „voraussichtlich“ erst im Sommer fertiggestellt werden.
- Die Freizeitgerätschaften wie die Boulderwand zum Klettern und viele Discgolf-Körbe müssen teils noch fertiggestellt werden, damit sie zur Einweihung Mitte Juni regulär nutzbar sind.
- An mehreren Stellen im Lippe-/Uferbereich wurden grobe sechseckige Betonblöcke platziert. Es handelt es dabei um „bewusst rustikal/naturhaft gestaltete Sitzgelegenheiten aus rohem Stampfbeton“. Deren Oberfläche werde noch „mechanisch nachbehandelt, um eine ‚natürlichere Optik‘ zu erhalten“. Die natürliche Bewitterung soll diesen Prozess unterstützen, Flechten und Moose sollen sich auf der Oberfläche ansiedeln.
Erlebensraum Lippeaue in Hamm: Wege noch nicht freigegeben
Stadtsprecher Huster weist darauf hin, dass die Fuß- und Radwege vom künftigen Auenpark an der Münsterstraße bis zum Ende an der Fährstraße offiziell noch nicht zur Nutzung freigegeben sind. Zum einen fehle noch die Asphaltierung des Deichkronenweges auf Höhe der Kläranlage Mattenbecke, zum anderen müssten die Wege noch mit einer Beschilderung ausgestattet werden.
Um die unveränderte Baustellensituation wieder sichtbar zu machen, wurden am Wochenende am Lippeufer östlich der Münsterstraße neue Bauzäune aufgestellt. Sie werden „voraussichtlich“ während der weiteren Dauer der Gesamtmaßnahme“ als Sperren dort bleiben.
Die Kosten
Für die Umgestaltung des insgesamt fünf Kilometer breiten und 195 Hektar umfassenden Lippeauengebiets stand beziehungsweise steht ein Budget von rund 40 Millionen Euro zur Verfügung. Der Großteil – rund 32,7 Millionen Euro – wird durch das Land NRW über das Programm Lebendige Lippe zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmen-Richtlinie finanziert. 7,4 Millionen Euro kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und vom Land NRW sowie einem Eigenanteil der Stadt Hamm in Höhe von 10 Prozent der EFRE-Summe. (Quelle: Pressestelle Stadt Hamm)
Rubriklistenbild: © Markus Hanneken


