Trotz Wetterkapriolen und Personalmangel

Süß und lecker: Freude auf erste Freiland-Erdbeeren aus Hamm

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Auf dem Hof Kötter in Herringen wurden in dieser Woche die ersten Freiland-Erdbeeren geerntet.
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Sie gehören zu den beliebtesten Früchten überhaupt: Erdbeeren. In Hamm werden sie unter anderem auf dem Hof Kötter angebaut. Trotz einiger Probleme im Vorfeld ist die Saison der Freiland-Erdbeeren in dieser Woche gestartet

Hamm – Auf diesen Tag haben Annette Kötter und ihr Team vom gleichnamigen Erdbeerhof lange hingearbeitet: Seit Mittwoch werden auf den Feldern im Umfeld das alteingesessenen Hofes in Herringen wieder Freiland-Erdbeeren gepflückt. Wie die Saison, die voraussichtlich bis Anfang/Mitte Juli läuft, wird? Die Frage kann Kötter erst in zwei Monaten beantworten: „Vieles hängt vom Wetter ab.“

Das hatte in den vergangenen Wochen alles zu bieten und Erdbeerbauern wie Annette Kötter das Leben nicht gerade leicht gemacht. „Aber man gewöhnt sich dran. Wir waren auf alles vorbereitet.“ Ein milder und feuchter Winter und die dadurch bedingte Gefahr von Krankheiten an den Pflanzen, Hagel und Temperatursprünge im April sowie die Gefahr von Nachtfrösten im Mai: Es war alles dabei. „Auch in den kommenden Wochen werden wir die Wetteraussichten im Blick haben“, sagt Kötter.

Saisonstart für Erdbeeren: Fünf Verkaufsstände in Hamm

Doch es ist nicht nur das Wetter, das ihr – und anderen Landwirten – Sorgen bereitet. Die Erdbeeren müssen ja auch gepflückt und an einem der fünf Verkaufsstände in Hamm – einschließlich des Hofladens – verkauft werden. Es werde immer schwieriger, Personal zu finden. Das liege zum einen an der doch recht anstrengenden Arbeit, zum anderen an der kurzen Saison. Einstige Helfer hätten mittlerweile einen festen Job und stünden nicht zur Verfügung. Zum Glück gebe es immer noch ein Helferteam, das schon seit vielen Jahren während der Saison auf dem Hof arbeitet. Auch einige neue habe man gewinnen können, vornehmlich im Verkauf.

Dennoch: Auch Annette Kötter musste der personellen Situation Tribut zollen. Im Vergleich zum vorigen Jahr wurde die Zahl der Erdbeerfelder reduziert. „Dort bauen wir jetzt Getreide an.“

Saisonstart für Erdbeeren: Folien gegen Kälte

Wie sie sagt, habe man die Unwägbarkeiten der Witterung bislang gut überstanden. „Wenn Nachtfröste oder Unwetter drohen, schützen wir unsere Erdbeeren mit Vlies beziehungsweise Folie.“ Angesichts niedriger Temperaturen habe man sie zuletzt in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ausgerollt. Ansonsten werden die reifenden Erdbeeren mit Netzen geschützt. Das helfe ein wenig gegen zu starke Sonneneinstrahlung, Hagel sowie gegen tierische Besucher wie Vögel, Hasen und Schnecken, die Erdbeeren mögen – so wie auch die Deutschen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale essen sie pro Kopf und Jahr rund 3,7 Kilogramm der süßen Früchte.

Das sind knapp acht der 500-Gramm-Schälchen, wie es sie auch im Hofladen an der Beiseystraße sowie in den Verkaufshäuschen in Bockum-Hövel, am Herringer Weg im Maxi-Center und in Rhynern zu kaufen gibt. Die beiden letzteren sollen pünktlich zum Wochenende öffnen.

Saisonstart für Erdbeeren: Hohe Personalkosten

Ein Schälchen kostet 5,20 Euro. „Das meiste sind Personalkosten“, so Kötter. Die seien in Deutschland aufgrund des Mindestlohns von 12,41 Euro pro Stunde nun einmal deutlich höher als in südlichen Ländern, bittet sie um Verständnis, dass Erdbeeren aus Hamm nicht für 2 Euro angeboten werden können.

Doch trotz alledem: Annette Kötter freut sich auf die Saison, in der – hoffentlich – das Wetter mitspielt. Ideal wären 20 bis 25 Grad, ein Sonne-Wolken-Mix und gelegentlich Regen.

Saisonstart für Erdbeeren: Folientunnel in Pelkum

Bereits seit Ende April in den Verkauf gegangen ist der Erdbeerhof Henter aus dem Kreis Unna, der auch im Kirchspiel in Pelkum anbaut. Neben Folientunneln gibt es dort ein Gewächshaus, was den frühen Start ermöglicht hat. Auch Freiland-Erdbeeren stehen dort bereit. Henter hat in Hamm zwei Verkaufsstände – im Kirchspiel und demnächst auf dem Daberg..

In vielen Supermärkten gab es bereits im Februar/März die ersten Erdbeeren, exportiert aus dem Mittelmeerraum.. Viele davon sind jedoch belastet.

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