Ummeldung von Erstwohnsitz

Streit mit Dauercampern: Stadt in NRW bleibt bei Räumung

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Seit Jahren leben die Dauercamper in Delbrück in ihren Wohnwagen. Damit soll jetzt Schluss sein, die Camper müssen umziehen. Die Stadt hat sich geäußert.

Delbrück - Der Campingplatz in Delbrück (NRW) sorgte in der Vergangenheit mehrfach für Schlagzeilen: Die teils seit Jahren auf dem Platz „Boker Seenplatte“ lebenden Dauercamper sollen umziehen. Viele der Bewohner haben ihren Erstwohnsitz auf dem Platz angemeldet – das soll sich ändern.

Streit mit Dauercampen: Stadt Delbrück bleibt bei Räumung

Wenn es nach der Stadtverwaltung geht, sollen die Camper, die ihren Wohnsitz offiziell auf dem Platz gemeldet haben, eine neue Meldeanschrift innerhalb von drei Monaten vorlegen. Für viele der Betroffenen sei dies nach Angaben von Radio Hochstift aufgrund der kurzen Zeit fast unmöglich. Jetzt hat sich die Stadt Delbrück im Kreis Paderborn erstmals zu dem Verfahren geäußert.

Zu den Einzelheiten könne die Stadt weiterhin keine Informationen nennen, jedoch allgemeine Erläuterungen abgeben. Aufmerksam auf die Situation am Campingplatz seien die Behörden durch den Brand einer Parzelle im August 2023 geworden: Ein Campingplatzbewohner habe sich offiziell über die baulichen Missstände und den geringen Brandschutz beschwert.

Dauercamper in Delbrück wurden erst nach Ortstermin bekannt

„Bis dahin hatte es keine Veranlassung gegeben, den Platz baurechtlich zu kontrollieren“, so die Stadtverwaltung, die den Vorwurf, sie habe die bekannten baulichen Zustände zuvor geduldet, zurückweist. „Insbesondere die Durchsetzung des notwendigen baulichen Brandschutzes dient der Sicherheit und lässt keinen Ermessensspielraum zu.“

Bei anschließenden – nach Angaben der Stadt – rechtzeitig angemeldeten Ortsterminen hätten Bewohner gegenüber der Stadtverwaltung angegeben, dass sie schon seit einigen Jahren auf dem Platz wohnen würden. Daraufhin hätten die Behörden einen Abgleich mit dem Melderegister veranlasst, erklärt die Stadt in einer Mitteilung. Für die Wohnanschrift gelte dabei die Adresse, wo der Einzelne tatsächlich wohne, nicht jedoch, ob sie dort wohnen darf.

Da der Platz am Hudeweg von Anfang an baurechtlich als Campingplatz genehmigt wurde, dürften Bewohner nur vorübergehend Wohnwagen oder Zelte aufstellen. Wohnwagen müssten „jederzeit ortsveränderlich sein“, heißt es aus dem Rathaus.

Stadt Delbrück ermöglicht Dauercampern Verlängerung der Umzugsfrist

Für einen Umzug räumte die Verwaltung den Bewohnern eine Frist von drei Monaten ein. Dass dies manche Personen vor „erhebliche Herausforderungen“ stelle, sei seitens des Rathauses verständlich, aber eine laut Gesetzgeber „zumutbare“ Frist. Die Frist könne auf Antrag jedoch verlängert werden.

Oberstes Ziel sei, den Brandschutz schnellstens zu gewährleisten – obdachlos soll dadurch aber niemand werden. Deshalb bittet die Stadt jeden betroffenen Camper, sich möglichst früh bei der Verwaltung zu melden, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.

Immer häufiger wollen Menschen campen gehen: Aber wo soll es mit dem Zelt, dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen hingehen? Wir erklären, wo es die Deutschen am liebsten hinzieht. Gecampt wird auch bei Festivals: Das Juicy Beats in Dortmund kündigte für Camper jetzt eine Neuerung an. Es soll für die Besucher einfacher werden.

Rubriklistenbild: © Imago / S. Ziese

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