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Ratingen: Gaffer posten Videos von verletzten Einsatzkräften – „bitte unterlassen Sie das“

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Polizisten und Feuerwehrleute wurden bei einer Explosion in Ratingen schwer verletzt. Im Netz kursieren Videos von der medizinischen Behandlung der Einsatzkräfte. Die Polizei ist erbost.

Ratingen – Die Ereignisse in Ratingen (NRW) machen sprachlos. Die Polizei wurde am Donnerstag (11. Mai) zu einem Hochhaus im westlichen Teil der Stadt im Kreis Mettmann gerufen. Dort hatten sich Hinweise auf eine hilflose Person ergeben. Als Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr dort ankamen, löste ein Bewohner der Wohnung mit einem unbekannten Gegenstand eine Explosion aus. Zwei Polizisten und zehn Feuerwehrkräfte wurden teils lebensgefährlich verletzt. Menschen filmten die anschließende Behandlung der Schwerstverletzten – und die Videos kursieren nun auf Social Media. Die Polizei reagiert verärgert.

Entsetzen, Anteilnahme und Solidarität mit Einsatzkräften nach Explosion in Ratingen

Am Donnerstag kam es in Ratingen zu einer Explosion. Etliche Einsatzkräfte wurden schwer verletzt. Zwei Leichen wurden gefunden.
Am Donnerstag (11. Mai) wurde die Polizei in Ratingen losgeschickt, um einer „hilflosen Personen“ zu helfen. Doch der vermeintliche Routineeinsatz eskalierte komplett. In dem Hochhaus in der Berliner Straße kam zu einer Explosion mit Feuerball. © Tim Oelbermann/Imago
Viele Feuerwehr- und Rettungswagen stehen auf einer Straße in Ratingen.
Die Explosion in Ratingen rief viele Einsatzkräfte auf den Plan. Neben Polizei, waren auch Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort. © Tim Oelbermann/Imago
Polizeibeamte mit Gasmasken und Feuerwehrleute stehen vor einem Hochhaus.
Auslöser der Explosion war ein Gefäß Benzin, was der Tatverdächtige Einsatzkräften entgegengeworfen hatte. Bei dem 57-Jährigen handelt es sich um einen Gewalttäter, gegen den bereits zwei Strafbefehler vorlagen. © Rolf Vennenbernd/dpa
Polizeibeamte in Spezialausrüstung stehen vor einem Hochhaus.
Der verheerende Vorfall in Ratingen rief schließlich auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) auf den Plan. © David Young/dpa
Ein Polizeibeamter in Spezialausrüstung steht auf einem Balkon und zielt mit einer Waffe.
Schwer bewaffnet drang das SEK in das Hochhaus in der Berliner Straße in Ratingen ein. © David Young/dpa
SEK-Kräfte stürmen nach einer Explosion die Wohnung in Ratingen.
Schließlich stürmte das Sonderkommando die Wohnung in der Berliner Straße in Ratingen und nahm den 57-jährigen Mann fest. Er wurde anschließend von einem Richter wegen versuchten Mordes in neun Fällen in Untersuchungshaft geschickt. © Tim Oelbermann/Imago
Ein verletzter Polizeibeamter wird vor einem Hochhaus in einen Krankenwagen gebracht.
Ganze 24 Einsatzkräfte wurden bei dem Einsatz in Ratingen verletzt. Zwei Polizisten sowie sieben Feuerwehrleute und Rettungsdienst-Mitarbeiter hatten durch den Feuerball Teil schwerste Verbrennungen erlitten. © Rolf Vennenbernd/dpa
Bestatter bringen den Leichnam einer in einer Wohnung aufgefundenen Person zum Leichenwagen.
Nach dem Einsatz wurden sowohl in der betroffenen Wohnung, sowie einer Nachbarwohnung zwei Todesopfer entdeckt. Ein älterer Mann sowie eine ebenfalls ältere Frau. Bei letztere könnte es sich um die 91-jährige Mutter des 57-jährigen Verdächtigen handeln, jedoch wurde das noch nicht abschließend geklärt. © Christoph Reichwein/dpa
Gedenkveranstaltung an verletzte Einsatzkräfte aus Ratingen.
Der eskalierte Einsatz in Ratingen sorgte für viel Anteilnahme aus der Bevölkerung. An einer Mahnwache und Solidaritätskundgebung nahmen am Samstag (13. Mai) über 800 Leute teil. © Tim Oelbermann/Imago

Explosion in Ratingen: Videos von „schwerstverletzten“ Polizisten kursieren online

„Wir sind auf Social-Media-Videos aufmerksam gemacht worden, in denen zu sehen ist, wie unsere zum Teil schwerstverletzten Kolleginnen und Kollegen behandelt werden“, schreibt die Polizei Mettmann dazu auf Twitter. Personen, die diese Videos teilen, müssen in einigen Fällen auch selber mit Konsequenzen rechnen, wie die Einsatzkräfte schildern: „Bitte unterlassen Sie das Teilen derartiger Videos – damit machen Sie sich unter Umständen sogar selbst strafbar“.

Offene Fragen nach Explosion in Ratingen – NRW-Innenminister Reul: „Extrem gefährliche Entwicklungen“

Nach dem tragischen Vorfall in Ratingen sind auch weiterhin noch viele Fragen offen. Der Wohnungsinhaber wurde von Kräften des Spezialeinsatzkommandos (SEK) festgenommen. Der 57-Jährige wird verdächtigt, für die Explosion in dem Hochhaus verantwortlich zu sein. Zudem wurde in der Wohnung eine Leiche gefunden, die nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) schon vor längerer Zeit gestorben sein soll.

Bei einer Explosion in einem Hochhaus in Ratingen wurden zwölf Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr teils lebensgefährlich verletzt.

NRW-Innenminister Herbert Reul äußerte am Donnerstag einen schlimmen Verdacht: „Da sind extrem gefährliche Entwicklungen zu befürchten“, sagte der CDU-Politiker im Innenausschuss des NRW-Landtags. Recherchen in den sozialen Medien hätten ergeben, dass sich der Mann „im Corona-Leugner-Umfeld gedanklich aufgehalten“ habe. Aktuell befindet sich der Mann mit „schwersten Verletzungen“ in einem Krankenhaus, sagte ein Polizeisprecher. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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