VonJohanna Werningschließen
Der Kölner Dom ist nicht nur das Wahrzeichen von Köln, sondern auch UNESCO-Welterbe. Doch diese neun Fakten kennen wohl nur die wenigsten.
Köln – Der Kölner Dom gilt als das Wahrzeichen von Köln, die beiden schwarzen Spitzen sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, bis zu 20.000 Touristinnen und Touristen besuchen die prunkvolle Kathedrale pro Tag. Und trotzdem gibt es mehrere kuriose Fakten zum UNESCO-Welterbe, die wohl selbst nur die wenigsten Kölnerinnen und Kölner kennen.
1. Der Kölner Dom ist nur 27 Euro wert
Ohne Frage: Der Kölner Dom ist das berühmteste Gebäude in Köln. Mit seinen 157 Metern Höhe und den unzähligen Figuren an der Fassade ist der Dom ein echter Hingucker. Doch viel wert ist er dennoch nicht. Das Erzbistum Köln beziffert den Kölner Dom lediglich auf unglaublichen 27 Euro.
Die Erklärung: Die Zahl rührt aus einem Bericht des Erzbistums aus dem Jahr 2015 und ist lediglich symbolisch gemeint. Das liegt daran, dass der tatsächliche Wert nie vollständig geschätzt worden ist. Etwaige Versuche, den Wert zu schätzen, seien schnell zum Scheitern verurteilt, sagte Dompropst Norbert Feldhoff damals. Der Dom sei zwar unfassbar wertvoll, aber unverkäuflich und hätte deshalb auch keinen Marktwert, lautet die Erklärung weiter. Darum habe man sich für den symbolischen Wert von 27 Euro entschieden.
2. Der Kölner Dom hat am 15. August Geburtstag
Doch nicht nur wegen seiner Größe ist der Kölner Dom ein echter Gigant. Die Kathedrale wurde tatsächlich vor über 775 Jahren gebaut. Sein Geburtstag, wenn man so will: Der 15. August 1248.
An dem Tag wurde von Erzbischof Konrad von Hochstaden der Grundstein gelegt. Jahrhundertelang wurde dann gebaut. Bis im 16. Jahrhundert die Arbeiten am Dom aufgrund der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges unterbrochen worden sind – für über 300 Jahre.
3. Auch nach 775 Jahren – der Kölner Dom ist noch nicht fertig gebaut
Erst 1823 wurde dann weitergebaut. Im Jahr 1880 – und somit nach insgesamt 632 Jahren Bauzeit – wurden schließlich die Arbeiten am Kölner Dom abgeschlossen. Doch wirklich fertiggestellt ist der Dom auch heute noch nicht. Die Kölner Kathedrale gilt als „Gottes ewige Baustelle“.
Denn die Arbeiten am Dom enden nie, irgendwo steht immer ein Baugerüst. Der Dom ist aus Sandsteinen gebaut und muss somit immer wieder gereinigt und ausgebessert werden. Ein Sprichwort darum in Köln: „Wenn der Dom fertig wird, geht die Welt unter.“
4. Der Kölner Dom hat die Hausnummer 4
Der Kölner Dom liegt direkt am Hauptbahnhof Köln, hat jedoch auf eigene Adresse– und die überrascht. Denn die Adresse lautet „Domkloster 4“. Die Erklärung: Mit den Franzosen 1794 wurde Köln durchnummeriert. Der Dom erhielt dabei die Hausnummer 25831/2. Doch die wurde 1811 geändert.
Der Dom bekam die Adresse „Domkloster 2“, „Domkloster 4“ war hingegen die Adresse des damaligen Dombaubüros. Die meisten Briefe, die an den Dom adressiert waren, hatten jedoch die Adresse „Domkloster 4“. Also wurde kurzerhand dem Kölner Dom die 4 gegeben. Und das ist bis heute so geblieben.
5. Der Kölner Dom ist eigentlich gar nicht schwarz
Mit den zahlreichen Türmen, Spitzen und Verzierungen im gotischen Baustil wirkt der Kölner Dom besonders imposant – verstärkt wird das durch den dunklen Farbton. Doch eigentlich ist der Kölner Dom gar nicht schwarz. Eigentlich ist die Sandstein-Fassade deutlich heller, wird jedoch durch Verwitterung und „Biobewuchs“ dunkel verfärbt, erklärte Markus Frädrich, Medienreferent des Kölner Doms, gegenüber 24RHEIN.
6. Die Domspitzen in Köln sind unterschiedlich hoch
Die beiden Spitzen des Kölner Doms sind weit über den Stadtbezirk Köln-Innenstadt zu sehen. Was jedoch wohl nur die wenigsten wissen: Die beiden Spitzen sind unterschiedlich hoch. Der Südturm ist mit 157,22 Metern vier Zentimeter höher als der 157,18 Meter hohe Nordturm. Der Grund: Eine Ungenauigkeit während des Baus.
7. Autos, Fußballspieler und Hennes: Der Kölner Dom und seine besonderen Figuren
Wer sich in und um den Kölner Dom umschaut, kann sich schnell in den zahlreichen Details verlieren. Zahlreiche Figuren und Bildchen befinden sich im und am Kölner Dom – und darunter auch die ein oder andere skurrile. In einem der sogenannten Kinderfenster ist zum Beispiel ein Auto abgebildet. Dort rettet ein Schutzengel ein Kind vor einem Unfall mit einem Auto.
An einer anderen Stelle wird hingegen Fußball gespielt. Zu sehen sind die kleinen Figuren ganz oben am Dom. Eine weitere außergewöhnliche Figur hat tatsächlich mit dem 1. FC Köln zu tun. Denn tatsächlich hängt bereits seit 1962 mehrere Steinfiguren von Hennes, dem FC-Maskottchen, am Kölner Dom.
8. Kölner Dom kann vor Erdbeben warnen
Neben den zahlreichen Figuren verbergen sich jedoch noch weitere Details am Kölner Dom – und zwar Wetter- und Erdbebenmesstationen. Insgesamt gibt es fünf Erdbebenmessstationen: Drei im Nordturm, eine auf den Gewölben und eine in der Domgrabung. Zum einen wird so die Windgeschwindigkeit bei Sturm gemessen und zum anderen können so Erdbeben analysiert werden. Bei dem fürchterlichen Tsunami in Japan im Jahr 2011 wankte beispielsweise der Dom mehrere Male um einen Zentimeter auf und ab.
9. „Vom Dom nimmt man nicht, dem Dom gibt man höchstens“
Die Ganovenehre gilt offenbar auch für den Kölner Dom, auch wenn die Schatzkammern im Laufe der Zeit bereits häufiger ausgeraubt worden sind. Als Unbekannte 1996 das wertvolle Vortragekreuz aus der Schatzkammer stehen, lässt die Kölner Untergrundgröße „Schäfers Nas“ auf Bitten des damaligen Dompropstes seine Kontakte spielen.
Und tatsächlich: Kurze Zeit später schafft es „Schäfers Nas“ und bringt dem Dom das Kreuz zurück. Die Belohnung von 3000 D-Mark lehnt er mit den Worten „Vom Dom nimmt man nicht, dem Dom gibt man höchstens“ ab. Als Dank bietet der Dompropst daraufhin an, ihn in seine Gebete mit einzuschließen. „Ja, das tut meiner schwarzen Seele gut“, soll „Schäfers Nas“ anschließend gesagt haben. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren
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