VonKatharina Bellgardtschließen
In NRW ist Allerheiligen ein Feiertag – er gehört zu den sogenannten stillen. Was bedeutet das konkret? Was ist verboten, was erlaubt?
Hamm - Auf Halloween (und Reformationstag) folgt Allerheiligen. Der Feiertag ist ein katholisches Fest und dient dem Gedenken an alle Heiligen. Allerheiligen ist nur in vier Bundesländern Deutschlands ein gesetzlicher Feiertag, darunter auch NRW. Hier ist er sogar ein sogenannter stiller Feiertag. Aber was bedeutet das?
| Feiertag | Allerheiligen |
| Datum | 1. November |
| Lateinischer Name | Sollemnitas Omnium Sanctorum |
Allerheiligen ist ein stiller Feiertag in NRW – was bedeutet das?
Als stiller Feiertag ist Allerheiligen am 1. November von besonderen Regeln und Verboten betroffen. In Nordrhein-Westfalen müssen zahlreiche Betriebe schließen, und viele Veranstaltungen sind verboten.
An stillen Feiertagen in NRW greift eine Sonderregel des Feiertagsgesetzes. Der Zeitraum ist an Allerheiligen und an Totensonntag (26. November) besonders lang. Zwischen 5 und 18 Uhr gelten folgende Verbote:
- Märkte und Ausstellungen, auf denen etwas gekauft werden kann
- Sport-Veranstaltungen
- Zirkus-Veranstaltungen
- Volksfeste
- Tanz- und Artistik-Shows
Verboten sind außerdem:
- Musik und andere unterhaltende Darbietungen in Gaststätten sowie Nebenräumen mit Schankbetrieb
- öffentliche Veranstaltungen, die zur Unterhaltung dienen
Neben NRW gibt es den Feiertag nur noch in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Auch hier ist er „still“.
Warum ist Allerheiligen ein stiller Feiertag?
Allerheiligen ist ein Feiertag zum Gedenken an die Heiligen der Kirche. Ursprünglich ist Allerheiligen eine Problemlösung: Es gab im Laufe der Zeit zu viele Heilige, um allen mit einem eigenen Tag zu gedenken. Zudem ist er gebunden an Allerseelen. Mit Allerseelen wird am 2. November in der katholischen Kirche den Toten gedacht. An diesem Tag gehen Angehörige traditionell zum Friedhof. Sie schmücken die Gräber mit Gestecken und Grableuchten. Die Verbindung mit Trauer sorgt in NRW für das Verbot von Sport- und Musik-Veranstaltungen.
Allerseelen hat – ähnlich wie Halloween – eine magische Komponente: Der Vorstellung nach kommen an diesem Tag die Verstorbenen als Geister wieder. An Halloween geht auf heidnische und keltische Traditionen zurück. Die Bräuche stammen eigentlich aus Irland, wurden jedoch in der Moderne in den USA wiederentdeckt – und schwappten von dort wieder nach Irland und Europa zurück.
Zeitgleich ist in Deutschland am Halloweenstag, dem 31. Oktober, der Reformationstag. In NRW war der Reformationstag nur 2017 ein Feiertag, es war das 500. Jubiläum der Reformation. Martin Luther soll am Tag vor Allerheiligen 1517 seine Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg angeschlagen haben.
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