Polizeieinsatz in Duisburg

Haftbefehl gegen Terror-Islamist in NRW beantragt – er plante Anschlag auf Pro-Israel-Demo

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Die Polizei hat einen mutmaßlichen Islamisten in Duisburg festgenommen. Der Verdächtige soll einen Anschlag auf eine Pro-Israel-Demo geplant haben.

  • Gegen den Verdächtigen wurde jetzt Haftbefehl beantragt.
  • Bundesinnenministerin Faeser sieht keine erhöhte Gefährdungslage in Deutschland.
  • Ein polizeibekannter Islamist aus Duisburg soll einen Anschlag geplant haben. Das Ziel könnte dabei eine pro-israelische Demonstration gewesen sein.

Update vom 25. Oktober, 14:56 Uhr: Die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf hat Haftbefehl gegen in Duisburg festgenommenen vorbestraften Islamisten beantragt. Das sagte ein Behördensprecher am Mittwoch der dpa. Der 29 Jahre alte Verdächtige soll in Duisburg einem Haftrichter vorgeführt werden, weil er sich zu einem Mord bereit erklärt haben soll.

Update vom 25. Oktober, 13:11 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sieht trotz der Festnahme eines 29 Jahre alten islamistischen Gefährders in Duisburg keine Veränderung der Gefährdungslage in Deutschland. „Wir haben keine erhöhte, konkrete Gefährdung“, sagte sie am Mittwoch in Berlin. Gleichzeitig betonte Faeser aber auch, dass man die Lage „sehr genau“ beobachte – „gerade jetzt in diesen Zeiten“. Alle Sicherheitsbehörden seien im Blick auf die Lage im Nahen Osten alarmiert.

Ermittlungen wegen des „Verdachts zur Verabredung zum Verbrechen – Mord“ eingeleitet

Update vom 25. Oktober, 10:55 Uhr: In einer Mitteilung hat die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf nun neue Details zu den Ermittlungen gegen den Mann aus Duisburg bekannt gegeben. Demnach handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen 29-Jahre alten Mann. Gegen ihn hat die Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen (ZenTer NRW) bei der Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des „Verdachts zur Verabredung zum Verbrechen – Mord“ eingeleitet. Laut Mitteilung gebe es Erkenntnisse, dass der Verdächtige zu einer Person im Ausland „in strafrechtlicher Weise in Kontakt gestanden“ haben könnte. Der Mann ist vorläufig festgenommen, ob er dem Haftrichter vorgeführt wird, werde derzeit noch geprüft, so die Mitteilung.

Duisburg: Staatsanwaltschaft leitet nach Terrorverdacht Ermittlungsverfahren ein

Update vom 25. Oktober, 9:16 Uhr: Die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft hat nach der Festnahme eines islamistischen Gefährders ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei gehe es um den „Verdacht des sich Bereiterklärens zu einem Verbrechen“, so ein Sprecher am Mittwoch. Laut Informationen der Deutschen Presseagentur wollte er dazu zunächst keine weiteren Angaben machen. Die Vorwürfe werden geprüft, der Mann ist vorläufig festgenommen.

Es gehe um den Verdacht der „Verabredung zu einem Verbrechen“, so der Sprecher. Bislang gebe es aber keine Hinweise darauf, dass die Verabredung mit einem Menschen getroffen worden sei, die sich in Deutschland aufhalte. Spezialkräfte der Polizei hatten den Mann am Dienstag, 24. Oktober, in seiner Wohnung festgenommen. Zuvor hatte es „Hinweise auf ein mögliches Anschlagsszenario“ gegeben, so der Polizeibericht.

Auch am Dienstagabend war die Polizei noch in der Wohnung des Verdächtigen im Einsatz.

Nach Anschlagsplänen in Duisburg: Polizei durchsucht Wohnung von bekanntem Islamisten

Update vom 25. Oktober, 6:54 Uhr: Am Morgen nach der Festnahme dauern die Ermittlungen in Duisburg noch an. Spezialkräfte der Polizei hatten am Dienstag, 24. Oktober, einen Mann in seiner Wohnung in Gewahrsam genommen. Wie die Polizei Essen mitteilt, hatte es zuvor Hinweise auf ein mögliches Anschlagsszenario gegeben. Laut Informationen der dpa durchsuchte die Polizei am späten Dienstagabend die Wohnung des Verdächtigen, die Ermittlungen sollten in der Nacht fortgesetzt werden. Bislang ist noch nicht bekannt, ob die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl beantragen wird.

Duisburg: Terrorverdächtiger nach Anschlagsplänen festgenommen

Erstmeldung vom 25. Oktober, 18:43 Uhr: Duisburg – Ein 29 Jahre alter mutmaßlicher Islamist aus Duisburg wurde am Dienstag von Spezialkräften der Polizei festgenommen. Der Mann soll offenbar einen Terroranschlag auf eine Pro-Israel-Demo geplant haben, wie Spiegel Online und Bild.de berichten. Die Polizei in Essen bestätigte inzwischen eine Festnahme.

Nach Hinweisen auf einen möglichen Anschlag mit einem Lastwagen hat die Polizei die Wohnung eines bekannten Islamisten durchsucht.

Hinweise kamen wohl von ausländischem Geheimdienst

Der Verdächtige Tarik S. soll laut Spiegel und Bild wohl geplant haben, einen LKW für einen Anschlag einzusetzen. Eine Sprecherin der Polizei Essen wollte die Berichte gegenüber der dpa bislang aber weder bestätigen noch dementieren. „Am Dienstagnachmittag (24. Oktober) erreichten die Polizei Hinweise auf ein mögliches Anschlagsszenario. Daraufhin wurde die Wohnung einer bereits polizeibekannten männlichen Person im Duisburger Dellviertel durchsucht und ein dort angetroffener Mann vorübergehend in Gewahrsam genommen. Ob diese Person einen Anschlag vorbereitet hat, ist Gegenstand umfangreicher Ermittlungen“, teilte die Polizei am Abend mit.

Auch am Dienstagabend war die Polizei noch in der Wohnung des Verdächtigen im Einsatz.

Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag habe es nach Informationen der dpa nicht gegeben. Die gemeinsame Terrorabwehrzelle des Bundes und der Länder war ebenfalls an dem Einsatz beteiligt. Den Hinweis auf den mutmaßlichen Dschihadisten Tarik S. bekamen die deutschen Behörden laut Spiegel und Bild von einem Geheimdienst aus dem Ausland. Der 29-Jährige soll im Internet nach Pro-Israel-Veranstaltungen sowie dschihadistischen Inhalten gesucht haben. In Chats soll er geschrieben haben, dass er als Märtyrer sterben wolle. Unklar sei aber noch, ob er bereits eine konkrete Veranstaltung im Visier hatte.

Verdächtiger wurde schon als IS-Mitglied verurteilt

Schon seit längerem soll der Verdächtige als Hochrisiko-Gefährder den deutschen Behörden bekannt gewesen sein. Der Mann hatte laut Spiegel-Angaben engen Kontakt zu einer bekannten Dschihadistenszene in Herford (NRW) und soll sich Ende 2013 dem „Islamischen Staat“ (IS) angeschlossen haben. Er wurde 2017, im Alter von 23 Jahren, wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vom Oberlandesgericht Düsseldorf zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt. (red/dpa)

Rubriklistenbild: © Christoph Reichwein/dpa

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