VonAnnika Ketzlerschließen
Endlich wieder Festival-Saison! Bis jetzt spielt das Wetter mit, die Leute wollen feiern. Doch Besucher müssen mit höheren Ticketpreisen rechnen.
Hamm – Die warmen Tage stehen bevor, und in vielen Städten in Nordrhein Westfalen finden wieder Festivals statt. Die Saison ist bereits gestartet – eine gute Nachricht für Musik-Fans. Aber: Die Corona-Pandemie und die Inflation zeigen Nachwirkungen. Die Preise für bestimmte Artikel oder Leistungen schießen in die Höhe. Das trifft nun auch die Festival-Saison in Deutschland.
Ticket-Preise für Festivals um 26,4 Prozent gestiegen
Im vergangenen Jahr sei vor allem eine pandemiebedingte Personalknappheit spürbar gewesen - dies geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Personal sei nun vorhanden, jetzt machen die gestiegenen Preise Probleme bei Festivalveranstaltern. Wie eine Analyse des WDR zeigt, seien Ticketpreise für Open-Air-Festivals in NRW im Vergleich zu 2019 um 26,4 Prozent gestiegen. Hierbei wurden Festivals mit mehr als 2.000 Besuchern verglichen.
Festival-Tickets: Gestiegene Kosten machen sich bemerkbar
Die Preiserhöhung trifft viele Festivals in NRW. „Die gestiegenen Kosten machen sich bei der kompletten Vorbereitung, Planung und Durchführung bemerkbar. Alle Dienstleister spüren die Preiserhöhungen und geben diese weiter“, erklärt Jann-Jakob Loos, Sprecher des Festivals Summerjam in Köln, im Gespräch mit wa.de.
Die gestiegenen Kosten beziehen sich nicht nur auf die Gagen für Künstler. Betreiber müssen außerdem Kosten für die Infrastruktur des Festivalgeländes tragen. Darunter fallen unter anderem Toiletten oder Bauzäune. Auch Kosten für die Promo fallen an.
Summerjam ist kein Einzelfall. Ähnlich ist es beim Juicy Beats. Damit das Festival „jedes Jahr im Westfalenpark in Dortmund stattfinden kann, arbeiten wir mit vielen Gewerken zusammen. Dementsprechend ist die allgemeine Kostensteigerung an vielen Stellen spürbar. Wie bei jedem anderen Festival und in der Wirtschaft sind die Personalkosten und die Materialkosten gestiegen“, erklärt Ann-Christin Goldberg vom Juicy Beats Festival auf Nachfrage von wa.de.
Die erhöhten Kosten für die Veranstalter bekommen die Zuschauer zu spüren. So erklärt Loss vom Summerjam: „Wir sind mit den Ticketpreisen etwas teurer geworden als im vorherigen Jahr. Es gibt verschiedene Preisstufen bei den Tickets, letztes Jahr waren diese zehn Euro günstiger. Wir haben natürlich versucht, die Preiserhöhung so minimal wie möglich zu halten.“
Beim Juicy Beats Festival in Dortmund seien die Tickets im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gestiegen, erläutert Goldberg. Allerdings habe sich dafür nach Angaben des Veranstalters auch das Programm am Festivalfreitag verdoppelt.
Preiserhöhungen bei Festivals: Einschränkungen sind möglich
Anderorts müssen Musik-Fans sogar komplett verzichten. Denn Einige Festivals können diesen Sommer erst gar nicht mehr stattfinden. So musste zum Beispiel Bang Your Head Festival in Bayern aufgrund der gestiegenen Kosten abgesagt werden.
„Die Preise sind an allen Fronten explodiert. Ob Bühne, Technik, Sanitäranlagen, Personal jedweder Art, Transportkosten, Catering, Getränke oder Unterkünfte: Alles ist in einem Maße teurer geworden, das schlicht nicht absehbar war. Dazu haben neben Corona und den Folgen natürlich auch der Krieg in der Ukraine und die Energie- und Wirtschaftskrisen, die ihm folgten, einen beträchtlichen Teil beigetragen“, schreibt der Festivalveranstalter auf der Website und erklärt damit die Absage.
Stattfinden wird derweil der Termin am 8. Juli in Essen, wo wieder unter freiem Himmel zu elektronischen Beats getanzt werden kann. Alle Infos zum SMAG Sundance Open-Air-Festival im Überblick.
Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

