Tierschutz

Katzen völlig verwahrlost – Nachbarn klagten über „Verwesungsgeruch“

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Die Tierschützer stehen bei den geretteten Katzen, die sie in Körben abtransportieren.
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Immer wieder müssen Tierschützer Katzen aus Wohnungen und Häusern befreien. Nun gab es wieder einen Fall von Verwahrlosung. Die richtige Arbeit beginnt aber erst noch.

Dortmund – Tierschützer haben in Dortmund (NRW) an der Flughafenstraße verwahrloste Katzen aus einer Laube gerettet. Der Besitzer war einfach verreist – ohne ihnen sauberes Wasser oder Futter zu geben. Den Rettern von der Organisation Arche90 bot sich ein schreckliches Bild.

Tierschützer retten mehrere verwahrloste Katzen in Dortmund

Der Druck auf den Besitzer wurde am Ende offenbar zu groß. Nachdem der Fall dank der Tierschützer öffentlich geworden war, habe der Halter der Tiere eine Rückrufbitte auf dem Anrufbeantworter der Arche90 hinterlassen. Im Gespräch habe er die Situation denn herunterspielen wollen, Tierschützerin Gabi Bayer habe aber nicht locker gelassen.

„Wir sind dann dahin gefahren mit anderen Tierschützern und haben die Katzen gerettet. Zuvor hatten sich bereits Anwohner über Verwesungsgeruch beklagt“, sagt sie im Gespräch mit wa.de. Die Rettung der Katzen erfolgte dann offenbar im fast letzten Moment – sonst wäre es wohl noch schlimmer ausgegangen.

Per WhatsApp habe sich die Tierschützerin die Erlaubnis des Besitzers eingeholt, das Schloss der Laube zu knacken – er selbst weilte nämlich im Urlaub. Bayer habe sich daraufhin sofort ans Werk gemacht und das Schloss geknackt. „Insgesamt befreiten die Tierschützer zehn Kitten, zehn erwachsene Katzen und sechs Frettchen aus der verwahrlosten Laube. Alle sind erleichtert, als die Tiere endlich in Boxen abtransportiert werden können. Jetzt geht es bergauf“, erklärte Arche90. Nun folgt aber erst die richtige Arbeit.

Verdreckte Näpfe und Kartons stehen auf dem Boden, wo die Katzen hausten.

Gerettete Katzen aus Dortmund müssen nun versorgt werden

Die geretteten Tiere müssen nun versorgt werden. „Es kommen jetzt hohe Kosten auf beide Vereine zu“, sagt Gabi Bayer, die gemeinsam mit dem Katzenschutz-Verein die Rettung durchgeführt hat. „Die Tiere müssen kastriert, entwurmt, entfloht, geimpft und gechipt werden. Bei einer so großen Zahl an Katzen wird dies kostspielig. Wir freuen uns daher über jede Spende – sie kommt direkt den Tieren zugute“, sagt Bayer. Tierschutz ist eben aufwendig, aber er lohnt sich – nicht nur für die Katzen von der Flughafenstraße.

Erst kürzlich hatte noch ein Fall aus Lippstadt für Wut und Unverständnis gesorgt. Mittlerweile wurden mehr als 140 Katzen aus dem Haus gerettet.

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