Handelsflächen

Förderprogramm: So sollen Leerstände zu Wohnungen umgebaut werden

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Nachdem 2007 das Café Dunkel im Haus Knapper Straße 77 geschlossen wurde, konnte bislang kein neuer Mieter für die Räume gefunden werden
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Auch abseits der Wilhelmstraße stehen zahlreiche Ladenlokale dauerhaft leer. Durch Fördermittel des Landes sollen Immobilienbesitzer nun bei baulichen Veränderungen unterstützt werden, um die Umnutzung der Flächen umzusetzen. 

Lüdenscheid – Die zahlreichen Leerstände auf der ehemals prächtigen Einkaufsmeile zwischen Christuskirche und Kluse lassen kaum einen Zweifel daran, dass der Wandel im Handel Lüdenscheid verändert hat. Und weiterhin verändern wird. „Prognosen zufolge geht man davon aus, dass 30 Prozent an Gewerbeflächen in Deutschland künftig wegfallen werden“, erklärt Christof Gemeiner. Als Quartiersarchitekt berät er mit seinem Büro nun Gebäudeeigentümer aus der Bergstadt.

Jene, die mit der Umnutzung ihrer Immobilien liebäugeln, weil keine Nachmieter für ihre Ladenlokale mehr in Sicht sind. Für Hauseigentümer kostenlose Beratungen und Machbarkeitsstudien durch das Hildener Architekturbüro gehören mit zu einem Angebot, das die Stadt mit Mitteln aus der Städtebauförderung des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung anbieten kann. Ebenfalls im Förderbaustein „Dauerhafte Umnutzung leer stehender Ladenlokale“ enthalten: finanzielle Unterstützung für Eigentümer, die den Schritt gehen, verwaiste Ladenflächen beispielsweise zum Wohnraum umzubauen.

Förderprogramm: So soll der Lüdenscheider Einzelhandel belebt werden

Wie Dirk Aengeneyndt vom Fachdienst Wirtschaftsförderung, Projektsteuerung und Liegenschaften der Stadt Lüdenscheid erklärt, können beispielsweise für eine Umnutzung mit späteren Ertrag (etwa Mietwohnungen) 25 Prozent mitfinanziert werden. Sofern die Gesamtkosten für den Umbau sich im Rahmen von 20.000 bis 100.000 Euro bewegen.

Handele es sich hingegen um einen Umbau, der keine späteren Mieteinnahmen vorsieht wie beispielsweise für Vereinsräume, so könnte sogar eine 45-prozentige Förderfinanzierung infrage kommen. Müssen beim Umbau zusätzliche Auflagen aufgrund eines bestehenden Denkmalschutzes erfüllt werden, ständen noch weitere Mittel zur Verfügung. „Um einen Förderantrag überhaupt stellen zu können, musste die Stadt Lüdenscheid bereits 2021 den Kontakt zu Hauseigentümern herstellen, die ein ernsthaftes Interesse am Umbau ihrer Gewerbeflächen hegen“, sagt Dirk Aengeneyndt. Infolge dessen seien 45 Immobilienbesitzer angeschrieben worden, zehn von ihnen hätten Interesse bekundet. Ende 2022 habe Lüdenscheid den Zuwendungsbescheid erhalten.

Knapper Straße 77 als Beispiel

Wie Aengeneyndt erklärt, spreche man mit dem Angebot ausdrücklich Eigentümer an, deren Immobilienstandorte eben nicht zentral im Stadtkern, sondern am Rande davon liegen. „Für die Wilhelmstraße gehen wir natürlich davon aus, dass sich dort auch künftig weiter Gastronomie und Gewerbe ansiedeln wird. Für die Wilhelmstraße haben wir beispielsweise gute Erfahrungen mit dem Sofortprogramm Innenstadt gemacht“, sagt Dirk Aengeneyndt. Neuansiedlungen könnten dort künftig auch durch das Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“ gefördert werden, bei dem zwei Jahre lang Mietzuschüsse aus den Fördertöpfen geleistet werden. Die Stadt habe bereits einen Förderantrag für das Nachfolgeprogramm gestellt.

Zurück zur Förderung einer dauerhaften Umnutzung von Immobilien: Wie eine Machbarkeitsstudie dafür aussehen kann, verdeutlichte Architekt Christof Gemeiner anhand am Beispiel des Hauses Knapper Straße 77. Nachdem 2007 das Café Dunkel im Haus geschlossen wurde, konnte bislang kein neuer Mieter für die Räume gefunden werden. Laut Gemeiner eigne sich der Leerstand allerdings sehr gut für eine Umnutzung zum reinen Wohngebäude. Zu den weiteren Häusern für die es Überlegungen gebe, gehörten auch die Immobilien Werdohler Straße 5 und Hochstraße 3a. Um das Beratungsangebot zu erfragen, können Interessierte via E-Mail an mail@gemeiner-architekten.de Kontakt aufnehmen.

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