Baubeginn nicht vor Ende 2024

Bebauung von Gammelplatz am Kino: „Klares Ja“ vom Investor

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Kein schöner Ort: Immer wieder sorgte die Verwahrlosung des Platzes für Kritik. Geändert hat sich nichts.
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Die Freifläche am Kino soll nach wie vor bebaut werden – allerdings nicht vor 2024. Gestiegene Kosten am Bau zwingen den Investor, Details neu zu planen. „Kosten optimieren“ nennt er das.

Hamm – Mit einem „ganz klaren Ja“ beantwortet der Investor die Frage nach seinen weiteren Bauabsichten auf der Freifläche des ehemaligen Chattanoogaplatzes. Die Chattanoogaplatz GmbH will hier rund 100 Mietwohnungen errichten. Hinter der GmbH steht Ernst-Dieter Drüke, Geschäftsführer von Zakowski Architekten aus Arnsberg. Mit dem Ende 2022 angekündigten Baubeginn in diesem Jahr wird es allerdings nichts mehr.

Ende 2024 sei die neue Zielmarke, sagte Drüke auf Anfrage unserer Zeitung. Gründe für den Aufschub gibt es gleich zwei: Zum einen läuft das Bebauungsplanverfahren noch, zum anderen befinde sich das Projekt gerade in einer Umplanungsphase, sagt Drüke. „Wir sind angesichts der stark gestiegenen Preise in der Baubranche gezwungen, die Kosten zu optimieren“, so der Investor. In der technischen Gebäudeausstattung sei es zu erheblichen Kostensteigerungen gekommen. Diese gelte es aufzufangen. Im Rohbaubereich habe sich die Lage inzwischen etwas stabilisiert. Von außen werde man die Anpassungen nicht wahrnehmen, sagte Drüke. Es gehe beispielsweise um Zuschnitte von Wohnungen. Davon sollen im östlichen Bereich neben dem Kino rund 100 in freier Finanzierung entstehen. Ursprünglich war auch einmal von 120 die Rede gewesen.

Innenstadt vor fast 50 Jahren: Das Foto aus dem Jahr 1975 zeigt den Platz ohne Tiefgarage und Kino.

Voraussetzung ist zweierlei: Der Rat muss noch dem notwendigen Bebauungsplan (Nr. 01.157-An der Königstraße) zustimmen. „Zur Durchführung des nächsten Verfahrensschrittes – der öffentlichen Auslegung des Planentwurfes – stehen noch wichtige konkretisierende Zuarbeiten des Investors aus“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg. Sobald diese Unterlagen vorlägen, könne das Verfahren fortgesetzt werden.

Zum anderen wird sich die Stadt für den Bebauungsfall von dem über 1600 Quadratmeter großen Grünstreifen trennen, der den Platz umgibt. Darüber gibt es einen Vorvertrag.

Vier Gebäude und 5500 Quadratmeter Wohnraum

Die Pläne für das Bauvorhaben lagen Ende 2022 öffentlich aus. Zwischen 30 und 100 Quadratmeter sollen die Einheiten groß sein. Zusammen genommen entstehen nach letzten öffentlich vorgestellten Plänen 5500 Quadratmeter Wohnraum. Jede Wohnung wird laut Drüke mit einem Balkon ausgestattet sein. Verteilt sind sie auf vier Gebäudekomplexe, die eine Höhe von fünf Wohngeschossen erreichen. Ein zur Königstraße, parallel zum Medienhaus angeordneter Gebäuderiegel soll ein Staffelgeschoss mit Dachterrasse erhalten. Ein weiterer Gebäudekomplex ist zur Antonistraße ausgerichtet, ein dritter schließt fast auf ganzer Breite direkt an die Kinowand an. Ein viertes Gebäude ragt vom Ostenwall her in den Innenhof hinein. Hier bleibt eine Platzsituation erhalten. Unter dem Komplex entsteht für die Bewohner eine neue Tiefgarage mit zwei Geschossen.

Die alte Tiefgarage wurde von 1978 bis 1981 von der Stadt errichtet. Das Kino folgte 1998. Der bisher unbebaute östliche Teil sollte ursprünglich Standort eines Stadttheaters werden. Die Stadt entschied sich jedoch für einen Umbau des Kurhauses. Einst wurde auf dem Chattanoogaplatz der Wochenmarkt abgehalten.

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