Fünf tote Tiere auf der Weide bei Halver-Büchermühle

Wieder Schafe gerissen im MK - Verdacht auf Wolf

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Zwei von fünf getöteten Schafen bei Halver-Büchermühle. Der Verdacht auf einen Wolfsriss drängt sich auf und wird geprüft.
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Vermutlich in der Nacht auf Mittwoch wurden fünf Texel-Milchschafe bei Halver-Büchermühle mit Kehlkopfbiss gerissen.

Halver - Fünf Schafe sind tot. Gerissen mit Kehlbiss auf ihrer Weide bei Büchermühle, ziemlich sicher in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Günter Niggeloh hält es für sehr wahrscheinlich, dass es ein Wolf gewesen sein dürfte, der seine drei Tiere und zwei eines Nachbarn getötet hat.

Gewissheit gibt es nicht. Einiges deutet aber darauf hin, zum Beispiel, dass der Biss direkt an der Kehle gesetzt war und dass der Angreifer den Pansen verschmäht hat. Wölfe gingen da nicht dran, Hunde schon, weiß Niggeloh, der selber Jäger ist.

Gewissheit wird es erst in einigen Wochen geben. Ein Luchs- und Wolfsberater war am Donnerstag aus dem Bergischen nach Halver gereist, hatte ausgeholfen und DNA-Proben sichergestellt. Ausgewertet werden sie beim Lanuv, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Viele Proben konnte der Fachmann nicht ziehen – nämlich zwei pro Tier, und das nur bei denen, die trocken waren. Doch drei der Schafe fand Niggeloh im Wasser. Zwei Schafe lagen im Oberlauf der kleinen Wasserkraftanlage im Tal der Ennepe, ein weiteres im Bach der Ennepe selber.

Der Zeitraum des Vorgangs in dem auch bei Spaziergängern, Joggern und Hundebesitzern beliebten Tal lässt sich eingrenzen. Am Dienstagnachmittag war die Herde noch vollständig und wohlauf. Doch auf dem Hof und in der Nachbarschaft hatten die Hunde nachts stark angeschlagen. Gefunden hat sie Niggeloh am Donnerstagmorgen. Und am Donnerstagabend hatte sich die Leichenstarre bereits gelöst, wie der Wolfsexperte feststellte.

„Die Tiere kann mir keiner wiedergeben“, sagt Günter Niggeloh. Der Elektrohandwerksunternehmer ist ein großer, ruhiger und besonnener Mann. Doch die Texel-Milchschafe züchtet er, seit er Kind ist. Die Aussicht, vielleicht den Gegenwert des Schlachtgewichts seiner Tiere als Schadenersatz erstattet zu bekommen, tröstet ihn da überhaupt nicht.

Der Wolf gehört meiner Meinung nach nicht hier hin

Günter Niggeloh, Landwirt im Nebenerwerb

Wirksam schützen kann er die Herde kaum. Selbst wenn der Bereich nach wiederholten Nachweisen mit Elektrozäunen sichern wollte – der Zaun würde das Revier Schmalenbach dort komplett zweiteilen. Bei der Schadensaufnahme am Küchentisch dreht sich die Diskussion um Schutzmaßnahmen und Stromstärke, um ortsfeste Rudel und Durchzieher, wie sie immer wieder gemeldet werden. Eine Lösung, die Nutztierhalter und Befürworter der Wolfsansiedlung gleichermaßen zufriedenstellt, ist da nicht in Sicht. „Der Wolf gehört meiner Meinung nach nicht hier hin“, sagt Niggeloh ganz klar.

Die Wölfin 2856 aus der Nachbarstadt

Auf einer Wiese in Stillebeul in Lüdenscheid hat ein Wolf am 15. September fünf Schafe gerissen. Als Karsten Pieper, Landwirt im Nebenberuf, am Morgen nach seinen Tieren sah, lagen vier von ihnen tot auf der Wiese. Zwei waren verletzt, seinen Lieblingsbock musste er später notschlachten. Bei diesen Tieren handelte es sich um Shropshire-Schafe, die es zum Beispiel auch auf dem Halveraner Weihnachtsbaumhof Tacke gibt. Der Wolf, der in Lüdenscheid getötet hat, konnte anhand des in den Bisswunden gefundenen Erbguts eindeutig identifiziert werden. Es handelt sich um den weiblichen Grauwolf mit der Kennzahl 2856.

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