- VonKlaus Fischerschließen
Bevor die Kälte kommt, haben Hobbygärtner viel zu erledigen – von der Regentonne über die Pumpe bis zum Pampasgras.
Soest – Wir haben das schon sehr oft erlebt: Vor Weihnachten überzieht eine Kaltfront das Land mit Raureif, in höheren Lagen auch mit Schnee, empfindliche Gewächse im Garten sind erfroren – und dann folgt eine Warmfront nach der anderen. Die aufkeimende Hoffnung auf weiße Weihnacht ist rasch verflogen, bei Temperaturen um zehn Grad plus.
Aber wir sollten uns nicht täuschen lassen. Der Winter kann uns mit Starkfrost und Schneesturm nach wie vor überraschen – wobei Schneewehen für den Garten weitaus günstiger sind als Kahlfröste. Denn unter einer geschlossenen Schneedecke sind viele Pflanzen, besonders aber die Wurzel, vor der zerstörerischen Kraft des Frostes gut geschützt, weil sie gut isoliert.
Diese Arbeiten stehen jetzt an
Wir sollten einige Dinge im Garten jetzt unbedingt erledigen, bevor es knackekalt wird.
Als erstes sind die Pumpen dran. Schwengelpumpen aus Gusseisen montieren wir ab und lagern sie trocken ein. Tauchpumpen, die in Regenfässern stecken, holen wir vorsichtshalber heraus, entwässern sie und lagern sie frostfrei am besten in der Garage oder einem Schuppen. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass wir einen derart starken Frost in diesem Winter erleben werden, dass Regenfässer durchfrieren. Aber man kann nie wissen.
Und weil das so ist, sollten wir die Regenfässer mindestens zur Hälfte entleeren. Eis nimmt bekanntlich mehr Platz ein als Wasser. So manche volle Regentonne hat ihre Leben ausgehaucht, weil das anwachsende Eis in ihrem Inneren sie zum Bersten gebracht hat. Am wenigsten gefährdet sind Regenfässer, die nach oben immer weiter werden, weil sich darin das Eis nach oben leicht hinausschieben kann.
Pumpen in unterirdischen Zisternen müssen wir nicht herausholen. Frost, der mehrere Meter in den Boden eindringt, haben wir seit der letzten Eiszeit in Deutschland nicht mehr erlebt.
Für so manche Pflanze ist nicht mehr der Frost die größte Gefahr im Winter, sondern der reichliche Regen. Ist der Boden über längere Zeit klatschnass, können die Wurzeln faulen.
Empfindlich auf zu viel Nässe ist beispielsweise das Pampasgras. Lassen wir es über Winter als weit ausladendes Büschel stehen, kann der Regen ungehindert in das Innere des Grases gelangen, das damit Gefahr läuft zu verfaulen. Um das zu verhindern, binden wir die Grasblätter zu einem dichten Schopf zusammen. Der Regen läuft dann außen an den Blättern herab und kommt nicht in das empfindliche Innere des Pampasgrases.
Aber Vorsicht! Die Ränder des Grases sind messerscharf. Wir müssen beim Zusammenbinden unbedingt dicke Handschuhe am besten mit langen Stulpen tragen. Ich habe es selber leidvoll erfahren müssen, dass meine Handschuhe zu kurz waren. Nach der Arbeit waren die Handgelenke und ein Teil der Unterarme trotz langer Jacke übersät mit Schnitten.
Ziergräser erst im Frühjahr schneiden
Zusammengebunden werden auch Chinaschilf und weitere hohe Gräser wie beispielsweise Reitgras, Lampenputzergras und Pfeifengras. Sie alle mögen nasskalte Winter nicht. Generell sollten wir alle Ziergäser nicht im Herbst schneiden, sondern erst im Frühjahr.
Das gilt auch für Rosen. Immer wieder hört man, dass die Königin der Blumen im Herbst heruntergeschnitten werden soll. Das ist aber nicht empfehlenswert, weil dann bei einem zwar seltenen, aber doch möglichen „sibirischen Winter“ die Gefahr des Erfrierens bei stark herunter geschnittenen Rosen sehr groß ist. Im Herbst lichten wir lediglich trockene, abgestorbene oder abgebrochene Triebe heraus.
Sollte die Rose Hagebutten gebildet haben, lassen wir diese auf jeden Fall stehen. Die Vögel werden es uns danken. Erst im Frühling ist der eigentliche Rosenschnitt angesagt, wenn die Forsythien zu blühen beginnen.
Hochstammrosen sollten wir aber schützen, indem wir den „Kopf“ mit der Edelsorte in Vlies oder Jutesack einpacken. Auf keinen Fall sollten wir luftdichte Plastiktüten verwenden, weil darunter die Triebe leicht verfaulen können.
Weißes Vlies schützt Wintergemüse
Im Nutzgarten sollten wir, wenn eine Frostperiode angekündigt wird, dem Wintergemüse wie Feldsalat, Winterportulak und Lauch einen Schutz spendieren aus weißem Vlies. Am besten suchen wir uns dafür eine schwere Sorte aus, die wesentlich windfester ist und auch über mehrere Jahre verwendet werden kann.
Das Vlies müssen wir ringsherum gut befestigen, am besten den Rand mit Erde abdecken – aber nur so, dass wir den Schutz für die Ernte leicht wieder öffnen können.