Eng verwandt mit Wolf

Goldschakal im Ruhrpott: Exotischer Jäger tappt bei Hamm in Fotofalle

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In der Fotofalle: Am 15. November um 6.46 Uhr wurde der Goldschakal im Landschaftsschutzgebiet Kerstheide fotografiert.

Für ein in Deutschland seltenes Tier gibt es im Ruhrgebiet erste Nachweise: In Hamm wurde ein Goldschakal fotografiert. Er ist eng verwandt mit dem Wolf.

Hamm – Er sieht ein bisschen aus wie ein Fuchs und ist eng verwandt mit dem Wolf: Die Rede ist vom Goldschakal, einem Tier, das eigentlich aus dem asiatischen Raum stammt und in Europa auf dem Balkan zu Hause ist. Eigentlich – denn ein solcher Goldschakal wurde jetzt auch in Hamm gesichtet.

Wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) am Donnerstag mitteilte, sei der Nachweis eines Goldschakals (Canis aureus) in Hamm-Pelkum gelungen und bestätigt. Der „Schakal von Pelkum“ tappte demnach am 15. November 2022 in den frühen Abendstunden in eine Fotofalle und wurde per Wildkamera abgelichtet. Diese sei im Umfeld des Landschaftsschutzgebietes Kerstheide (Höhe Haus Reck) aufgestellt gewesen.

Das allerdings war es auch schon wieder. „Geschlecht, die Herkunft und der weitere Verbleib sind nicht bekannt“, gab das LANUV in der selben Mitteilung bekannt. Ob der Jäger sich somit weiterhin in der Region herumtreibt und hier gegebenfalls auch Beutetiere gerissen hat, ist bislang unbekannt.

Goldschakal steht nicht unter strengem Artenschutz

Laut Lanuv war im Spätsommer 2020 erstmals ein Goldschakal in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen und mit Hilfe von genetischen Untersuchungen durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen als Männchen identifiziert worden. Dieser Goldschakalrüde sei an gerissenen Wild- und Nutztieren zunächst in Mülheim an der Ruhr und dann in Kranenburg im Kreis Kleve nachgewiesen worden. Später gelangen Nachweise in den Niederlanden. Der weitere Verbleib dieses Tieres sei nicht bekannt.

Der Goldschakal steht nicht unter strengem Artenschutz. Beim Goldschakal werden in Nordrhein-Westfalen keine freiwilligen Entschädigungsleistungen für Risse an Nutztieren gewährt. Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor dem Wolf sind hingegen auch zum Schutz vor Goldschakalen, Füchsen und Hunden geeignet. Weidetierhalter aus NRW können Fragen zum Herdenschutz an eine zentrale Servicehotline Herdenschutz (Durchwahl 02945/989898) bei der Landwirtschaftskammer NRW richten.

Wichtig: ausreichende Verfügbarkeit von Nahrung

In der Wahl eines Lebensraums ist der Goldschakal laut Lanuv sehr flexibel und kann sich gut an verschiedene Gegebenheiten anpassen. So sei der Goldschakal sowohl in einer reich strukturierten Agrarlandschaft anzutreffen als auch in Feuchtgebieten mit geeigneten Bedingungen. Eines der wichtigsten Kriterien bei der Lebensraumwahl sei die ausreichende Verfügbarkeit von Nahrung. Diese besteht hauptsächlich aus kleinen bis mittelgroßen Säugetieren, aber auch aus Amphibien, Insekten, Fischen, Aas und pflanzlicher Nahrung.

Der Goldschakal ist in der Lage, sich sehr gut an die saisonal verfügbaren Ressourcen anzupassen. Diese Fähigkeit ist ein Grund für seine Ausbreitung in Richtung Norden und Westen. Den ersten dokumentierten Nachweis in Deutschland gab es 1997 in Brandenburg. - fl/WA

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