Gefahrenstufe vier von fünf ab Samstag

Erste Städte verhängen Grillverbote – Waldbrandgefahr in NRW steigt

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Durch trockene Böden und nun auch noch heiße Tage steigt die Waldbrandgefahr in NRW. Erste Städte sprechen Grillverbote an eigentlich öffentlichen Grillplätzen aus.

Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen stehen die ersten heißen Tage mit mehr als 30 Grad vor der Tür. Durch die sommerlichen Temperaturen und die Trockenheit der vergangenen Wochen steigt aber auch die Waldbrandgefahr. Der sogenannte Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) schätzt die Waldbrandgefahr ab Samstag für mehrere Regionen in NRW als „hoch“ ein. Das entspricht Gefahrenstufe vier von fünf im Index.

Waldbrandgefahr in NRW steigt immer weiter

Am Sonntag und Montag sind es sogar noch mehr Gebiete. Für fast die gesamte Westhälfte von Nordrhein-Westfalen sowie Teile von Ostwestfalen wird die Waldbrandgefahr dann als „hoch“ eingeschätzt. „Besonders gefährdet sind Fichten-Schadflächen, auf denen Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall zu einer Zunahme von trockenen Holzresten geführt haben“, erklärte am Mittwoch ein Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Im Frühjahr hat es zwar überdurchschnittlich viel geregnet, aber durch die zuletzt trockene und sonnige Witterung sind laut DWD vor allem die obersten 20 Zentimeter des Bodens stark ausgetrocknet. Entsprechend schnell kann sich aktuell dort auch trockenes organisches Material, wie Blätter, Nadeln oder auch Gräser, entzünden. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen appelliert daher aktuell an die Bürgerinnen und Bürger, im Wald nicht zu rauchen oder zu grillen und nur auf befestigten Flächen zu parken, da heiße Auto-Katalysatoren Gras in Brand setzen könnten.

Aufgrund der steigenden Waldbrand-Gefahr in NRW bitten Land und Städte um Vorsicht (Symbolbilder/IDZRNRW-Montage).

Solingen und Viersen sprechen Grillverbote wegen Waldbrandgefahr aus

Erste Städte warnen bereits vor der steigenden Waldbrandgefahr in ihren Regionen. Die Stadt Solingen hat ein Grillverbot für zwei eigentlich öffentliche Grillplätze ausgesprochen. „Der Wetterbericht kündigt für die nächsten Tage große Wärme an, sehr trocken ist es schon jetzt. [...] Damit steigt die Waldbrandgefahr weiter an, am Wochenende soll die Gefahrenstufe vier erreicht werden. Das Grillen am Engelsberger Hof und im Bärenloch ist damit ab Freitag, 9. Juni, bis auf Weiteres verboten. Entsprechende Schilder werden aufgestellt“, heißt es dort in einer Mitteilung.

Auch die Stadt Viersen reagiert mit einem Grillverbot: „Ab sofort sind auf der Grillwiese am Hohen Busch Grillen und offenes Feuer verboten. Die Städtischen Betriebe haben entsprechende Hinweisschilder aufgestellt. Grund ist die erhöhte Waldbrandgefahr aufgrund der anhaltenden Trockenheit“, heißt es dort.

Ruhrgebietsstädte bitten um Vorsicht – „Böden sind ausgetrocknet“

Im Ruhrgebiet gibt es ebenfalls Appelle zur Vorsicht. In Mülheim an der Ruhr steigt die Sorge, insbesondere im Hinblick auf den Mülheimer Wald. „Die Gefahr von Schwelbränden im Mülheimer Wald, an Böschungen und Grasflächen ist in den letzten warmen und trockenen Tagen enorm gestiegen“, teilt die Stadt dort mit. Stadtsprecher Volker Wiebels wird noch deutlicher: „Die Böden sind ausgetrocknet. Es reicht bereits ein Funke glühender Grillkohle oder der stark erhitzte Katalysator eines geparkten Autos, um ein Feuer zu entfachen.“ Die Stadt Duisburg bittet ebenfalls um besondere Vorsicht und weist nochmal besonders auf das Rauchverbot im Wald in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober hin.

Waldbrandgefahr: So verhält man sich richtig

► Rauchen Sie nicht im Wald. Vom 1. März bis zum 31. Oktober, also im Frühling, Sommer und Herbst, gilt dort absolutes Rauchverbot. Es drohen hohe Bußgelder.

► Grillen Sie nicht und zünden Sie kein offenes Feuer im Wald. Das Verbot gilt auch im Umkreis von 100 Metern um einen Wald. Es drohen Bußgelder bis zu 5000 Euro.

► Wenn Sie Rauch oder Feuer im Wald bemerken, melden Sie die Brände über den Notruf 112. Danach sollten Sie den Gefahrenbereich so schnell wie möglich verlassen.

► Wer einen kleinen Entstehungsbrand sieht, kann diesen löschen, „wenn es gefahrlos möglich ist“, wie der Landesbetrieb Wald und Holz NRW empfiehlt.

Quelle: Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Weitere Verhaltenstipps zur Vermeidung von Waldbränden gibt wa.de in einem Überblick.

2023 brannten laut Angaben des NRW-Landwirtschaftsministeriums bereits rund sieben Hektar Waldfläche. Erst Ende Mai gab es zudem einen sehr großen Moorbrand im Hohen Venn bei Aachen, wo rund 170 Hektar Wiese in Flammen standen. Im Sommer 2022 gab es einige große Waldbrände in NRW. Unter anderem in Altena und Sundern brannten mehrere Hektar Wald und sorgten für Großeinsätze der Feuerwehren. (bs mit dpa-Material)

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