Karneval

Große Warsteiner Karnevalsgesellschaft baut neuen Prinzenwagen

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Künstlerin Leni Gehlen koloriert aktuell den neuen Prinzenwagen der Großen Warsteiner Karnevalsgesellschaft. Es sei ihr erster Rosenmontagswagen, sagt die gebürtige Brasilianerin, die seit einigen Jahren in Störmede lebt.
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Der alte GWK-Prinzenwagen war seit 2011 im Einsatz, nun hat unter anderem eine Brasilianerin für ein neues Modell gesorgt. Ein Element kommt sogar aus der Werkstatt des prominenten Wagenbauers Jacques Tilly aus Düsseldorf.

Warstein/Störmede – Mit vollständigem Namen heißt sie Leusilene da Rocha Lordêlo Gehlen. „Am einfachsten ist aber ‘Leni Gehlen’, das ist auch ein wenig mein Künstlername“, sagt die gebürtige Brasilianerin, die schon seit einigen Jahren in Störmede lebt. Doch ihr zweites Zuhause in diesem Winter ist die Produktionshalle der „Warsteiner Montage und Anlagentechnik GmbH (WMA)“, dem Unternehmen von Dirk und Volker Mertens im Enkerbruch. Dort baut der Elferrat der Großen Warsteiner Karnevalsgesellschaft derzeit den neuen Prinzenwagen. Und Leni Gehlen sorgt für die Optik.

Viel wollen die Elferräte Carsten Budde und Ralf Cabello Funke darüber noch nicht verraten. Die beiden kümmern sich federführend um den Wagen für das noch ungekürte GWK-Prinzenpaar. „Es soll eine Überraschung sein. Die Leute sollen bis Rosenmontag gespannt bleiben, wie der neue Prinzenwagen aussieht.“ Und auch wenn Leni Gehlen mit Samba-Gefühl im Blut malt, wird sich Brasilien eher nicht auf dem Wagen wiederfinden. So viel sei schon jetzt verraten.

Alter Prinzenwangen hatte keine Bremsen

„Wir hatten uns schon einige Jahre vorgenommen, einen neuen Prinzenwagen zu bauen“, erklärt Budde. Insbesondere, weil der bisherige Wagen keine Bremsen hatte. „Er wurde früher ja von Pferden gezogen.“ Deshalb saß bei den vergangenen Rosenmontagsumzügen, als der Wagen bereits von einem Traktor gezogen wurde, immer noch ein „Kutscher“ auf dem Wagen, um im Notfall „mitzubremsen“. „Es wurde jetzt Zeit“, so Cabello Funke und Budde ergänzt: „Rosenmontag 2023 haben wir gesagt, dass wir ihn jetzt auch direkt abreißen, sonst wird das wieder nichts mit einem Neuen.“

Die Elferräte Ralf Cabello Funke (links) und Carsten Budde kümmern sich federführend um den Bau des neuen Prinzenwagens.

Mit den Planungen und Arbeiten sollte es dann im Sommer beginnen, „wie das im Vereinsleben aber häufig so ist, wurde es dann später“, schmunzelt Budde. Um Vorplanungen und Entwurf kümmerte er sich gemeinsam mit Elferrat Jens Severin, grafisch umgesetzt wurde das durch Jörg Wahle. Den nötigen Auflieger hatte man schon vorher gekauft: „Es war dann gar nicht einfach, eine Künstlerin zu finden. Durch viel telefonieren und über einen guten Freund sind wir auf Leni gestoßen.“

Bildausschnitte des neuen Prinzenwagens: Mehr soll noch nicht verraten werden.

Um das Stahlkonstrukt inklusive Treppenhaus kümmerten sich die Metallbauer Cabello Funke und Marco Wennemann, den Holzbau übernahm Christian Eickhoff. Im Vergleich zum Vorgängermodell, das seit 2011 Teil des Rosenmontagsumzuges war, ist der neue Wagen noch einmal gewachsen, insbesondere in die Breite. Drei statt zuvor 2,50 Meter breit, vier Meter hoch, mit Deichsel gut elf Meter lang.

Seit Anfang Dezember Malarbeiten

Und seit Anfang Dezember ist Leni Gehlen dort fleißig: „Ich mache viele Projekte in Schulen, gebe Mal- und Skulpturenkurse. Aber das ist jetzt mein erster Rosenmontagswagen. Es macht viel Spaß. Hier in Deutschland habe ich weniger Karneval gefeiert, aber in Brasilien durchaus. Nur mit etwas anderen Wagen.“

Die Motive, die sich auf dem Warsteiner Prinzenwagen wiederfinden, kannte Gehlen vorher nicht. „Wir haben dann eine Stadtrundfahrt gemacht, aber vor allem mit vielen Fotos gearbeitet.“

Bildausschnitte des neuen Prinzenwagens: Mehr soll noch nicht verraten werden.

Ein Aushängeschild des neuen Wagens – neben dem GWK-Prinzenpaar, das am 27. Januar gekürt wird – stammt aus der Werkstatt von Jacques Tilly. Der renommierte Künstler entwirft und baut seit Jahrzehnten Wagen und Figuren für den Düsseldorfer Rosenmontagsumzug. Und nun auch für den Warsteiner. „Wir waren zu dritt in seiner Werkstatt, hatten auch schon vorher Kontakt. Und da war ein Objekt, das er uns innerhalb kurzer Zeit auch für Warstein nachbauen konnte.“ Was genau? Auch das wird erst am Rosenmontag zu sehen sein.

Der alte GWK-Prinzenwagen ist Geschichte. Seit 2011 war er im Einsatz, erstes Prinzenpaar auf dem Wagen waren Christian Pauli und Claudia Heppelmann.

Eine „gute vierstellige Zahl an Mann- beziehungsweise Fraustunden“ werde es am Ende sein, die in den Wagenbau geflossen sei, rechnet Budde vor. Auch die Kosten für den Wagen liegen in dieser Höhe. „Aber wenn man für einige Jahre baut, dann muss man auch einmal tiefer in die Taschen packen. Es wäre schon schön, wenn der Wagen zehn Jahre hält“, so Cabello Funke. Ein Dank gelte der Firma Niggemann sowie WMA für die Unterstellmöglichkeiten, genauso allen weiteren Elferräten, die am Wagen mitgebaut haben. Cabello Funke: „Die Leute können sich auf Rosenmontag freuen. Ich glaube, dass dieser Wagen einschlagen wird wie eine Granate.“

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