Großraumjets der Luftwaffe

Die A350 der Flugbereitschaft der Bundeswehr

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Wie viele Airbus A350-900 besitzt die Flugbereitschaft, auf welchen Strecken kommen sie zum Einsatz, wann gingen sie in den Dienst: Alle Informationen zu den Großraumjets der Luftwaffe.

Köln – Die Flugbereitschaft der Luftwaffe der Bundeswehr hat aktuell Grund zur Freude: Voraussichtlich ab März wird ihr eine neue A350 zur Verfügung stehen. Es ist der insgesamt dritte der modernen Großraumjets des Hersteller Airbus, mit dem die Flugbereitschaft Politiker auf Dienstreisen um die ganze Welt fliegt. Zu den „Stammgästen“ gehören Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP).

Die Airbus A350 „Konrad Adenauer“ der Flugbereitschaft der Luftwaffe ist seit November 2022 im Einsatz

Die A350-900 der Flugbereitschaft in Zahlen

Länge66,80 Meter
Höhe17,05 Meter
Spannweite64,75 Meter
Kabinenhöhe1,87 Meter / 2,25 Meter
Kabinenbreite5,61 Meter
Kabinenlänge51,04 Meter
Abfluggewicht280 Tonnen
Reichweite18.000 Kilometer
Reiseflughöhe13.100 Meter
Höchstgeschwindigkeitca. 960 km/h auf Flughöhe 13.000 Meter
Reisegeschwindigkeitca. 910 km/h auf Flughöhe 13.000 Meter
max. Anzahl Passagiere133 Personen
Besatzungmin. 2 (Cockpit) plus 8 (Kabine), auf Langstrecke: zwei Besatzungen

Seit 2015 ist der Großraumjet des Hamburger Herstellers Airbus in den Dienst gestellt, zuerst im Bereich der zivilen Luftfahrt. Innen ist die A350 mehr als 30 Zentimeter breiter als Vorgängermodelle der Firma, um den Passagieren noch mehr Beinfreiheit und Komfort zu gewähren. Ihren Erstflug hatte die A350 am 14. Juni 2013, im Folgejahr ging sie in Serienproduktion. „Münchens neuer Riese“, wie der Merkur den Flieger taufte, ist eine vielseitige Passagiermaschine und wurde unter anderem an Quatar Airways verkauft, auch wenn die Fluggesellschaft und Airbus 2022 in Streit gerieten. Ein Modell der Airbus A350 wurde zudem für die Klima- und Wetterforschung umgerüstet und auch die Bundeswehr schaffte den Großraumjet für die Flugbereitschaft der Luftwaffe an. Es gibt verschiedene Varianten der Airbus A350.

  • Airbus A350-800 (bisher nur als Entwurf vorhanden)
  • Airbus A350-900
  • Airbus A350-900ULR
  • Airbus ACJ350-900
  • Airbus A350-1000
  • Airbus ACJ350-1000
  • Airbus A350-1100 (bisher nur als Entwurf vorhanden)
  • Airbus A350F (bisher nur als Entwurf vorhanden; kommerzieller Einsatz für 2025 geplant)

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

Wie viele Airbus A350 hat die Flugbereitschaft der Luftwaffe?

Mit der neuen Maschine wird die Flugbereitschaft über insgesamt drei A350 verfügen, die alle zum Typ A350-900 gehören. Seit 2021 ist der Großraumjet für die Luftwaffe im Einsatz, eingeweiht vom damaligen Außenminister Heiko Maas (SPD). Neben den Passagierplätzen für die Delegationen gibt es im Inneren der Maschine auch einen Arbeits- und Konferenzbereich mit mehreren Büros sowie einen multifunktionalen Lounge-Bereich. Die Großraumjets übernehmen damit die Aufgaben der Vorgängermodelle vom Typ Airbus A340-300. Ein Überblick über die Namen und die Kennzeichen der Airbus A350 der Flugbereitschaft:

  • Airbus A350-900 „Kurt Schumacher“, Kennzeichen 10+03, seit Januar 2021 im Dienst
  • Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“, Kennzeichen 10+01, seit November 2022 im Dienst
  • Airbus A350-900 „Theodor Heuss“, Kennzeichen 10+02, voraussichtlich ab März 2023 im Dienst

Benannt sind die Regierungsflieger nach bedeutenden Politikern der Nachkriegszeit: Konrad Adenauer (CDU) war der erste Bundeskanzler Deutschlands, Theodor Heuss (FDP) der erste Bundespräsident der BRD, und Kurt Schumacher erster SPD-Vorsitzender nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 bis 1952 und Oppositionsführer im Bundestag von 1949 bis 1952.

Bei der Taufe und Übergabe der A350 „Konrad Adenauer“ im November 2022 war auch Konrad Adenauer, der Enkel des gleichnamigen ersten Bundeskanzlers zu Gast

Auf welchen Strecken kommt die A350 der Flugbereitschaft zum Einsatz?

Wohin die Flugbereitschaft der Luftwaffe aufbricht, hängt grundsätzlich von den jeweiligen Reisezielen der Passagiere ab, weshalb es keine festen Flugstrecken für die A350 gibt. Aufgrund ihrer Größe werden sie jedoch in erster Linie für Langstreckenflüge eingesetzt; für kürzere Strecken oder kleinere Passagierzahlen werden dagegen eher kleinere Maschinen wie der Airbus 321-200 und der Airbus 319CJ eingesetzt.

Ihren Dienst trat die Flugbereitschaft der Luftwaffe erstmals 1957 an, damals am Fliegerhorst Nörvenich im Kreis Düren. Zwei Jahre später stand der erste Umzug an, innerhalb von Nordrhein-Westfalen: Die Flugbereitschaft wurde an den Flughafen Köln-Bonn verlegt, um noch näher an der damaligen Bundeshauptstadt Bonn zu sein. Mit dem Umzug des Bundesregierung nach Berlin wurde der Standort Köln-Bonn jedoch nicht aufgegeben: Die Flugbereitschaft fliegt aktuell von dort ebenso wie vom Flughafen Berlin-Tegel (Nord) und dem Flughafen Berlin-Brandenburg. Da die Fluggäste der Flugbereitschaft jedoch alle in Berlin sitzen, kommt es oft vor, dass Flieger leer nach Berlin starten, um von dort aus mit ihren Passagieren zum eigentlichen Reiseziel aufzubrechen. Nach Beendigung der Reise kehren sie wieder leer von Berlin nach Köln zurück – ein Umstand, den Dietmar Bartsch (Linke) als „klimapolitischen Irrsinn“ bezeichnete. Damit soll bald Schluss sein: Ein Ende der Flugbereitschaft in Köln-Bonn und ein vollständiger Umzug nach Berlin ist beschlossen – allerdings erst bis 2034. (nbo) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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