Neue Außenanlagen für das Stadtteilzentrum

Grün fürs „Schlösschen“: Pläne für Umfeld der alten Zechenschule in Werries

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Die kleine Allee zum Schloss: Noch parken Autos vor dem Stadtteilzentrum. Künftig soll es hier zu einem großen Vorplatz im Grünen gehen.
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Die einstige Kolonieschule in Werries, ein Schloss? Die Fassade trägt zumindest leicht klassizistisch anmutende Details. Das ist der Grundgedanke, der hinter der Umgestaltung der Außenfläche steckt. Ein erster Entwurf zum „Schloss“ steht.

Werries – Die Außenanlagen des Stadtzentrums Alte Schule Werries werden derzeit von einem unansehnlichen Parkplatz bestimmt. Er soll verschwinden. Ein gepflasterter Halbkreis als Vorplatz und eine parkähnliche Bepflanzung sollen den Schlosscharakter verstärken. Das sieht der Entwurf eines externen Planungsbüros vor. Das Team des Stadtteilzentrums stellte ihn den Nutzern der Begegnungsstätte vor. Mit ihren noch einzuarbeitenden Anregungen soll der Plan umgesetzt werden. Das wird aber noch dauern.

Das Gebäude entstand 1911/12 als Schule und mit der Zechenkolonie Maximilian. Seit 1974 ist das Haus Begegnungsstätte, seit jüngstem Stadtteilzentrum Alte Schule Werries genannt. In seiner Funktion ist das Haus durch seinen Vorplatz alles andere als einladend. Er dient als Parkplatz, überwiegend von Fremdparkern. Der Asphalt ist unansehnlich, aufgeplatzt, Auto reiht sich an Auto. Daneben die Altglascontainer – kurzum der Gesamteindruck ist schlecht.

Vor rund vier Jahren kam in der Stadtbezirkskonferenz der Vorschlag auf, den Parkplatz am Haus besser zu nutzen, um die Aufenthaltsqualitäten zu verbessern. Seitdem hat sich einiges getan, mit dem Ergebnis, dass ein Planungsbüro einen Vorschlag für die Umgestaltung des Außengeländes ausgearbeitet hat.

Mehr Grün für die Alte Schule in Werries

Das Potenzial ist groß: 1.200 Quadratmeter Asphaltfläche, „viel Platz für Autos – wenig Platz für Mensch und Natur“, stellen die Planer fest. Wie aber auch, dass bereits große Bäume auf dem Vorplatz stehen und 1.880 Quadratmeter an Grünfläche bestehen. „Wichtig ist, dass es noch grüner wird“, sagt Stadtteilkoordinator Olaf Ehrich über den Plan, für mehr Aufenthaltsqualität für alle Menschen aus dem Stadtbezirk zu sorgen und für optimierte Bedingungen für Veranstaltungen aller Art. „Ein kleiner Schlosspark wäre eine tolle Verbesserung.“

Für Veranstaltungen wird zunächst der Bereich vor dem Haupteingang mit einer halbrund gepflasterten Fläche versehen. Ein Teil davon ist heute Parkplatz. Der andere Teil erhält eine so genannte wassergebundene Schicht.

„Viel Platz für Autos – wenig Platz für Mensch und Natur“: Das wollen die Planer ändern. Die Autos vor dem Stadtteilzentrum Alte Schule sollen Platz machen für einen kleinen Park für Begegnungen und Veranstaltungen.

Zwei Hauptwege von der Braamer Straße und eine Zuwegung vom Alten Uentroper Weg wie auch hinter dem Haus eine Fläche am Jugendcafé werden gepflastert. Ein Platz für eine feste Bühne muss allerdings noch gesucht werden. Klar sei, dass eine gebaut werde, sagt Ehrich. Sitzgelegenheiten sind geplant. „Wir wollen den Platz beleben.“

Viel Platz für Grün entsteht, Flächen werden entsiegelt. Klimabäume sollen das Mikroklima verbessern, sagt Ehrich. Tulpen-, Blauglocken- und Bienenbäume sind so ausgesucht, dass es von April bis September immer irgendwo blüht. Der teils große Altbestand an Bäumen ist vor allem auf der östlichen Hälfte des Grundstücks. Einige Bäume – wie Birken – sollen auch weichen.

Neue Bäume für die Alte Schule in Werries

Vor allem auf der östlichen Seite könnten rund zwei Dutzend neue Bäume wachsen. Geplant sei, dass schon anfangs größere Bäume eingepflanzt werden, sagt Ehrich. Die können dann schnell als natürliche Schattenspender fungieren.

Zur Straße hin grenzen niedrige Büsche und Bodendecker das Gelände zum Gehweg ab, dennoch sollen Blickachsen frei bleiben. Die Künstler des Arbeitskreises Kunst erhalten die Möglichkeit, im Freien auszustellen.

Gelände an der Alten Schule in Werries wird modelliert

Wo heute schon die Wiese neben dem Gebäude ist, soll künftig das Gelände leicht modelliert werden. Spielhügel mit Balancierbalken könnten entstehen. Es soll aber auch noch genügend Rasenfläche für Spiele zur Verfügung bleiben, wie auch im rückwärtigen Bereich noch Platz für eine Art „Gemeinschaftsgarten“.

Schöne Aussichten für alle Nutzer der Alten Schule. Für Kritik von außerhalb dürfte indes der Wegfall des großen Parkplatzes sorgen. Rund 25 Autos können derzeit gestellt werden, oft von Fahrern, die die nahen Geschäfte zum Ziel haben. Parken von 8 bis 20 Uhr steht auf dem Schild vor der Zufahrt. Die Fahrer müssen sich bald Alternativen suchen, wie etwa auf dem nahen Platz neben dem Haus Maximilian.

Ungenutzte Fläche: Hinter der Alten Schule an der Braamer Straße soll ein neuer Parkplatz entstehen, nur für das Haus. Die Vorbereitungen für den Anbau des Fahrstuhls (siehe Dachfenster) sind erfolgt.

Die Nutzer der Begegnungsstätte bekommen neue Parkplätze im rückwärtigen Bereich des Hauses an der Braamer Straße. Elf Stellplätze sind bislang vorgesehen. Die sollen allerdings auch denen vorbehalten bleiben, die zum Stadtteilzentrum wollen.

Vom Parkplatz geht es künftig auf kürzestem Weg zum Fahrstuhl. Bei den jüngsten Sanierungen im Haus wurde der Einbau vorbereitet. Der Fahrstuhl wird für das kommende Jahr erwartet. Direkt daneben an der Westseite des Hauses sind Fahrradständer vorgesehen. Hinter einem grünen Rund sollen, direkt an die Braamer Straße, die Glascontainer umgestellt werden.

Weitere Ideen für Alte Schule in Werries

„Insgesamt finde ich den Entwurf gut“, sagt der Stadtteilkoordinator. „Er wertet den Bereich auf.“ Manche Anregungen der Nutzer sind bereits eingeflossen, weitere sollen nach Möglichkeit folgen, wie ein beleuchteter Zugang zum Haus, eine Hülse für einen Weihnachtsbaum, Stromverteiler und Wasseranschluss für Veranstaltungen. „Eventuell auch ein Trinkwasserbrunnen“.

Wann mit der Umsetzung des Entwurfs zu rechnen ist, sei schwer zu sagen, erklärt Ehrich. Zunächst sollen die weiteren Anregungen eingearbeitet werden. Mit dem fertigen Entwurf können Fördergelder beantragt werden.

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