Namensherkunft

Passt heute nicht mehr: Daher hat Duisburg-Marxloh seinen Namen

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Über Marxloh im Norden von Duisburg wird heute viel diskutiert – doch woher kommt eigentlich der Name des bekannten Stadtteils mit dem speziellen Ruf?

Duisburg – Der Stadtteil Marxloh ist der einwohnerstärkste Stadtteil in Duisburg und gilt als Brennpunkt. Daher will die Stadt Marxloh zu einem sogenannten Ankunftsstadtteil umwandeln. Der Ruf des Stadtteils von Duisburg ist nicht sehr gut – die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Kriminalitätsrate überdurchschnittlich und in Medien kursieren immer wieder erschreckende Berichte über den Stadtteil. Abseits aller Klischees gibt es aber auch positive Entwicklungen: Zum Beispiel die Brautmodenmeile an der Weseler Straße, die als „das Wunder von Marxloh“ bezeichnet wird.

Marxloh ist der einwohnerstärkste Stadtteil in Duisburg und hat keinen besonders guten Ruf – doch das war nicht immer so. (Archivbild)

Marxlohs Ruf war nicht immer so schlecht wie heute: Noch vor wenigen Jahrzehnten zählte es zu den Vierteln, in denen es sich gut wohnen und arbeiten ließ. Doch auf das Zechensterben im Ruhrgebiet und die Stahlkrise in den 80ern folgten Kriminalität und Arbeitslosigkeit – somit ging es mit dem Stadtteil bergab.

Duisburg-Marxloh: Woher hat der Stadtteil seinen Namen? 

Der Name Marxloh passt heute so gar nicht mehr zum großstädtischen Charakter: Übersetzt bedeutet es nämlich „Hochwald an feuchtem Weideland“. Der Name entstand etwa im 10. Jahrhundert. Der Name setzt sich aus den Wörtern Mersch was feuchtes Weideland bedeutet – und Loh für Hochwald zusammen.

Weseler Straße in Duisburg: Einst Brennpunkt jetzt Brautmoden-Meile

Weseler Straße in Duisburg Marxloh
Das Bild zeigt die Weseler Straße im Jahr 1997: Damals gab es hier vor allem Spielhallen, Videotheken und Billig-Supermärkte. Und viel Leerstand. © Oliver Multhaup/dpa
Weseler Straße in Duisburg Marxloh
Lange galt die Straße als trostlos. Das Bild stammt aus dem Jahr 2008.  © Ralph Lueger/imago
Weseler Straße in Duisburg Marxloh
Noch 2009 war der Leerstand hoch an der Weseler Straße in Duisburg-Marxloh. Erst allmählich entwickelte sich die Brautmodenmeile. © Sepp Spiegl/imago
Weseler Straße in Duisburg Marxloh
Heute reiht sich ein Brautmodengeschäft ans nächste.  © Peter Sieben
Weseler Straße in Duisburg-Marxloh
Dutzende Schaufensterpuppen: Die Nachfrage nach Brautmode ist groß in Marxloh.  © Peter Sieben
Meftun Coban mit Tochter Aysegül Meftun in ihrem Brautmodenladen „Nuray Gelinik“ in Duisburg Marxloh.
Meftun Coban mit Tochter Aysegül Meftun in ihrem Brautmodenladen „Nuray Gelinik“ in Duisburg Marxloh.  © Peter Sieben
Weseler Straße in Duisburg-Marxloh
Das Wort „Gelinik“ liest man sehr oft an den Geschäften: Es ist das türkische Wort für Brautkleid.  © Peter Sieben
Weseler Straße in Duisburg-Marxloh
Auch Schmuck wird an der Weseler Straße verkauft. Draußen staut sich der Verkehr in Duisburg-Marxloh.  © Peter Sieben
Weseler Straße in Duisburg-Marxloh
Ates Gold in Duisburg-Marxloh: Einer von vielen Juwelieren hier im Viertel.  © Peter Sieben
Weseler Straße in Duisburg-Marxloh
Kunden kommen aus ganz Deutschland, aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich, um an der Weseler Straße einzukaufen.  © Peter Sieben
Kronleuchter in einem Brautmodengeschäft an der Weseler Straße in Duisburg-Marxloh
Früher waren hier Wohnungen, jetzt werden Brautkleider verkauft.  © Peter Sieben
Weseler Straße in Duisburg-Marxloh
Einst waren die Schaufenster zugeklebt, jetzt ist die Weseler Straße in Marxloh wieder belebt.  © Peter Sieben

Marxloh war ursprünglich eine Grundherrschaft des Stiftes Essen – einer religiöse Lebensgemeinschaft für Frauen – im Raum zwischen der Aldenrader Heide, dem Wittbruch und dem Beeckbach. Den Mittelpunkt bildete der Schultenhof, zu dem im 16. Jahrhundert 18 weitere Güter gehörten. Marxloh war kein Dorf, denn die 19 Hausstätten lagen über das Gebiet verstreut. Erst später entwickelte sich eine zusammenhängende Siedlung. (lc) Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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