Bottrop

Halde Haniel: Mystische Holz-Stelen hatten früher eine andere Funktion

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Die Halde Haniel zählt zu den höchsten Halden im Ruhrgebiet. Hoch oben schmücken bunte Totems das Gelände. Was heute als Kunst gilt, wurde damals anders genutzt.

Bottrop – Sie ähnelt einer fantastischen Mondlandschaft: Zwischen Oberhausen und Bottrop befindet sich die 158 Meter hohe Halde Haniel, die heute eine echte Sehenswürdigkeit und ein beliebtes Ausflugsziel ist. Sowohl Spaziergänger, Fotografen, als auch Kunstinteressierte erklimmen den Weg hoch hinaus. Oben angekommen erblickt man mehr als 100 in einer Reihe stehende „Totems“: ein Kunstwerk des baskischen Malers und Bildhauers Agustín Ibarrola. Die bunten Holz-Stelen sind ein beliebtes Fotomotiv – doch hatten sie in ihrem ersten Leben mal eine andere Funktion.

Halde Haniel in Bottrop: Wichtige Infos auf einem Blick

Mit einer Höhe von 158 Metern und 184,9 Metern über dem Meeresspiegel ist die Halde Haniel die zweithöchste Berghalde im Ruhrgebiet, hinter der Halde Oberscholven. Aufgetürmt wurde die sie in Form zweier Spiralen durch Bergmaterial der Steinkohlezeche Prosper-Haniel.

  • Adresse: Fernewaldstrasse, 46215 Bottrop (NRW)
  • Höhe: 158 Meter (184,9 Meter über dem Meeresspiegel)
  • Fläche: 110 Hektar
  • Sehenswürdigkeiten: Kreuzweg mit 15 Stationen mit christlichen Motiven, Gipfelkreuz, Kunstwerk „Totems“, Bergarena

Was ist eine Halde?

Unter Halde versteht man eine meist künstliche Anhäufung oder Aufschüttung von Material oberhalb der umgebenden Geländeoberfläche. Künstliche Halden entstehen zum Beispiel im Bergbau und werden je nach Art des Materials Bergehalde oder Abraumhalde genannt. Zahlreiche solcher Bergehalden des Steinkohlenbergbaus befinden sich im Aachener Revier, im Ruhrgebiet und im Saarland.  Auch können sie durch Abfallbeseitigung entstehen und werden Müllhalden genannt.

Halde Haniel in Bottrop: Was hat es mit den bunten „Totems“ auf sich?

Die aneinander gereihten Holz-Stele sind ursprünglich einhundert bemalte Eisenbahnschwellen aus der ehemaligen Zeche Prosper-Haniel.

Die bunten Holzpfähle stehen hier seit dem Jahr 2002. Der Künstler Agustín Ibarrola verwendete hierfür über einhundert bemalte Eisenbahnschwellen. Die waren einst tatsächlich Teil der Zechenbahn der benachbarten ehemaligen Zeche Prosper-Haniel, die 2018 eingestellt wurde. Das Kunstwerk soll sinnbildlich die scheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur zusammenführen. Besonders schön anzusehen sind die Holz-Stelen bei Sonnenuntergang, wenn die tief stehende Sonne zwischen den einzelnen Pfeilern hindurchscheint. Die „Totems“ stehen direkt am Rande des Abhangs, der zur Bergarena führt. Die Bergarena in Form eines Amphitheaters an der Halde Haniel wird heute für Open-Air-Aufführungen genutzt und bietet Platz für 800 Zuschauer.

Wie kommt man zur Halde Haniel in Bottrop?

Mit dem Auto: Auf der A2 bis zur Ausfahrt 2 Oberhausen-Königshardt fahren. Parken können Besucher auf dem Parkplatz Zeche Franz Haniel oder dem Parkplatz Kirchhellener Straße.

Mit dem Bus oder der Bahn: Von Duisburg Hauptbahnhof, Oberhausen Hauptbahnhof oder Essen Hauptbahnhof mit der RRX5, RE19, RE49 bis Oberhausen-Sterkrade, von dort mit Buslinie 952 bis Everslohstraße oder mit der Linie 962 bis Kleekamp.

Weitere Landmarken im Ruhrgebiet

Die Halde Haniel ist eine sogenannte Landmarke im Ruhrgebiet, ein Wahrzeichen, das auch aus größerer Entfernung sichtbar ist. Davon gibt es mehrere, wie etwa der Tetraeder in Bottrop, der an eine Pyramide erinnert, aber eigentlich eine andere Form verbirgt. Der Tetraeder besteht aus 210 Tonnen Stahl und Rohren mit einer Länge von 1500 Metern und ist mit seinen 60 Metern Höhe ein beliebter Aussichtspunkt.

Ein anderes Industriedenkmal – und sogar eines mit Rekordcharakter: In Essen steht die höchste frei stehende Rolltreppe Deutschlands. Die Rolltreppe an der Zeche Zollverein ist 58 Meter lang. (spo)

Rubriklistenbild: © Alexander Bernhard/imago

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