Bauvorhaben

Vorzeigeprojekt in Bockum-Hövel: Am Hallohpark tut sich nichts

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Hinter Gittern: Der Bauzaun Am Hallohpark steht schon lange. Dahinter tut sich allerdings nur wenig.
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Im Vorzeigebaugebiet „Am Hallohpark“ passiert zurzeit nichts. Die Erschließung ist seit dem Sommer fertiggestellt, doch in Sachen Hausbau - Ein- und Mehrfamilienhäuser sind hier geplant - ist kompletter Stillstand. Wir haben gefragt, warum das so ist.

Bockum-Hövel – Bauen ist in Krisenzeiten kein Spaß. Die Kreditzinsen steigen, die Kosten für Baumaterial – so vorhanden – schießen durch die Decke. Kurz: Die Finanzierung von Bauprojekten ist unberechenbar geworden. Das gilt gleichermaßen für das Einfamilienhaus als auch für Großprojekte. Unlängst verschob schon der Investor des Wieland-Carrées in Wiescherhöfen sein Projekt, weil er nach Wegen sucht, die Erschließungskosten zu senken. Und wie sieht das in Bockum-Hövel aus?

War da nicht irgendwas im Zentrum, dass sich „Am Hallohpark“ nannte? Richtig. Seit Jahren in der Diskussion und in der Planung, Bürgerbeteiligung, Vorgaben aus der Politik und letztlich ein alle zufriedenstellender Entwurf mit einem Mix aus Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern mitten im Zentrum von Hövel – eben in der Nähe des Hallohparks.

Zwei Investoren

Und sogar erschlossen ist das Baugebiet schon. Im März 2022 ging es los mit den Arbeiten und im Juni waren sie beendet. Doch seitdem tut sich nichts auf dem Gelände.

Für das Baugebiet gibt es zwei Investoren. Während sich das Bockum-Höveler Unternehmen Wilczek Immobilien um die Einfamilienhäuser kümmert, hat Wilczek aber das Großprojekt Mehrfamilienhäuser im Oktober 2021 an Gosda-Bau in Ahlen verkauft. Hier ging es – dem Vernehmen nach – um eine Investitionssumme von rund 15 Millionen Euro.

Einfamilienhäuser vermarktet

Was die neun geplanten Einfamilienhäuser angeht: „Ein Großteil ist bereits vermarktet, einige sind verkauft, Bauanträge bereits gestellt. Es könnte also bald losgehen“, sagte kürzlich Mark Jörrißen von Wilczek Immobilien auf Anfrage. Zudem sei man gesprächsbereit, die Preise an die aktuellen Entwicklungen anzupassen, sagte er. Die Grundstücke waren im Bieterverfahren ausgeschrieben worden. 350 Euro pro Quadratmeter waren die Startgebote. Das hatte potenzielle Interessenten aber nicht abgehalten, Grundstücke auf dem Höveler „Filetstück“ zu kaufen.

Mehrfamilienhäuser in der Planung

Etwas anders scheint es bei den Mehrfamilienhäusern auszusehen. „Man befinde sich zurzeit in der Planung“, hieß es von Gosda-Bau. Kostensteigerung, Materialknappheit, Fachkräftemangel und nicht zuletzt die Unsicherheit, wie hoch künftig die Förderung für den sozialen (hier verpflichtenden) Wohnungsbau sein werde, verzögerten die Planung, sagte Geschäftsführer Jürgen Gosda. Die alten Förderrichtlinien liefen Ende des Jahres aus, die neuen stünden wahrscheinlich erst im Frühjahr 2023 fest. Dann kennen wir die Spielregeln“, sagt Gosda. Zurzeit seien alle Investoren auf einem Kurs des Abwartens, sagt Gosda.

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