Blutiges Familiendrama in Hamm

Ehemann sticht auf Ehefrau ein: Lebensgefahr! Feuerwehr rettet Kinder

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In Schutzmontur holten Spurensicherer Beweismittel aus der Tatort-Wohnung.
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[Update 15.30 Uhr] In einem Mehrfamilienhaus an der Wegastraße in Hamm hat sich am Montag ein blutiges Familiendrama abgespielt. Eine 40-jährige Frau wurde schwerst verletzt. Zwei Kinder wurden gerettet.

Hamm - Bei der Bluttat an der Wegastraße (Daberg/Stadtbezirk Pelkum) spielten sich am Montagmorgen dramatische Szenen ab. Das 40-jährige Opfer wurde vom Ehemann (ebenfalls 40) offenbar mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Die Frau wurde am Nachmittag noch immer in einem Hammer Krankenhaus notoperiert. Ihr Zustand sei kritisch, sagte Staatsanwalt Henner Kruse gegen 15 Uhr gegenüber wa.de.

Die schwerverletzte Frau hatte sich nach der Tat ins Badezimmer der im zweiten Obergeschoss gelegenen Wohnung geschleppt und dort eingeschlossen. Gegen kurz vor 7 Uhr sah ein Nachbar die blutüberströmte Frau an ihrem Badezimmerfenster. Sie soll ihm da noch gesagt haben können, dass sie von ihrem Mann angegriffen worden sei. Der Nachbar verständigte die Polizei, die offenbar ebenso wie die Feuerwehr schnell am Einsatzort eintraf.

Bluttat in Hamm: Feuerwehr rettet zwei Kinder

Die Frau versuchte möglicherweise, sich aus dem Badezimmer abzuseilen. Die Polizei fand jedenfalls später blutüberströmte Bettlaken, die darauf schließen lassen. Die Feuerwehr baute zudem ein Sprungtuch unter dem Fenster auf.

Dann wurden die beiden Kinder des Paares (6 und 7 Jahre alt) an einem anderen Fenster entdeckt. Mit einer Drehleiter der Feuerwehr wurden diese aus der Wohnung geborgen. Sie waren unverletzt und befinden sich inzwischen in der Obhut von Verwandten.

Die Kriminaltechniker kamen mit diesem Sprinter zum Tatort.

Bluttat in Hamm: Täter selbst blutüberströmt

Die Hammer Polizei gelangte schließlich durch die Wohnungstür ins Innere. Der Ehemann habe apathisch im Wohnzimmer gesessen und sich widerstandslos festnehmen lassen. Auch er sei blutüberströmt gewesen – vom Blut seiner Frau. Die Tatwaffe sei ein Messer gewesen, möglicherweise auch mehrere, sagte Staatswalt Henner Kruse. Der Ermittlungsansatz sei versuchter Mord. Eine Mordkommission der Dortmunder Polizei übernahm die Ermittlungen.

Vor kürzerer Zeit habe es einen Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt in der Wohnung gegeben. Ein weiterer liege bereits längere Zeit zurück. Der Beschuldigte soll zuletzt psychisch krank gewesen sein. Noch am Wochenende soll er in einer psychiatrischen Klinik vorstellig gewesen sein. Er soll noch im Lauf des Montags psychiatrisch untersucht werden. 

Bluttat in Hamm: viel Aufmerksamkeit am Morgen

Opfer und Beschuldigter haben einen deutsch-türkischen Hintergrund.

Der Polizeieinsatz in der Wegastraße hatte am Morgen nach Lippewelle-Angaben auch Verkehrsprobleme auf dem Daberg zur Folge.

Bei einer Auseinandersetzung nach einem Fußballspiel in Bochum wurde am Sonntag ein 27-jähriger Schiedsrichter aus Hamm schwer verletzt. In Heessen wurde ein Taxifahrer beraubt; die Polizei sucht Zeugen. In der Hammer Stadtmitte wurde eine Frau aus Bielefeld attackiert.

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