Corona und Energiekrise

Das Eis wird dünner: So steht es um die Eishalle in Hamm

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Die Eishalle Hamm ist ein beliebter Treffpunkt und erzielt derzeit Besucherrekorde.
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Die Eishalle Hamm kämpft mit der Mehrbelastung bei den Energiepreisen. Sie kann aber auch für die vergangenen Monate Besucherrekorde verzeichnen.

Hamm – In den vergangenen Jahren hat sich die Hammer Eishalle zu einem Publikumsmagneten entwickelt, der auch Besucher über Werries und Hamm hinaus anzieht. Doch auch die Halle und deren Betreiber haben mit der anhaltenden Energiekrise und steigenden Kosten zu kämpfen. Das führte zuletzt dazu, dass nach zuletzt ruhigen Jahren wieder Sorgen um den Fortbestand der beliebten Freizeiteinrichtung aufkamen. Immerhin: So zappenduster wie noch vor einigen Monaten sieht es rund um die Eishalle nicht mehr aus.

„Die Preisdeckelungen helfen uns“, sagt Werner Nimmert. Er gehört zum Aufsichtsrat der Eis eG, die seit 2015 für den Betrieb der Halle verantwortlich ist. „Wir planen dennoch mit einer Mehrbelastung von rund 100 Prozent.“ Die Stromkosten würden sich dann auf 200.000 Euro belaufen. „Und das ist nur der Strom, Gas ist noch gar nicht mit eingerechnet“, sagt Nimmert. Im August, als das Ausmaß der Krise noch nicht abzusehen war, rechnete das Team allerdings noch mit Stromkosten von bis zu 700.000 Euro.

Eishalle Hamm: Eigentümer wurden beim Energiesparen kreativ

Um die Kosten etwas abzufedern, habe man sich in den vergangenen Monaten einiges einfallen lassen. „Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Energiekosten schon sehr gedrückt und machen da auch noch immer weiter“, sagt Nimmert. „Mittlerweile haben wir die Eisdicke auf das Mindestmaß von rund 3,5 Zentimetern reduziert. Das senkt natürlich auch die Kosten, da jeder Zentimeter 15 Prozent an Energiekosten spart.“ Zudem habe man unter anderem die Beleuchtungen reduziert und auf LED umgestellt.

Crowdfunding-Aktion der Eishalle brachte 12.000 Euro

Um die steigenden Kosten weiter aufzufangen, wurde die Spendenaktion „Eishallenhelden“ ins Leben gerufen, die anfangs gut angenommen wurde. „In den vergangenen Wochen hat es allerdings kaum nennenswerte Spenden gegeben“, sagt Werner Nimmert. Lagen in der Spendenkasse am 28. Oktober bereits 10.710 Euro, seien es nun, Anfang Januar, knapp 12.000 Euro. Also nicht nennenswert mehr. „Wir machen zwar vor Ort Werbung für die Aktion – auch bei den Heimspielen der Hammer Eisbären. Aber viel ist zuletzt nicht mehr zusammengekommen“, so Nimmert.

Als Grund dafür sieht Nimmert die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen. „Wir alle müssen sehen, wo wir unser Geld lassen“, sagt er. „Die aktuellen Zeiten sind schwierig. Ich kann absolut verstehen, dass die Leute derzeit ihr Geld lieber zusammenhalten.“

Neue Besucherrekorde in der Eishalle Hamm

Ungebrochen ist dagegen der Besucherzustrom in der Eishalle. „Die vergangenen beiden Monate waren die besten aller Zeiten“, sagt Dirk Sowicki, der ebenfalls Teil des Aufsichtsrats der Eis eG ist. „Allein in den bisherigen Weihnachtsferien konnten wir über 8.000 Besucher begrüßen, die von überall herkamen.“ Die daraus resultierenden Mehreinnahmen deckten, so Nimmert, aber nicht die Mehrkosten. „Wir haben immer noch ein Defizit aus der Corona-Zeit, das wir damit kompensieren. Darüber hinaus müssen wir noch sehen. Ich denke, die Zeit bis zum Ende der Saison wird noch knochenhart – aber wir packen das.“

Spendenaktion

Bis zum Ende der Saison sammelt die Eishalle noch Spenden, um die gestiegenen Kosten im Zuge der Energiekrise abzufedern. Wer spenden will, kann dies auf der Website www.eishallenhelden.de tun.

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